Was tun nach der Ausbildung wenn einem der Beruf nicht gefällt?

5 Antworten

ich hab auch mit 20 meine Ausbildung zum Industriemechaniker abgeschlossen und dann die Branche komplett gewechselt- allerdings dann noch studiert. Die Sache mit dem Geld kann ich gut verstehen - wenn dir diese so wichtig ist wäre wohl am einfachsten als Mechaniker zu arbeiten und sich nebenbei zu qualifizieren für was anderes. Für einen "anständigen" Büro-Job brauchst du allerdings nicht nur Zusatzqualifikationen, sondern eine komplette Ausbildung (ggf. verkürzt) oder ein Studium.

Als Industriemechaniker hast du zuallererst die Möglichkeit zur Weiterbildung als Techniker (Abendkurse und Fernkurse zB).

Bereits als Techniker ist dein Einsatzgebiet auf das Büro erweitert und kann dir dementsprechend bei der Suche nach einer Neuanstellung bzw einem Einsatzbereichswechsel an deinem derzeitgen Arbeitsplatz helfen. Teilweise hilft dir der Lehrbetrieb hier auch weiter, sofern er eben offene Stellen oder Bedarf in diesen Bereichen hat und der Anfragende den Einsatz und die sozialen Kompetenzen dazu zeigt.

Wenn du bereits die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife hast (Technikerabschluss entspricht übrigens einer fachgebundenen HR), kannst du zusätzlich auch nebenbei oder wieder über den Betrieb studieren. Neben dem BWL-Studium bieten sich auch Studiengänge wie Technik und Wirtschaft, Wirtschaftsingenieur und Energietechnik/Erneuerbare Energien an.

Wenn dir das zu lange dauert oder du nicht der Studientyp bist, kannst du dich entweder Umschulen lassen (da du Geld brauchst, hieße das soviel wie zweiten Ausbildungsbetrieb finden oder eben in deinem Betrieb hierzu Hilfe bekommen) oder per Abend- bzw Fernstudium neben deiner aktuellen Arbeit noch zertifzierte Lehrgänge im Bürobereich zu machen.

Noch zwei Sachen zum Schluss: 

Die Möglichkeit bei deinem Betrieb anzufragen, ist zwar selten, sollte jedoch bei gutem Verhältnis zu den Chefs und Ausbildern niemals ungeachtet liegen gelassen werden.

Wegen des Geldes für einen Umzug könntest du evtl. zusätzlich je nach weiterem Weg Bildungsgutschein, Wohngeld, Bafög (Studium bzw schulische Ausbildung ohne Gehalt) oder BaB (betr. Ausbildung mit Gehalt) zur Unterstützung beantragen. Infos und Rechner sind auch im Internet leicht zu finden, genauso wie fachbezogene Foren ;)

Wer nicht schon WÄHREND der Ausbildung merkt, dass ihm der angestrebte Beruf KEINE rechte Freude machen wird, der kann sich prinzipiell "einsargen" lassen: Eine Ausbildung auf Biegen und Brechen NUR deshalb zu Ende führen zu wollen, weil man sie angefangen hat, halte ICH für falsch: habe selbst diverses angefangen und nicht zu Ende gebracht, Nützlich waren mir letzten Endes ALLE Versuche+Anläufe.


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