Was ist das Problem am duzen?

 - (Gesellschaft, Redensart)

4 Antworten

Da bin ich etwas konservativer. Das mag wohl daran liegen, dass ich auch nicht mehr der Jüngste bin.

Gerade bei Geschäftspartnern per Mail werde ich oft geduzt, ohne dass man sich vorher darauf verständigt hat. Mir gefällt das nicht besonders, denn es suggeriert eine Nähe und Vertrautheit, die gar nicht vorhanden ist.

Du hast es selbst beschrieben:

"dass „duzen“ eine gewisse nähe zum Menschen zeigt während „siezen“ mehr bei einer Autoritären person (Polizei z.B.) angewendet wird."

Mittlerweile wird sehr viel geduzt. Früher war das Du nur üblich in Familie, Freundeskreis und Kindern gegenüber. In der Schule wurden wir z.B. ab der 11. Klasse gesiezt. Das hat nichts mit Autorität wie Du es schreibst zu tun, sondern mit einem respektvollen, distanzierten Umgang. Siezen war formeller, höflicher, Fremden gegenüber. Duzen war eine vertrauliche Anrede, die man nicht mit jedem gepflegt hat. Jemandem das Du anzubieten war eine Art Vertrauensbeweis.

In ältereren Generationen wird das noch so gepflegt und auch im geschäftlichen Umgang, gerade bei großen Konzernen - wie eben auch bei der DB.

Ok Danke für die Antwort,

habe mir auch gedacht dass das irgendwas mit Umgang zu fremden zu tun hat.

Finde es halt persönlicher viel angenehmer wenn ein Unternehmen auf nähe zum Konsumenten geht statt so ein distanziertes reden.

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@MarcoRbrn

Ich glaube, das ist eine Generationsfrage. Ich bin auch noch mit der relativ klaren Trennung von Sie und Du aufgewachsen und finde es sogar schade, dass das immer weiter abgebaut wird. Es ist eine sehr schöne Möglichkeit, die Distanz im Verhältnis zu anderen Personen differenzierter auszudrücken und ich empfinde es auch als unangenehm, wenn ich als Kunde geduzt werde. Allerdings hängt das vom Kontext ab, ich arbeite viel mit Startups und jungen Leuten, da ist es ziemlich normal, dass man schnell duzt. Und in einem Hipstercafé ist das Du nochmal was anderes als im Finanzamt :D

Ich hab mal in der deutschen Niederlassung einer amerikanischen Firma gearbeitet und da wurde nach US-Vorbild zwangsgeduzt. Das fand ich sehr unangenehm, v.a. auch, da dort sehr viele ältere Menschen gearbeitet haben, die damit nicht aufgewachsen sind.

Aber ich denke, dass sich das Du in den nächsten Jahren noch sehr viel weiter verbreiten wird und kann mir vorstellen, dass das Sie wirklich nur noch in sehr formellen Kontexten wie mit Ämtern, Politikern u.ä. beibehalten wird.

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Ich habe auch kein Problem damit, ist mir komplett egal wer mich duzt, ich finde es persönlich angenehmer, als gesiezt zu werden.

Es ist nunmal vielen Leuten eine Frage des Anstands und des Respekts.

Früher waren die Regeln strenger und ältere Menschen tun sich schwer, die Sprachänderung zuzulassen.

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