Welche Epochen werden in Schillers "Die Räuber" radikalisiert und warum?

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2 Antworten

Hallihallo,

hast du das Drama gelesen?

Es treten unter anderem Figuren auf, die sich hauptsächlich durch ihre große Emotionalität auszeichnen und dadurch der Empfindsamkeit zugeordnet werden können, während andere als stets rationale und aufgeklärte Akteure beschrieben werden. Ebenso kann beispielsweise Karl von Moor, als Idealisierung und Verkörperung der Motive der Stürmer und Dränger gesehen werden.

Amalia lässt sich beispielsweise nur und ausschließlich durch ihre Gefühle leiten. So nimmt sie beispielsweise die Todesnachricht Karls mit merklicher Bestürzung auf, als sie dann erfährt, dass er doch noch lebt, bricht sie in Freude und Euphorie aus, kommt jedoch nicht auf die Idee einfach mal nach ihm zu suchen... Später, als sie ihn dann in seiner Verkleidung trifft, erkennt sie ihn nicht... dazu müsste sie ja denken. Das kriegt sie nicht hin. :)

Nee, im Ernst... die Figur der Amalia ist meiner Meinung nach die schlimmste fiktionale Figur überhaupt. 

Komplett Passiv, wandelt nur in ihrer eigenen Welt, ohne irgendetwas zu hinterfragen und lässt sich am Ende umbringen, nur um die Ereignisse nicht verarbeiten zu müssen.

Schiller ist ein super Autor. Aber die Räuber finde ich schrecklich. Das ganze ist Satire, aber meiner Meinung nach viel zu überspitzt.

Deswegen die Frage, ob du es gelesen hast.

Amalia verkörpert die Empfindsamkeit (Gefühle über Verstand) mit dem Holzhammer. Der alte Moor eigentlich auch. 

Franz verkörpert die Aufklärung (Verstand über Gefühle). Er zeigt keinerlei Gefühle, handelt rational (will regieren - Karl ist Erbe - Karl muss weg - Vater muss weg) und lässt sich auch sonst zu wirklich keiner Emotion hinreißen.

Karl verkörpert den Sturm und Drang (Verstand + Gefühle). Er schwankt zwischen Gefühlsduselei und Rationalität. 

Könnte dir jetzt mehr Beispiele bringen. Aber so als Denkanstoß reicht das, oder?

 

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Robbenteddy 08.10.2017, 15:58

Danke

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Robbenteddy 08.10.2017, 16:00
@Robbenteddy

Achja, ich habe das Buch gelesen. Ist aber schon lange her. Konnte mich erinnern, das es mir nicht gefallen hat. Aber mehr nicht :,)

Komme mit der Hilfe aber super weiter!

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paulklaus 09.10.2017, 12:20
@Robbenteddy

Super-Antwort !

Dennoch: "Radikalisierung von Epochen" ist (vom Lehrer) schon unglücklich formuliert ! Als Autor könnte man eine Epoche (oder Epochen) exzessiv "nutzen", aber "radikalisieren" ??

Ich denke an Goethes vor Gefühlen triefenden Sturm & Drang-"Werther" oder an "Iphigenie auf Tauris", wo G. die klassische Tragödie nutzt, um das antike edle Menschentum VÖLLIG ÜBERHÖHT darzustellen, was er lange nach Veröffentlichung zutiefst bedauerte...

pk

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Danke Ichchen

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