Welche Religionen müßen in Deutschland Kirchensteuer zahlen?

5 Antworten

Auch die Altkatholischen zahlen seit einigen Jahren Kirchensteuer.

Hallo Geborg, da liegst Du aber völlig daneben. Von den 8,8 Milliarden Kirchensteuern werden lediglich 10% für öffentliche soziale Leistungen ausgegeben. Der Löwenanteil wird für Gemeindearbeit und Verwaltung aufgewendet. Soziale Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft werden zu 80-100% vom Staat und Dritten finanziert. Bund und Länder müssen nochmal ca. 3,5 Milliarden für die volle Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer bluten. Und wer ist "Bund und Länder" - jeder einzelne Bundesbürger. Nischt ist mit PROVITIEREN. Ganz im Gegenteil, selbst Nichtmitglieder werden zur Kasse gebeten. LeRafu

Vom Staat eingezogen werden nur die Abgaben, die die Katholisch und die Evangelische Kirche erheben. Andere Religionsgemeinschaften haben nicht die Möglichkeit, das Finanzamt als Einzugsstelle zu benutzen. Trotzdem gibt es bei den meisten auch kleinen Religionsgemeinschaften eine gewisse Erwartungshaltung, dass gespendet wird. Alles ganz freiwillig, aber vielleicht als Anhaltspunkt der Zehnte Teil des Einkommens, wie es im alten Testament gefordert wird. Alle Religionsgemeinschaften brauchen Geld und holen sich dies dann von ihren Angehörigen mit moralischen Apellen.

Sollte man sich als religiöser Mensch auch einen religiösen Partner suchen?

Ich bin nämlich sehr religiös (christlich) und würde nur eine Partnerin wollen, die auch Christin ist. Denn ich finde, man muss für eine Partnerschaft Gemeinsamkeiten haben, und eine gemeinsame Religion wäre schon mal eine große Gemeinsamkeit (insbesondere wenn sie für einen wichtig ist), dagegen wäre es eine kritische Differenz, wenn der eine Partner religiös ist und der andere Partner gar nicht.

Denn durch die Religion bzw. durch den Atheismus entstehen ja auch für das Zusammenleben große Differenzen: Es stellt sich die Frage, ab wann man Sex hat, wie man zusammenlebt , ob und wann man heiratet, wie man die Kinder erzieht (religiös oder nicht religiös, streng oder antiautoritär) bis hin zu Fragen, was man macht, wenn die Partnerin ungeplant schwanger ist und/oder das Kind behindert sein wird. All das wären schon mal massive Knackpunkte, wo es zu Streit kommen kann bis hin zur Trennung.

Ja, Trennung ist dann auch noch so eine Sache : Bei Atheisten ist es ja oft so, dass sie sich wahrscheinlich ganz schnell trennen von einem Partner, während man sich als religiöser Mensch höchstens in Notfällen überhaupt trennen dürfte. Und auch Sachen wie Affären oder Fremdgehen sind m.E. bei Atheisten alltäglich, aber bei religiösen Menschen ein absoltes NoGo. Aber ich glaube, es kommt auch auf die Religion an, da gibt es unterschiedliche Sichtweisen und Regeln. Bei Muslimen ist es z.B. kein Problem, wenn die Frau eine andere Religion hat, allerdings sind männlichen Nachkommen (oder auch die weiblichen ?) automatisch Muslime, aus islamischer Sicht. Bei Buddhisten und Hindus ist eine interreligiöse Bezeihung auch ok, soweit ich weiß.

Wahrscheinlich muss das eben auch jeder für sich selbst entscheiden, ob er innerhalb seiner Religion einen Partner finden möchte oder ob es ihm egal ist, an was der Partner glaubt. Für mich käme es nicht in Frage, da ich bei einer nichtreligiösen Partnerin davon ausgehen muss oder wenigstens damit rechnen müsste, dass genannte Probleme aufkommen, also sie gleich Sex will, sie nicht so schnell heiraten will, fremdgehen würde und ein ungeplantes oder behindertes Kind abtreiben würde.

Mit so einer Person könnte ich nicht zusammenleben. Ich denke, da könnte ich noch besser mit jemandem zusammenleben, der statt gar keiner Religion eine andere Religion hat als ich, weil ich denke, dass es generell zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen mehr Gemeinsamkeiten gibt als zwischen Menschen mit Religion und Atheisten oder nichtreligiösen Menschen.

Und dann stellt sich auch für religiöse Partner aus religiöser Sicht die Frage, wenn sie glauben, dass es eine Hölle oder irgendetwas in der Art gibt, dass der nichtreligiöse Partner da ja wahrscheinlich hinkommen könnte nach dem Tod. Allerdings ist es im Christentum so, dass Ehe rein diesseitig ist und es im Jenseits so etwas nicht geben wird, von daher wäre das vielleicht nicht so wichtig, da es ja nur für das Diesseits ist.

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Sind Katholischen die "neuen Juden"?

(Ich gebe ja zu, dass die Frage etwas provokant ist.)

Ich bin männlich, 17 Jahre alt; überzeugter Katholik und engagiere mich bei der Katholischen Jugend. So weit, so gut.

Ich mache allerdings immer öfter die Erfahrung, dass Katholiken immer mehr gehänselt, veralbert und geärgert werden. (Ich spreche jetzt nicht von berechtigter Kritik)

-Seitdem ich in der Klasse zugegeben habe, dass ich sonntags in die Kirche gehe und ich den Gottesdienst sogar "erbaulich" finde, werden nur noch dumme Sprüche über mich gerissen.

-Auf Klassenfahrt wollten mich viele nicht im Zimmer haben, weil sie meinten, sie wollen nicht mit dem "Papst" in ein Zimmer.

- Da ich einen Ausbildungsplatz suche, führe ich immer wieder Bewerbungsgespräche; wenn ich da nach meinen Hobbys gefragt werde und ich sage, dass ich mich für die Kirche einsetze bekomme ich immer seltsame Gesichtsausdrücke zu sehen.

Und das obwohl ich in einer katholischen Gegend wohne.

Ich muss dazu sagen, dass ich ein ganz normaler Junge bin. Ich versuche so gut wie niemanden zu "missionieren" oder meine Werte aufzuschwätzen. Ich verhalte mich wie jeder andere Jugendliche auch.

Vielen anderen aus der katholischen Jugend geht es ebenso.

Warum kann man es nicht einfach respektieren, dass wir uns in der Kirche eben wohl fühlen? Dass wir Prozessionen schön finden und Liturgie? Warum ist das ein Grund, uns zu mobben? Oder provokant: Sind Katholiken die neuen Juden?

(PS. Und ich weiß schon, dass ich auch hier dafür beleidigende und kirchenfeindliche Kommentare bekomme.)

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