Was könnten die Vor- und Nachteile für Senioren im Altersheim sein?

5 Antworten

die antwort auf diese frage müßte ein vielseitiger aufsatz sein. ich will versuchen es kurz zu fassen: was einerseits vorteilhaft ist, sich um kaum etwas kümmern zu müssen, kann andererseits zu körperlichem und geistigem verfall führen. im heim brauche ich mir z.b. keine gedanken um meinen speiseplan zu machen, gehe nicht mehr raus um einzukaufen muß mir keine gedankent um unterschiedliche garzeiten der produkte machen, fingerfertigkeiten werden nicht mehr von mir gefordert, zwangsläufig werde ich in vielem bevormundet und kann meinen tagesablauf kaum noch selbst gestalten. oftmals werden wegen der allgemeinen passivität der bewohner sogar die "freizeit-aktivitäten" vorgegeben und wenn man dann das pech hat nur mit alten deppen zusammen zu wohnen, kann man sich auch gleich einsargen lassen- aus der umkehr der genannten nachteile lassen sich nun auch ein paar vorteile "herausüberlegen". kürzer konnte ich'`s nicht darstellen.

vorteile: man muss sich um NICHTS selbst kümmern: es wird das zimmer sauber gemacht, das essen wird einem zu den entsprechenden tageszeiten vorgesetzt, die wäsche wird gewaschen und wieder in den schrank geräumt. wer probleme mit dem gehen und stehen hat, dem wird beim waschen und toilettengang geholfen. nachteile: sehr teuer und man ist ständig von anderen abhängig, außerdem muß man sich an vorgegebene zeiten halten: bezügl. des essens, aufstehen und schlafen gehen. weiterhin muß man ständig damit rechnen, dass irgendwer vom pflegepersonal ins zimmer gestürmt kommt, um zu sehen, ob der bewohner noch lebt. bei plötzlich auftretenden beschwerden, egal welcher art hat man einen "notrufknopf" um hilfe anzufordern. probleme mit anderen mitbewohnern müssen geklärt werden, da ein ausweichen meist nicht möglich ist.

Das kann man nicht so allgemein beantworten, da es viele Facetten von „Alt- und Gebrechlichkeit“ gibt. In einem qualifizierten bzw. zertifizierten Pflegeheim werden die Bewohner gemäß ihren Fähigkeiten gefördert um weitestgehend die Eigenständigkeit zu behalten. Es ist nicht richtig zu behaupten, sie haben dann keine Rechte mehr. Die bleiben, solange das nicht durch nachhaltige Demenz eingeschränkt ist, erhalten. Auch über finanzielle Mittel verfügen die meisten Bewohner und können darüber selbst bestimmen. Vorteil ist weiterhin, dass eine Vereinsamung durch die vielen Kontakte und Aktivitäten in so einem Heim vermieden wird. Ich kenne ein Ehepaar, das keine Verwandten und Kinder hat. Die Frau ist durch Schlaganfall so geschädigt, dass sie nur noch bettlägerig war und der Ehemann froh darüber war, dass seine Frau versorgt wurde und er ebenso, da er unbelastet von den täglichen Dingen des Alltags ist. Er beschäftigt sich mit Aquarellmalen. Jetzt ist die Frau verstorben und der Mann hat sich einen Freundeskreis aufbauen können, der ihn nun in seiner Trauer auffängt. Wenn man keine Erfahrung besitzt, sollte man mal einen Tag oder eine Woche ein Praktikum im Heim absolvieren, um sich sein Urteil selbst bilden zu können.

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