Was passiert, wenn man einen nassen Stecker in die Steckdose steckt?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da ich hier schon wieder „Meinungen“ statt fachlich fundierter Antworten lese, muss ich doch noch meine Ausführungen anbringen.

Zuerst einmal: Nässe und Strom vertragen sich sehr gut, aber nur miteinander, für den Menschen kann das aber fatale Folgen haben.

Ein Mensch ist für den Strom schon so kein besonderes Hindernis. Der menschliche Körper hat einen typischen Innenwiderstand von 100 Ohm, was den Menschen ein klein wenig schütz, das ist die Haut – je Übergangsstelle kann man mit zusätzlichen ca. 500 Ohm rechnen. Bekommt man einen Stromquelle von „Hand zu Hand zu fassen, so fließt der Strom über 500 + 100 + 500 Ohm. Ist der zweite Berührungspunkt nicht Hautkontakt sondern Ableitung z.B. über die Schuhe dann kommen nochmals rund 2000 Ohm dazu.

Das erste Problem der Nässe ist: sie macht den(noch relativ) hohen Übergangswiderstand der Haut zunichte.

Das zweite Problem der Nässe ist, sie leitet Strom.

Jetzt aber zum Thema nasser Stecker: Ein Schuko Stecker ist so ausgebildet, dass zuerst die Erdkontakte berühren, bis auch nur ein Hauptkontakt Verbindung erlangt. Das bedeutet, dass die Stecker-Außenhaut sehr nieder ohmig (kleiner 1 Ohm) auf Erdpotential gelegt ist. Der Strom sucht sich bekanntlich den Weg des geringsten Widerstandes und falls durch die Nässe eine leitende Verbindung zwischen den Kontakten besteht, dann wird dieser in erster Linie von Phase zum Nullleiter und von Phase zum Erdungsanschluss fließen.

Gehen wir davon aus, dass der Hautwiderstand an den Fingern zwar durch die Nässe futsch ist, wir aber doch noch in Schuhen stehen und vielleicht nicht gerade Schweißfüße haben, dann bringen wir es doch noch auf 2600 Ohm (statt sonst 3100). Wir (als Mensch) stellen also jetzt einen Parallelwiderstand von 2600 Ohm zum kleiner 1 Ohm Erdungswiderstand dar. Damit wir in dieser Anordnung einen Gefährlichen Strom von mindestens 10 mA abbekommen, müsste ein Fehlerstrom von mindestens 26 Ampere fließen, was durch reine Nässe nicht so einfach möglich ist. Der erste Flutscher würde die Nässe wegtrocknen.

Nun aber zu den Schutzmechanismen.

Unter normalen Umständen würde hier ein 30mA FI Schutzschalter auslösen. Die Auslösezeit liegt bei etwa 30 ms.

Was vermutlich nicht auslösen wird, das ist der für den Kurzschluss zuständige Leitungsschutzschalter. Heute ist es üblich dass mit 16 Ampere B oder C Kennlinie abgesichert wird. Gehen wir von der schnelleren B Kennlinie aus, es müßte der 3 fache Nennstrom sprich 48A über 5 Sekunden hinweg fließen, dass der LS fällt. (beim 2 fachen Strom sind es 30 Sekunden und beim 1,45 fachen Strom eine Stunde bis der LS fällt).

Und noch gleich zur hier schon gelesenen Falschmeldung von RoboSam „So ne sicherung ist in hausern so eingestellt das sie in tausendstel sekunden den strom abstellt“

Ein Leitungsschutzschalter mit B Kennlinie braucht den mindestens 51 fachen Strom, dass er in weniger als 0,1 Sekunde (= 100 Millisekunden) auslöst (für eine C Kennlinie wäre der mehr als 100 fache Nennstrom erforderlich). Da reden wir von über 800 (respektive 1600 für C) Ampere, die ein nasser Stecker kaum erzielen kann.

