Was fehlt denn einem "Heimatlosen"?

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"Heimatlosigkeit" assoziiere ich vor allem mit dem Verlust oder der Abwesenheit der Fähigkeit, etwas wie ein zur eigenen Person gehöriges "Zuhause-Sein" empfinden zu können. Der Aufenthaltsort wird beliebig, gänzlich gleichgültig. