Was ist an verstaatlichungen schlecht?

10 Antworten

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Ich habe mir auch schon oft die Frage gestellt ob man nicht einige Dinge verstaatlichen sollte. 

Die Krankenkassen sind z.B. privat aber das Gesundheitswesen sollte doch vom Staat geregelt werden und nicht bei irgendwelchen MIliardenkonzernen liegen, die damit kuriose Geschäfte machen. 

Des weiteren sollte z.B. die Energiewirtschaft dem Staat unterliegen, damit man keine Problem hat, wie jetzt. Den Atommüll endzulagern bezahlt ja sowieso nicht der Konzern, sondern der Steuerzahler also kann die Energiewirtschaft auch gleich vom Volk finanziert werden.

Das wären nur zwei kleine Beispiele. Aber alles verstaatlichen würde ich nicht, da sonst der Wettbewerb flöten geht. Und ein bisschen Konkurrenz belebt zum einen das Geschäft und ist nie verkehrt. ;)

einen denkfehler in meiner sichtweise

Was bringt Dich auf den Gedanken, Politik würde unabhängig/neutral agieren?

Abgesehen davon, dass es um die Erhaltung der Stimmen der Wähler geht, greift z. B. die Wirtschaft massiv in die Entscheidungen ein.

Alle Versuche einer staatlichen Lenkung haben bisher zu Misswirtschaft, Korruption etc. geführt.

Selbst guten Willen vorausgesetzt: Es ist praktisch unmöglich langfristig einen Bedarf vorherzusagen. Reaktionen erfolgen viel zu langsam und sind häufig längst "Schnee von Gestern", wenn man sich durchgerungen hat.

Deine Wünsche würde "ideale" Menschen voraussetzen, und die gibt es nicht!

Es hat sich gezeigt, dass privatwirtschaftliche Eigeninteressen zu einer deutlich höheren Effizienz führen, als Staatslenkung. Dass es nicht klappt kannst du an den ehemaligen Staatsbetrieben im Ostblock sehen.

Es ist auch kein Zufall, dass staatlich initiierte Bauprojekte, wie BER im Gegensatz zu privaten Projekten teurer, schlechter und verzögert abgewickelt werden. Den verantwortlichen Beamten liegt das Projekt deutlich ferner, als demjenigen der auch die Rechnung bezahlen muss.

Sicher nicht falsch, was du da schreibst, aber auch sehr scheuklappig ud problemignorant.

Nehmen wir mal den weltgrößten Automobilkonzern. Der zeichnet sich jetzt nicht wirklich durch besondere Ineffizienz aus, obwohl der Staat an ihm mit 20 % (?) beteiligt ist.

Die daraus resultierenden Dividendenanteile streicht sich aber niemand privat in die Tasche, sondern wandern zurück in den Landeshaushalt Niedersachsens, wo sie allen zugute kommen...

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@atzef

   obwohl der Staat an ihm mit 20 % (?) beteiligt ist.

20 % bedeutet aber eben nicht, dass der Staat allein das Sagen hat. Die sitzen im Aufsichtsrat und fertig.

Das Problem sind Unternehmen mit 75 - 100 % Staatsanteil.

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@atzef

Doch, im Vergleich zu anderen Automobilkonzernen ist VW tatsächlich ineffizient. Die Umsatzrendite 2014 lag mit knapp 5% deutlich unter dem Schnitt.

Ähnlich sieht es bei dem Gewinn je Fahrzeug 2014, also vor der Dieselaffäre aus. VW verdiente pro Fahrzeug gerade einmal durchschnittlich EUR 540,00, bei Toyota waren es EUR 1.746,00.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/martin-winterkorns-probleme-mit-dem-volkswagen-gewinn-a-1028541.html

Und VW ist kein staatsgelenktes Unternehmen. Das Land Niedersachsen sitzt im Aussichtsrat, nicht im Vorstand.

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