Was ist der Unterschied zwischen Staatsoberhaupt und Regierungschef? Was haben die für Aufgaben?

6 Antworten

regierungschef ist der chef der regierung, welche den staat regiert, der vom staatsoberhaupt (präsident, könig usw.) geführt wird. staatsoberhäupter haben oftmals eher repräsentative aufgaben, während regchefs die regierung arbeitsfähig halten müssen.

Kann meinen Vorredner nur Recht geben. Diese bezeichnungen sind international unterschiedlich je nach der Verfassungslage in den Ländern vor Ort. Wie es in Deutschland ist haben dir ja einige schon erklärt. In America, einem präsidentiellem System der Demokratie ist der Präsident sowohl das Staatsoberhaupt, als auch der Regierugschef und hat somit weitrecihendere Kompetenzen. In einem semipräsidentiellem System wie es in unserm Nachbarland Frankreich vorzufinden ist, teilt sich der direkt gewählte Präsident mit dem Regierungschef und seinem Kabinett die Kompetenzen. Wobei das Letzte Wort auch hier beim Präsidenten liegt.

Im Vergleich zu Deutschland sind beide Formen wesentlich kompetenter im Bereich des Staatspräsidenten. Unser deutscher Präsident ist eher eine repräsentative Figur.

Die Aufgaben sind daher je nach Verfassung auch unterschiedlich. In Deutschland haben sie beim Präsidenten eine repräsentative Funktion und bei der Kanzlerin, der Regierungschefin, eine agierende und leitende Funktion für das Ministerkabinett. Sie hat die Richtlinienkompetenzen.

In dem Beispiel im Ausland hat der Staatspräsident mehr Aufgaben, rechte udn Pflichten und ist in den Akt des Regierens eingebunden. In den USA mehr als in Frankreich. Jedoch beweisen die französischen regierungspräsidenten von Zeit zu Zeit, wie mächtig man doch sein kann als Staatspräsident in einem semipräsidentiellem System der Demokratie!

Das Staatsoberhaupt ist theoretisch der oberste Vertreter eines Landes und wird auch in etlichen demokratischen Ländern nicht gewählt. So ist in Monarchien meist ein König oder eine Königin das Staatsoberhaupt (in Europa: Andorra, Belgien, Dänemark, Großbritannien bzw. Vereinigtes Königreich, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco, Niederlande, Norwegen, Schweden und Spanien). Ist ein Monarch das Staatsoberhaupt, so wird sein Amt üblicher Weise weitervererbt (der Papst in Vatikanstadt stellt hier aus nachvollziehbaren Gründen eine Ausnahme dar ;-). Ein Staatsoberhaupt, das gewählt wird, führt oft den Titel "Staatspräsident".
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Der Regierungschef leitet normalerweise die Regierungsgeschäfte und beeinflusst damit oft maßgeblich die Politik eines Landes. Verbreitete Titel für dieses Amt sind "Ministerpräsident", "Premierminister" oder "Regierungspräsident". Bei uns heißt er "Bundeskanzler".
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Weitreichendere Befugnisse hat gewöhnlich der Regierungschef. Doch wer von beiden (Staatsoberhaupt oder Regierungschef) in der Praxis mehr Machtbefugnisse hat, und wie diese konkret aussehen, ist von Land zu Land sehr unterschiedlich und wird in der Verfassung eines Staates festgelegt. So hat z.B. in Deutschland der Regierungschef (Bundeskanzler) mehr Macht, in Frankreich aber das Staatsoberhaupt (Staatspräsident). In manchen Ländern gibt es nur eines von beidem (z.B. hat die Schweiz kein Staatsoberhaupt), in anderen Ländern sind beide Ämter in einer Person vereinigt (z.B. in einem Präsidialsystem wie den USA oder in vielen Diktaturen).

Kleine Korrektur, da missverständlich formuliert: In Liechtenstein und Monaco ist natürlich jeweils ein Fürst das Staatsoberhaupt. Im Zwergstaat Andorra teilt sich der Bischof von Urgell dieses Amt mit dem französischen Präsidenten. Und der Wortlaut in der letzten Klammer der obigen Antwort sollte vielleicht besser heißen: "z.B. in einem Präsidialsystem wie den USA und in vielen anderen Diktaturen" ;-)

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