Resümee: Bei fachgerecht installierten Schuko-Dosen bekommt man bestenfalls einen ordentlichen Wischer ab, bei fehlerhafter Installation ist es lebensgefährlich.

Der Erdableitstrom und damit der FI Schutzschalter ist das einzige Gerät, das in so einem Fall einen Schutz für den Menschen in endlicher Zeit bringt.

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Fachlich top erläutert. Kleiner Hinweis noch wegen dem medizinischen Aspekt. Wer einen "ernsten Schnalzer" bekommt, kann sich ein (Herz)Kammerflimmern einfangen. Im ersten Moment sieht es so aus, als ob man noch mal Glück gehabt hat, doch das Kammerflimmern kann mit einigen Stunden Verspätung zu einem komplettausfall der Pumpe und somit zum Tot führen. Symptome sind unter anderem Mattigkeit, Müdigkeit, der Person ist übel. Kenne selbst 2 derart letal ausgegangene Fälle. Wird die (wiener)Rettung zu einem Elektrounfall gerufen, so wird der Patient GRUNDSÄTZLICH 24 Stunden lang ans EKG gehängt und beobachtet. Sehr oft hat das Elektrounfallopfer glück und es "is nix", aber ab und an erwischt es halt jemanden.

Gruß!

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@Krotus

und den pvc boden vergessen. Das die meisten schläge nicht tödlich enden ist mir auch klar. ich sagte KANN tödlich ausgehen. Was schadet es vorsicht vor nachsicht walten zu lassen?

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@Krotus

Ich möchte die Situation keineswegs verharmlosen, siehe dazu auch meine Ausführung und Angaben von anerkannten Grenzwerten in http://www.gutefrage.net/tipp/wie-gefaehlich-ist-elektrischer-strom-teil-2

Auch hier zu dieser Frage schreibe ich ja klar: Resümee: Bei fachgerecht installierten Schuko-Dosen bekommt man bestenfalls einen ordentlichen Wischer ab, bei fehlerhafter Installation ist es lebensgefährlich.

Wie meine Ausführungen zeigen, liegt der zu erwartende Strom über den Körper, im konkreten Fall und bei fachgerechter Installation, d.h. der Steckeraußenteil wird zuerst mit Erde, verbunden, bevor die Phase Verbindung erlangt bei etwa 10mA. Selbst wenn er das Dreifache erreichen würde ist das noch nicht gefährlich. Zu Herzkammerflimmern kommt es wenn der Körper für 3 Sekunden einem Strom von 100mA ausgesetzt wird, bei 200mA reicht bereits 1 Sekunde. Ein 30mA FI löst typisch in 30 tausendstel Sekunden aus. Das man dann in die Beobachtung gehört ist selbstverständlich.

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Fachlich top aber hört sich fast so an als ob du das verharmlosen willst.. Da kommen noch einige Faktoren hinzu die du vergessen hast: nicht nur die technischen sondern auch die menschlichen. Ich persönlich renne meistens nicht zuhause in schuhen rum. Hinzu kommt ob es ein kind ist oder ein älter Mensch die so einen schlag sicherlich nicht so gut verkraften wie ein Bauarbeiter mit einer dicken hornhaut. Eine Frau z.B. hat eine dünnere haut als ein mann. Hinzu kommt noch ob du mit der linken oder rechten Hand in den strom gegriffen hast. Links ist logischer weise gefährlicher als rechts. Da bei links der Strom direkt über das herz und das linke bein abfließt. Dann wäre da noch der boden: besteht er aus beton, holz, fließen oder direkt auf der erde.

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ein elektrischer Stromschlag kann tödlich ausgehen. Ist auf jedenfall Lebensgefährlich, besonders in verbindung mit Wasser. Falls es passiert sollte man einen Arzt aufsuchen.

hätte dir wahrscheinlich nen schlag gegeben. wasser und elektrizität ist nie gut.

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