Was würdet Ihr als Lehrer den Schülern sagen, wenn die Mehrheit den Klaps auf den Po ok. findet?

16 Antworten

Wie der perfekte Pädagoge reagieren würde, weiß ich natürlich nicht. :-)

Aber ich zitiere gerne nochmal die Antwort, die ich an anderer Stelle zu demselben Thema gegeben habe:

"

Meine Oma hat den Krieg und die darauf folgende Zeit des Mangels erlebt. Es hat ihr nicht geschadet - im Gegenteil: Durch diese Erfahrungen weiß sie einfache Dinge wirklich zu schätzen, kann sich an Kleinigkeiten erfreuen und sehr sehr gut haushalten. Sie ist eine wirklich tolle und toughe Frau geworden.

.

Als Kind hab ich mir mal das Bein gebrochen und musste während des Nordseeurlaubs, auf den ich mich seit Wochen gefreut hatte, am Strand bleiben und wurde mit dem Rollstuhl durch den Urlaub geschoben. Ich habe keine bleibenden Schäden davongetragen - es hat mir also nicht geschadet. Im Gegenteil - ich habe viel mehr von Norddeich gesehen, als ich es getan hätte, wenn ich nur am Strand gelegen hätte. Habe gelernt, wie es für jemanden ist, der im Rollstuhl sitzt und ständig angeschaut wird und habe dadurch wirklich eine andere Sicht auf einige Dinge bekommen.

.

Vor einigen Jahren hat mir - ich war mit dem Rad unterwegs - ein Autofahrer die Vorfahrt genommen, ich bin frontal und aus voller Geschwindigkeit in die Seitentür gerauscht und hab zusammen mit dem Rad einen Salto über das Auto gemacht. Zum Glück ist außer einer leichten Schürfwunde am Arm und einem verbogenen Vorderrad nichts weiter passiert - es hat mir nichts geschadet, im Gegenteil: Seither achte ich immer darauf, dass meine Bremsen perfekt gewartet sind, ich arbeite an meiner Reaktion und rechne immer damit, dass mir irgendwas vor's Rad läuft, rollt oder fährt.

.

Ist das jedoch ein Grund, dass ich Menschen wünsche, sie mögen in Zeiten des Mangels aufwachsen, sich Beine brechen und vor Autos knallen? Nein. Ganz gewiss nicht. Ganz im Gegenteil: Ich wünsche das niemanden und würde jeden für völlig irre erklären, der seine Kinder oder Mitmenschen absichtlich in so eine Situation bringt.

Damit meine ich: Gewalt, egal ob physisch (und das geht nach meinem Empfinden bei dem Klaps auf den Po los - denn damit ist eine Schwelle überschritten!) oder psychisch, ist kein probates Erziehungsmittel. Meine Lehrerin hat mich auch geschlagen - meines Erachtens zu Unrecht, sicherlich auch ein oder zweimal ihrem Empfinden nach zurecht. Ich hab sie in guter Erinnerung, weil sie ansonsten eine gute Lehrerin war. Aber für die Schläge verachte ich sie und halte sie in dieser Beziehung schlicht für unfähig.

.

Ein Kind muss seine Grenzen kennenlernen. Keine Frage. Es braucht Grenzen und eine konsequente Erziehung. Aber Konsequenz und Grenzen müssen nicht mit Selbstschusssanlagen und sinnlosen Strafen durchgesetzt werden. Erziehung, die auf Vertrauen, Liebe und positiven Erlebnissen beruht, ist in meinen Augen deutlich erfolgreicher.

Das bedeutet für mich nicht, dass jemand, der seine Kindern ab und an mit einem Klaps versorgt, sie nicht liebt oder dass sie ihm nicht vertrauen. Aber das Grundvertrauen in die Liebe der Eltern und darin, dass das Kind mit absolut jedem Problem zu ihnen kommen kann, also nicht lügen muss, um etwas zu verbergen - ist einfach dahin, wenn das Kind mit Schlägen rechnen muss.

.

Schläge erzeugen Angst, Misstrauen und verleiten zur Lüge, um der Strafe zu entgehen. Und das halte ich für den falschen Erziehungsansatz. Für den vollkommen falschen."

Klapps auf den Hintern?

Sehr gute Antwort! Perfekt!

0

Es ist verständlich, wenn Eltern mal die Nerven durchgehen.

Aber es ist nicht akzeptabel, wenn sie in diesem Moment unkontrolliert klappsen, schlagen, schubsen, what ever.

Es geht definitiv ohne. Ich hab früher auch mal eine auf den A.rsch bekommen - hat mich nicht davor bewahrt, weitere Fehler zu machen.

