was sind die merkmale für ein typisches gleichnis?

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In der jüdischen Theologie werden theologische Fragen nicht über den Versuch einer Definition beschrieben, wie das in der europäischen Philosophie und Theologie seit Platon und Aristoteles üblich ist, sondern mit Hilfe von Geschichten, die eine gewisse Deutungsbreite zulassen - die Evangelien und die in den Evangelien enthaltenen von Jesus erzählten Geschichten sind eine solchen Form von Theologie.
Zum Titel Gleichnis kamen sie, weil viele Geschichten in den Evangelien mit "Das Himmelreich gleicht ..." eingeleitet werden.
Viel genauer wirst du es nicht bekommen, ohne in eine wissenschaftliche Diskussion verstrickt zu werden - vergleiche dazu den Wikipedia-Artikel zum Thema "Gleichnis" - insbesondere die dazugehörende Diskussion
Dort wird auch deutlich, dass es natürlich auch Gleichnisse gibt, die nicht zum christlichen Bereich gehören. Aber letzlich funktionieren sie genauso.

etwas kompliziertes wird mit einfachen worten umschrieben und erklärt

Ein Gleichnis erklärt etwas Neues, bisher Unbekanntes durch eine anschauliche Schilderung einer vergleichbaren Situation, die sich auf einer anderen Ebene abspielt. Etwa kann man sagen: Frauen sind wie Wolken, sie bewegen sich manchmal höher, manchmal tiefer, manchmal schneller, manchmal langsamer, zwischen Himmel und Erde.

Ein Gleichnis will etwas (eigentlich Unvergleichliches) vergleichen, bezieht sich aber immer nur auf einen Punkt als Vergleichspunkt. Du kannst also nicht weitere Strukturen übertragen, die dir wichtiger erscheinen als der genannte.

In Gleichnissen, will man etwas verdeutlichen, was man in Worte nicht so ausdrücken kann, dass sie nachvollziehbar werden. Ein Gleichnis ist so gewählt, dass man nachempfinden kann, was wahrlich gemeint ist. GALLARIAOY

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