Was sind Opfernarrative?

4 Antworten

Opfernarrative: oft kritisch gebraucht.

Wenn Gruppen sich als Opfer in der Geschichte und Gegenwart darstellen und alles, was sie erleben, aus der Opferrolle ableiten.

Beispiel: Ein Kind erlebt sich in der Schulklasse als Opfer anderer Kinder. Nun kann es anfangen, ALLES aus der Opfersicht zu deuten. Wenn es eine Mathearbeit verhaut, erklärt es das als Folge seiner Opferrolle: Ich bin eben Opfer, ich kann kein Mathe. Schuld sind dann eben die Mobber, auch da, wo das Kind selbst verantwortlich ist. Der Kopf des Kindes ist voll von dem Opfernarrativ, d. h.  von 1000 Geschichten, in denen das Kind Opfer war.

Wenn  solche Einstellungen sich verfestigen, kann  das Kind ein Problem bekommen: Es wird alles auf "Schuldige" schieben, statt zu überlegen, wo es selbst etwas ändern könnte und sollte, z. B. mehr Mathe lernen.

Das Opfernarrativ kann bequem und anspruchsvoll machen. Andere Leute reagieren auf "Opfer" oft besonders nachsichtig: "Opfer" haben angeblich immer recht, man muss ihnen immer besonders helfen. Oft wird gar nicht mehr gefragt, ob das "Opfer" wirklich immer Opfer ist, oder ob es nicht oft auch Täter ist. 

Nach den Kölner Sexübergriffen staunten manche, weil das Opfernarrativ, die Erzählungen von den vermeintlich immer hilflosen, armen Flüchtlingen, den "Opfern",  nicht zu den brutalen Übergriffen passten. 



Kasus, die Erzählung...trifft es nicht.
casus bellus, casus (Ezählung), bellus (Krieg)

Wir nähern uns der Sache.
Ergebnis eines Krieges sind Opfer.
Überlebende Opfer haben auch etwas zu erzählen, dass aus Unrecht kein
Recht werden kann.

Die Frage ist mithin, wie kann man Opfer für ergangenes Unrecht entschädigen?
Das ist das von Dir gesuchte Narrativ.

Oper = diejenigen, die leiden mussten

Narrativ = Erzählung

d.h. man bittet die Opfer darum, frei über diese Zeit und was sie erlebt haben zu erzählen.

October

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