Wenn man nicht weiß was der Autor sagen will, was könnte dann ein sinnvoller Umgang mit einem Text und seiner sprachlichen Gestaltung sein?

4 Antworten

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Man muss sich nicht immer daran aufhängen, was der Autor bzw. die Autorin damit haargenau gemeint oder nicht gemeint hat.

Es gibt in der Literaturtheorie auch Ansätze, die davon ausgehen, dass Leser an der Erzeugung des Sinns eines Textes wesentlich beteiligt sind. Manche Ansätze lassen sogar nur das gelten, was Rezipienten in einem Text sehen und blenden die Verfasser völlig aus (vgl. etwa die Debatte zum 'Tod des Autors', siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Tod_des_Autors). Es ist auch schon oft festgestellt worden, dass es prinzipiell ebenso viele Texte wie Leser gibt - weil eben niemals zwei Leute ein und denselben Text exakt gleich lesen werden.

Du darfst in Interpretationen literarischer Texte also sehrwohl deine eigenen Eindrücke wiedergeben, das schreiben, was du darin liest und was der Text deiner Meinung nach aussagt und bedeutet. Natürlich sollte das trotzdem sinnvoll argumentiert und belegbar sein, aber es muss nicht zwingend darum gehen, die vom Urheber vielleicht intendierte Bedeutung zu erraten.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium Germanistik

..,. dann kommen andere und interpretieren.

Ob das mit den Gedanken des Autors übereinstimmt, kann dann niemand mehr sagen.

Das machst Du aber auch, sobald Du liest. Du liest mit Deiner Phantasie.

Hey.

Um einem Autoren und seinem Werk ehrliche Ehre zu erweisen, darf man meiner Meinung nach, niemals so tun, als seien Behauptung/ Interpretationen die Wahrheit.

Denn du hast recht, wir können gar nicht fragen.

Aber weil die Welt sowieso aus beinahe acht Milliarden verschiedenen Perspektiven gesehen wird, ist das beste, das du aus einer solchen Aufgabe machen kannst, deine eigenen Gefühle und Gedanken zu verfassen, die du fühltest/ dachtest als du den Text last.

Es gibt kein richtig, kein falsch. Es ist alles möglich. Und ich denke am richtigsten ist was du für richtig hältst. Nur kannst du die Begründung dahinter wohl nie nachvollziehen.

Die meisten Künstler erhoffen sich, dass ihre Werke mit den Augen betrachtet, die nötig sind in dieser Situation. Also schreib auf, was du dir entnimmst, was für dich heraussticht.

Den betreffenden Text nach den Gesetzen der Aussagenlogik analysieren und besonders auf Widersprüche überprüfen. Falls sich erweisen sollte, daß sich in diesem Text Logikproblemen bzw. Widersprüche vorfinden sollten, ist der betreffende Text als defizient zu erklären.

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