Habs bei meinem Sohn nie gemacht. Wenn Strafe sein musste, dann bezogen auf das, was vorgefallen war.

Und aus ihm ist ein ausgesprochen angenehmer Teenager geworden, der für gesprochene Argumente durchaus offen ist und respektvoll mit sich und seiner Umwelt umgeht.

Mal ein Beispiel - Mobbing in der Klasse. Er war 12 und Mitläufer. Es kam mir zu Ohren und es gab ein langes Gespräch zwischen uns beiden über das warum und weswegen, richtig und falsch. Abends habe ich die Lehrerin angerufen, die wiederum einen Rundruf bei allen betroffenen Eltern startete.

Am nächsten Tag tauchten die meisten der betroffenen Eltern gleich zur ersten Stunde mit in der Schule auf und das Thema wurde in der Unterrichtsstunde offen und ehrlich mit den Kindern besprochen.

Ende vom Lied - das Opfer konnte wieder voll in die Klasse integriert werden. Ob das mit Dresche auch funktioniert hätte? Glaub nicht...

Was ist Gewalt? Entscheidend ist ja, dass die Methode gegen den Willen des Betroffenen durchgeführt wird. Wenn also ein Mitschüler nichts dagegen hat, einen Klaps auf den Po zu bekommen, kann er es nicht als Gewalt empfinden. Es soll ja auch Menschen geben, die Lust dabei empfinden, Schmerzen zugefügt zu bekommen. Aber es geschieht dann nicht gegen ihren Willen! So gesehen keine Gewalt, sondern eine Praktik.

Bei (Ober-)Schülern ist es häufig so, dass sie es mehr als Gewalt empfinden, von dem Lehrer vor der Klasse bloßgestellt zu werden, als eine Ohrfeige zu bekommen. Was ich verstehen kann. Denn die Gewaltthematik orientiert sich in Schulen viel zu sehr auf die körperliche Form. Die psychische Gewalt, die mehr oder weniger subtil von Lehrern angewendet wird, ist oftmals viel schlimmer und tiefgreifender. Über diesen Aspekt würde ich reden. Welche Arten der "Verletzung" wirken besonders stark?

Bei der körperlichen Gewalt ist das Problem der Abgrenzung. Gegen einen Klaps auf den Po wäre schwer etwas einzuwenden, aber wo sind die Grenzen? Und können sie eingehalten werden? Die völlige Unkörperlichkeit in Schulen finde ich auch zweifelhaft. Anerkennend auf die Schulter zu klopfen, kann schon als "Gewalt" ausgelegt werden, oder als Übergriff...

Dass es in einer anständigen Demokratie auf die Meinung der Allgemeinheit nicht ankommt!!! Nein, mal ohne Quatsch: Nur weil viele etwas in Ordnung finden, ist es das noch lange nicht. In unseren Grundrechten ist die Erziehung ohen körperliche Gewalt geregelt, und das ist auch gut so.

Der Klaps kommt immer drauf wie alt das Kind ist und warum. Beispiel kleines zweijähriges Kind will auf einen Heiße Herdplatte greifen. Dann geb ich lieber einen Klpaps bevor es sich schwer verbrennungen holt.

0
@JimiHendrix

Dann lernt das Kind immer noch nicht, wie gefährlich eine heiße Herplatte ist. Wir haben damals die Hand unserer Kinder auf die Herdplatte gedrückt (natürlich nur warm, nicht heiß!) und sie spüren lassen, warum wir sie davor warnten. Anschließend haben wir die Platte heiß werden lassen und ein Tempo draufgelegt. DARAUS haben sie gelernt, warum sie da nicht hinfassen sollten, und nicht durch Gewalt.

0
@JimiHendrix

Guten Tag,

Und meine Kinder haben vor fünf (Einsichtsfähigkeit) nix in der Küche zu suchen " Küchenverbot".

Ich kann ihnen auch ein Staekmesser in die Hand drücken ... gell ;)))

Und gesichert ist die Platte auch

S E L B S T V E R S T Ä N D L I C H

Oder ?!?

LG

0

Wie Alt sind die Schüler? Im Erzieheralter, also das sie selbst bald Kinder bekommen, oder bekommen sie noch den ein oder anderen Klaps?

Im ersten Fall würde ich schon versuchen ihnen klar zu machen, dass dies ein Zeichen von Überforderung ist und es einfach bessere Wege gibt und diese auch aufzeigen.

Im zweiten Fall finde ich ehrlich gesagt solang es ein Klaps ist schadet er niemandem, mehr geht aber gar nicht.

Was möchtest Du wissen?