Kindern erklären, was ein Gleichnis ist...

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Es ist ja schon einiges geschrieben worden, was ein Gleichnis ist, hier vor allem sehr schön von "Nadelwald" formuliert.

Ich denke aber, du solltest da einen ganz anderen Ansatz nehmen. Die Zweitklässler sind sieben- und achtjährige Kinder und damit noch auf einer geistigen Entwicklungsstufe, wo man noch alles ganz konkret nimmt und wo der Unterschied zwischen Realität und Erzählung noch gar nicht interessiert (das fängt erst so mit neun Jahren an).

Kinder würden sich langweilen, wenn du die Gleichnisse versuchen würdest, mit intellektuellen Worten hinterher nochmal zu erklären. Was in diesem Alter für die Kinder ansprechend ist, ist das konkrete Erleben. Du kannst den Kindern das Gleichnis in lebendiger Weise ausgeschmückt erzählen, so dass sie mit allen Sinnen sich in die Erzählung hineinversetzen können. Du kannst mit ihnen auch ein Rollenspiel daraus machen. Und du kannst sie ein Bild dazu malen lassen. In dieser kreativen und sinnlichen Weise setzen sich Kinder viel mehr damit auseinander und sie behalten es im Gedächtnis. Alles weitere kann man dann in späteren Schulklasen bringen.

Die Kinder kennen das Wort "Vergleich". Auch im Deutschunterricht könnten hier Vergleiche durchgenommen werden.

Allerdings ist es überfordernd, sie dies alles voll verstehen zu lassen. Metaphern zb sagt man auch, können die Kinder erst ab der 5. Klasse richtig verstehen. Denn dazu ist auch ein "um die Ecke denken" nötig. Beschäftige dich da nochmal mit Piaget.

Beispiel: "verlorener Sohn"- dies ist eine Metapher für einen Anhänger Christi, der sich abgewand hat und Gott wird als Vater empfunden, eine Metapher für einen sorgenden und liebenden Gott.

Such dir nur EINEN bildhaften Vergleich und mehrer Alltagssituationen und lass sie malen, was daran ähnlich ist.

Hallo Eliij,

das Zweitklässlern auseinanderzusetzen ist schon schwierig, wenn man bedenkt was Gleichnisse sind und wie da die Unterscheidungen sind.

Darüber müsstest du dann selbst erst mal genau Bescheid wissen. Auf der Basis deines Wissens könntest du dann nach dem Gesichtspunkt arbeiten: So einfach wie möglich, aber sachlich richtig, so dass du später nicht korrigieren musst.

Versuch das mal anhand einer beliebigen einfachen Fabel: Gleichnisse als spachliches Bild, um etwas zu verdeutlichen.

Zur fachlichen Information: (für dich als Hintergrundwissen! - nicht für die Schüler!)

Gleichnisse sind eine typische Redeform der Rabbiner, in der sie etwas erklären wollen Ganz allgemein: Biblische Bildrede (Maschal), in der etwas erzählt wird, um eine Aussage zu illustrieren.. Dabei sind auch Abweichungen von der Realität möglich. )Zum Beispiel wird im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen gesagt, dass die Türe am Schluss geschlossen ist. Das war bei einer Hochzeit gar nicht der Fall.)

Ein Gleichnis läuft nach den Gesetzen einer volkstümlichen Erzählung ab: Oft sind es nicht mehr als drei Personen, nie zwei gleichzeitig verlaufende Vorgänge, selten schmückendes Beiwerk, selten Gefühle oder Gründe, weshalb etwas passiert. Direkte Rede oder Selbstgespräch werden verwendet.

Alle erzählten Einzelheiten habe immer nur die Funktion, zu einem einzigen Vergleichspunkt zu kommen. (Ausnahme ist die Allegorie, etwa das Gleichnis von der königlichen Hochzeit) Ziel des Gleichnisses ist oft eine Herausforderung an den Hörerkreis und eine Aufforderung, sich in bestimmter Weise zu verhalten.

Beispiel: Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen: Mt 25,1-13 (Lesen!): Es beginnt: „Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie …..“ Es nun wird ausführlich eine Situation in Einzelheiten geschildert. Ob realistisch oder nicht, einziger Vergleichspunkt ist, dass einige wachsam sind, andere nicht. - Intention ist der Schluss mit der Handlungsaufforderung: „ Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“

In ähnlicher Weise kannst du das bei allen anderen Gleichnissen feststellen mit den Fragestellungen: Wer redet hier? Zu wem redet er? Ist die Ausgangsfrage? Was ist der Vergleichspunkt damit? Was ist das Ziel, mit der die ganze Sache erzählt wird?

Man unterscheidet nach Inhalt:

Reich-Gottes (Senfkorn, Sauerteig, Schatz im Acker, Perle)

Krisis ((Feigenbaum, Ungetreuer Verwalter, Vom großen Gastmahl, Die zehn Jungfrauen

Von der Art und dem Handeln Gottes (Vom verlorenen Schaf, Von der verlorenen Drachme u.ä.

Über das rechte Verhalten (z.B. Vom barmherzigen Samariter)

Unterscheidung nach Literaturgattung:

Gleichnis im engeren Sinn: ein typischer Zustand: Senfkorn ....

Parabel: ein interessierender Einzelfall (Verlorener Sohn)

Beispielerzählung: ein interessierender Musterfall (Pharisäer und Zöllner)

Allegorie (sehr selten bei Gleichnissen!): frei erfundener Fall, die Deutung ist hier Zug um Zug, jeder Einzelteil hat seinen Vergleichspunkt (Königliche Hochzeit).

Eine Gleichnis ist eine Beispielgeschichte aus, der der Zuhörer was lernen soll. Manchmal sind Gleichnisse wir ein Rätsell, der Zuhörer, soll darüber nachdenken.

wie ein Rätsel

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das ist relativ einfach

du musst nur anhand eines beispiels zeigen das es auf den sinn der geschichte ankommt und nicht der wortwörtliche text entscheident ist

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