Was tun wenn das Kind bei einem Streit immer wieder provoziert und diskutiert?

15 Antworten

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Das kenne ich leider viel zu gut.

Meine Große hatte diese schreckliche Phase auch.

Ich habe ihr immer 3 Alternativen geboten. Passte keine,

Pech gehabt.

Sie kann denken, also soll sie es auch nutzen.

In diesem Alter loten sie ihre Grenzen aus, werden provokant, wollen immer das letzte Wort haben.

Ich dachte dann immer

"Gut, soll sie das letzte Wort haben",

drehte mich um und verließ das Zimmer.

Fertig und Aus.

Sie konnte hinter mir herlaufen, schimpfen oder was auch immer, ich hatte sie ab da völlig ignoriert.

Es wird besser, heute habe ich wieder ein inniges Verhältnis mit ihr, sie ist mittlerweile 18 Jahre alt.

Zuerst ist es immer gut, zu verstehen. Warum ist sie so, wie sie ist? Vielleicht weil sie in einer vorpubertären Phase ist und ihr Verhalten dazugehört? Ich kann es hier nicht genau beurteilen. Aber sicherlich Du, wenn Du alles noch etwas auf Dich wirken lässt. In der Pubertät dann, lassen Jugendliche ihre Kindheit zurück und wollen und müssen sich zu Erwachsenen entwickeln. Das ist eine Forderung des Lebens. Sie machen das nicht aus Bosheit. Sie wollen alles in Frage stellen und sich immer wieder Schritt für Schritt von den Eltern lösen. Dies gelingt leichter, wenn man sich zuvor eine schlechte Atmosphäre geschaffen hat. Sie wollen sich selbst finden und machen dafür alles, was sie bisher gelernt und geprägt hat, schlecht - sie wollen all die anderen Möglichkeiten und Seiten im Leben kennenlernen. Sie wollen alles anders machen und in Frage stellen, was sie bisher erlebt haben. Das ist nicht gegen die Eltern gemeint, sondern eine Forderung des Lebens.

Alternativen sollst Du ihr gar nicht bieten. Sie ist wohl alt genug. Du mußt ihr nichts mehr zum Trinken anbieten. Hilf ihr lieber, selbständig zu werden.

Auch finde ich nicht, daß Du ruhig bleiben sollst. Für was denn? Natürlich darfst Du auch mal sauer sein und meist hebt sich dabei die Stimme und wird lauter. Ist doch ganz normal. Sie braucht Reibungen - auch noch viele Jahre lang.

Finde ein Mittelmaß für Dich selbst. Informiere Dich über die Pubertät mit all ihren Phasen......, damit Du verstehen kannst und weißt, wie du sie am besten begleiten kannst und halte trotzdem Deine Grenzen ein und stehe zu ihnen.

In der Pubertät ist es auch für die Jugendlichen sehr schwierig. Es ist auch für sie eine heftige Phase. Oft mögen sie sich selbst nicht. Daß es beim Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen immer wieder mal zum Ruckeln kommt, finde ich ganz normal.

Es gibt im Leben mehrere Übergangsphasen. Oft wollen wir diese geforderte Veränderung gar nicht annehmen, sondern lieber so weitermachen, wie wir es bisher gewohnt waren. Vielleicht trifft dies ja auch bei Dir zu?

Eine sehr differenzierte und lebensnahe Antwort!

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Ich neige auch wie Thalia1 dazu, mich nicht mit "Pubertät" als immer passender Erklärung aller Probleme zufriedenzugeben. Für die Phase der totalen Aufmüpfigkeit ist ein Alter von 10 Jahren ein bisschen früh, finde ich. Leider schreibst Du nicht, Wann und unter welchen Umständen du mit Mann und Kind zusammengekommen bist, warum z. B. deine "Stieftochter" bei ihrem Vater lebt, wie du und dein Partner bei den Interaktionen mit ihr zusammenwirkt. Ich habe mich 10 Jahre mit einer Situation als "Patchworkfamilienmutter" herumgeschlagen und weiß, wie kompliziert eine derartige neu konstruierte soziale Zelle für alle Beteiligten ist. Ohnehin neigt eine Konstellation von 3 Personen zu Spannungen, weil einer sich in der Regel im Hintertreffen fühlt. Ich würde dir auf jeden Fall raten, dass Du und Dein Mann Euer "Einigsein" (was ja für Dich grundsätzlich sehr hilfreich ist) nicht in geballter Ladung in Richtung des Mädchens zielen solltet. Es ist bei Konflikten sicher menschlicher, ihm jeweils einzeln entgegenzutreten, wobei der primär nicht Angesprochene sich zurückhält. Die Kleine fühlt sich sonst hoffnungslos unterlegen, wozu sicher noch eine Portion Eifersucht tritt (völlig normal aus ihrer Sicht). Und aus dem Gefühl der aussichtslosen Position erwächst viel Trotz und Aggression. Du wirst viel Geduld und Toleranz brauchen; denk immer, dass die Tochter deines Partners nicht in Deinen Schuhen geht, d.h. eine andere Wahrnehmung der Situation hat. Und gestatte Dir, Deine Gefühle des Zorns zu haben. Du bist auch (nur) ein Mensch. Alles Gute Euch Dreien!.

Pubertät ist natürlich ein Stichwort. Aber ich würde auch gerne wissen, wie lange ihr schon als Patchwork-Familie zusammenlebt. Könnte ja auch sein, dass Eure Tochter Aufmerksamkeit braucht und die auf diese Weise zum Vorschein kommt. Wie konnte sie die Trennung von der leiblichen Mutter verarbeiten? Gibt es vielleicht andere Anzeichen, wie z. B. ADHS oder ähnliches. Ist sie ein glückliches Kind? Da muss man mal hingucken, denke ich!

Wichtig ist, daß Du und Dein Mann, daß ihr zwei fest zusammen haltet, und da muß sie durch . Meine 11-jährige Tochter ist grad in der selben Situation, da haben die Kinder ein Problem, weil sie nicht genau wissen wo sie hingehören, noch zu Kindern oder zu Teenagern. In der Zeit finden sie Ihren Platz, und brauchen mehr Grenzen und Unterstützung als wenn sie Klein sind. Mein Sohn (14) der kommt da langsam raus, aber das war manchmel eine richtige Zerreißprobe. Nicht nachgeben, das gibt sich wieder, dauert halt. Viel Glück dabei

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