Welche Schaltabläufe bei der Shimano XT sind vorteilhaft?

4 Antworten

Die Kette sollte möglichst wenig "schräg" laufen, weil das den Verschleiß deutlich erhöht.

Außerdem kann es sein, dass die Kette für die Kombination "großes Kettenblatt + größtes Ritzel" zu kurz ist oder der Arm des Schaltwerks die Kette bei "kleines Kettenblatt + kleinstes Ritzel" nicht mehr gespannt halten kann.

Deshalb, wenn du einfach beim Fahren mal herunter schaust: Die Kette sollte nicht schräg stehen. Sondern wenn sie vorne eher links ist, sollte sie hinten auch eher links sein und wenn sie vorne eher rechts ist, sollte sie hinten auch eher rechts liegen.

Wenn du dazu noch die "Extremkombinationen" vermeidest, d.h. beim großen Kettenblatt die größten 2-3 Ritzel meidest und beim kleinen Kettenblatt die 2-3 kleinsten Ritzel meidest, bist du eigentlich "save".

Ob du übrigens zuerst am Kettenblatt oder am Ritzel schaltest, ist vollkommen wurscht. Kannst auch gleichzeitig schalten.

Dass die Kette die Kombination großes Kettenrad/größtes Ritzel schalt- und fahrbar sein muss ist Bestandteil jeder Montagevorschrift.

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@warumwiederg

Ja. Und es halten sich ja auch alle Monteure immer an die Montagevorschriften.

Was sieht die Montagevorschrift denn für den Fall vor, dass eine Kette, die lang genug wäre um groß-groß zu schalten, bei klein-klein durchhängen würde?

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@RedPanther

Dann wäre die Gesamtkapazität des Schaltwerks überschritten.

Jedes Schaltwerk hat eine spezifische Gesamtkapazität, die nicht überschritten werden darf (Zähnezahl-Unterschied vorne zusammengezählt mit dem Zähnezahlnterschied hinten= Gesamtkapazität).

Bei Einhaltung der maximalen Gesamtkapazität des Schaltwerk ist die komplette Bandbreite der Gänge problemlos schaltbar, auch die extremen Gänge:

  • Größtes Kettenrad vorn mit größtem Ritzel hinten ohne dass das Schaltwerk wie ein Flitzebogen nach vorn gezogen wird
  • Kleinstes Kettenrad vorn mit kleinstem Ritzel hinten mit ausreichender Restspannung der Kette sodass diese durchhängt

Bezüglich der maximalen Gesamtkapazität des Schaltwerks ist sogar noch eine kleine Sicherheitsmarge drin, für den Fall dass die Kette etwas zu kurz oder etwas Glied zu lang ist

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@warumwiederg

Absolut richtig.

Ich sage es mal so: In der Fahrrad-Fachwerkstatt, in der ich als Schüler gejobbt habe, konnte mir niemand erklären was es mit der Kapazität eines Schaltwerks auf sich hat. Auch in meinem Bekanntenkreis an ambitionierten Hobbyradsportlern wüsste das wahrscheinlich niemand. Ich weiß, dass es diese Gesamtkapazität gibt, aber dran gedacht habe ich eben auch nie.

Sondern allerseits einfach nur bei Umbauten: "das ist ein langer Käfig, was soll da schief gehen" oder "mittlerer Käfig, da musst aufpassen mit einem 36er Ritzel". Und das funktioniert. Wenn man einfach dran denkt, die Schaltkombinationen zu vermeiden, die man sowieso wegen Kettenschräglauf vermeiden sollte, gibts keinen Grund an die Gesamtkapazität des Schaltwerks zu denken.

Womit du allerdings recht hast: Im Auslieferungszustand sollte ein Fahrrad so ausgestattet sein, dass die Kapazität des Schaltwerks eingehalten ist.

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Bei mir ist die letzte Kettenschaltung zwar schon ne Weile her und war damals ne XTR 3x8. Vom Prinzip sollte sich aber nicht viel geändert haben. Tendenziell sollte man die Kette nie zu diagonal laufen lassen, was man z.B. bei großem Kettenblatt u. größtem Ritzel hat. Da hat man auf dem mittleren Kettenblatt einen absolut vergleichbaren Gang bei dem die Kette deutlich gerader läuft.

Grob gesagt:

kleines Kettenblatt -> große bis mittlere Ritzel
mittleres Kettenblatt -> mittlere Ritzel
großes Kettenblatt -> kleine bis mittlere Ritzel

Ich habe bewusst keine exakte Grenze bei den Ritzeln gesetzt, da es die meiner Meinung nach nicht gibt. Das ist alles nur ne grobe Empfehlung. Man wird auch keine Probleme bekommen wenn man mal unsinnig schaltet.

Ich weiß nicht ob die Faustregel bei ner 10fach auch so gilt, ich wüsste aber nicht weshalb nicht. Man konnte eigentlich sagen, dass man ein herunter/hochschalten vorne am Kettenblatt mit zwei entgegengesetzten Schaltvorgängen hinten ausgleichen konnte.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

"was man z.B. bei großem Kettenblatt u. kleinstem Ritzel hat." Soll wohl "großes KB, und großes Ritzel" heißen.

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@treppensteiger

Ja, natürlich. Vielen Dank, habe es schon korrigiert. Bin vor lauter groß und klein ein bisschen durcheinander gekommen.

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Im Grunde brauchst Du nur ein gutes Gehör.

Die Gänge die das Schaltsystem nicht "mag", laufen nämlich mit deutlich hörbar etwas rasselig. Kaputt gehen kann aber nichts, wenn man nicht gewohnheitsmäßig kilometerweit in ungünstigen Gängen fährt.

Die einfachste Möglichkeit günstige/ungünstige Gänge zu verstehen ist die Folgende:

  • stell Dir vor Du hättest vorne nur EIN KETTENRAD was genau mittig sitzt.
  • dann könntest Du ziemlich alle Gänge hinten schalten bis auf vielleicht das allerkleinste und das allergrößte Ritzel, ohne dass die Kette sehr schräg laufen muß.
  • Das mittlere Kettenrad von Deiner 3-fach Kurbel sitzt tatsächlich in etwa mittig, also fährst Du einfach genau wie unter EIN KETTENRAD beschrieben, logisch oder?
  • Wenn es richtig schnell gehen soll schaltest Du aufs große vordere Kettenrad.
  • Weil das weiter außen sitzt solltest Du Dich auf die Verwendung der 3-4 KLEINSTEN HINTEREN RITZEL beschränken damit die Kette nicht zu schräg läuft.
  • Wenn Du eine steile Steigung hoch fährst schaltest Du auf das kleine vordere Kettenrad
  • Weil das weiter innen sitzt solltest Du Dich auf die Verwendung der 3-4 GRÖSSTEN HINTEREN RITZEL beschränken damit die Kette nicht zu schräg läuft.

So einfach ist das.

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