Was war das wirkliche Ziel der 68er-Bewegung?

7 Antworten

Unter den Talaren, der Muff von tausend Jahren.

Die 68'er Revolte war eigentlich die klassische Studentenrevolution und der Kampf gegen die aus unserer heutigen Sicht extrem strengen Sitten und Gewohnheiten. Freiheit war das Ziel. Man wollte sich nicht mehr gängeln lassen und Veränderungen in Richtung selbstbestimmten Leben herbeiführen.

Es war auch der Beginn des bewaffneten Kampfes der Ultralinken gegen den Staat (RAF). Auch wenn die ersten Auftritte der RAF etwas später kamen, die geistige Brandstiftung erfolgte durch die Studentenrevolution.

Ein wirkliches Ziel gab es in der Form nicht. Vielmehr wurde eine Infragestellung der gesellschaftlichen Verhältnisse angestrebt ubd auch erreicht. Ich gebe mal ein paar Stichpunkte:

  • "68" ist eine Jahreszahl. In dieser Zeit ging die Ära Konrad Adenauers zu Ende. Neugründung der BRD, Wiederbewaffnung, Etablierung alter Nazi-Eliten ("Es gab ja keine Anderen!"), ideologische Abgrenzung gegenüber Osteuropa und der DDR.

  • gesellschaftliche Verklemmtheit: meine Eltern heirateten 1965. Bis zur Verlobung haben sie sich gesiezt! Auch an den Unis siezten sich die Studenten untereinander. Dagegen standen die Pille, die auf den Markt kam hnd die "Verfreiheitlichung" von Sexualität.

-Das "Wirtschaftswunder": West-Deutschlands Wirtschaft war so richtig in Fahrt. Das Erreichen eines gewissen Wohlstands war für Viele wichtig, um die Traumatischen Folgen von Krieg (Tod des Vaters, Ausbombung, Flucht, Vertreibung) irgendwie zu bearbeiten/bewältigen/verdrängen.

Die Impulse aus den 68ern reichen bis in unsere heutige Zeit. Weniger in einem Macht-Wechsel, aber in einem Wandel der politischen Kultur von der Obrigkeitsgesellschaft zur mündigen-Bürger-Gesellschaft.

Und ohne die vielen VordenkerInnen gäbe es ganz andere Frauen-/ Schwulen-/ Umwelt- und Friedensbewegung.

In der Schule hört man vielleicht von Jubel-Persern, Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke, von Kommune 1 oder Antiautoritären Erziehung oder der RAF. "Die 68er" waren jedoch auch viele, viele Diskussionen am Küchentisch.

Die sog. 68er- Bewegung gab es in fast allen westlichen Ländern. Sie wollten in erster Linie eine offenere Gesellschaft und die kritische Auseinandersetzung mit der NS- Vergangenheit.

Was möchtest Du wissen?