Was genau unterscheidet das Unterbewusstsein vom Unbewusstsein?

14 Antworten

Hach Leute - gemessen an dem was im Netz sonst in Kommentaren passiert ist die Diskussion hier ziemlich sachlich - dennoch: Es geht um Begriffe und die kann ich entweder nutzen wie ich möchte, oder es geht mir darum, welche Begriffe sinnvollerweise und passend für was gebraucht werden - und dazu brauche ich eben Referenzen (Freud, Jung, die Psychoanalyse, aktueller Gebrauch in Psychologie, Medizin, etc.) und Argumente.

In den meisten Fällen in denen der Begriff des "Unterbewusstseins" gebraucht wird, wird es an Stelle des passenderen - und wissenschaftlich etablierten - Begriffs des Unbewussten benutzt, ohne dass sich die Menschen, die ihn benutzen darüber klar währen. (und das liegt ursprünglich an einer falschen Rückübersetzung aus dem Englischen).

Leider findet sich der Begriff inzwischen auch in unzähligen Veröffentlichungen - allerdings zeigt eine genaue Recherche, dass dies in Veröffentlichungen der einschlägigen Wissenschaften sehr viel seltener ist.

Warum ich den Begriff "Unterbewusstsein" als falsch und daneben verstehe liegt daran, dass das "unter" eine Hierarchisierung einführt in ein Modell der Psyche die Bewusstes von nicht Bewusstem abgrenzt ohne eines dem anderen über- oder unter zu ordnen. Ein schöner Beleg für das Problem ist, dass auch hier in der Diskussion jemand das sogenannte "Unterbewusste" mit dem Freudschen "Es" zusammenmischt. Vorsicht: Das psychische Modell von Bewusstsein, Unbewusstem (und Vorbewusstem) hat nichts mit dem späteren Modell von Es, Ich und Über-Ich zu tun - Das Es und das Über-Ich sind beides Instanzen mit hohen unbewussten Anteilen, die aber zum Teil dem Bewusstsein zugänglich gemacht werden können.

Zudem ist mir keinerlei wissenschaftliches Modell der Psyche bekannt, bei dem das "Unterbewusstsein" im Unterschied zum "Unbewussten" wirklich als Begriff herausgearbeitet bzw. als sinnvolles Modell ausgeführt würde.

Man könnte viel darüber schreiben, ich empfehle aber den Begriff des "Unterbewusstseins" nicht zu nutzen, wenn man das "Unbewusste" meint. Will man mit "Unterbewusstsein" jedoch etwas anderes besonderes beschreiben, das von diesem Begriff besser getroffen wird, dann bitte, (nur fällt mir da nicht viel ein, sollte es bei Jung ein alternativer Begriff für das "Vorbewusste" sein, dann bitte, aber ich brauche ihn auch hier nicht und finde ihn auch nicht passend). Gut finde ich wie das zurzeit bei Wikipedia.de zu finden ist: gebe ich "Unterbewusstsein" ein, werde ich direkt auf "das Unbewusste" weitergeleitet und der zweite Satz lautet dann einfach: "Alltagssprachlich wird es oft als Unterbewusstsein bezeichnet."

Ich wäre allerdings dafür, auch in der Alltagssprache, einfach die passenden Begriffe zu wählen.

Wenn du etwas über das UNTERBEWUSSTSEIN erfahren möchtest, so google mal "Freuds Instanzenmodell" - da kannst du bei Wikipedia eine schöne Erklärung über das sog. ES finden.

Im Gegensatz zu Fibonacci bin ich der Meinung, dass UNBEWUSST gerade solche Abläufe sind, die, eben wie Fahrradfahren, nicht unsere ganze bewusste Aufmerksamkeit erfordern, weil sie uns sozusagen in "Fleisch u. Blut" übergegangen sind und daher quasi unbemerkt und nebenbei laufen... UNBEWUSST kann aber auch dies oder das geschehen, wie es u. Umständen aus dem UNTERBEWUSSTSEIN gesteuert wird. Z.B. der sog. "Freudsche Versprecher". Um dich vollends zu verwirren möchte ich noch darauf hinweisen, dass in der Psychoanalyse darüber hinaus auch noch von einem VORBEWUSSTSEIN die Rede ist... mal googeln. Viel Spaß dabei!

Über das Unbewusste kann man logischerweise nichts aussagen, denn im Augenblick, in dem man darüber redet oder denkt, ist es nicht mehr unbewusst, sondern im Bewusstsein. Das Unterbewusste liegt unter der Bewusstseinsschwelle und ist potentiell bewusstbar zu machen. Das Vorbewusste ist das Unterbewusste, bevor es bewusst wird, also genau genommen ist es identisch mit dem UNterbewusstsein, nur mit einem anderen Zeitstempel. Das Unbewusste kann niemals Unter- oder Vorbewusstes sein, siehe oben.

Das Unterbewusstsein steuert, ohne, dass es dir recht bewusst ist, viele körperliche und auch psychische Funktionen. Wobei die Frage zu stellen ist, wer oder was in uns wahrlich wahr nimmt, und uns womöglich veranlasst, etwas zu tun. Wer oder was ist der Veranlasser des Tuns?Wir selbst oder ETWAS in uns, was uns quasi steuert? GALLARIAOY

 - (Psychologie, Unterbewußtsein, Psychoanalyse)

liebe/r Shadow,

die beiden Begriffe bezeichnen dasselbe. Sie sind entstanden aus den Schriften Freuds und durch die Übersetzung ins Englische und dann wieder bei der Rückübersetzung von kommentaren zu Freud aus dem Englischen ins Deutsche.

Der Begriff wurde von Sigmund Freud geprägt und besagt, dass die bewussten geistigen Kräfte, also unsere GEdanken, Entscheidungen und Verhalten, die wir klar treffen nur die über dem Wasserspiegel liegenden Teile eines Eisbergers sind.

Natürlich ist der Mensch für sein Leben verantwortlich und kann sich bewusst entscheiden. Alles andere wäre Unsinn und würde jeder Art von Verbrechen - auch Sexual-Verbrechen Vorschub leisten und Straffreiheit gewähren.

Aber wenn ich das eine nicht haben kann, dann suche ich mir einen Ersatz - und das kann z.B. ein Auto sein oder der Beruf.

beste Grüß ana

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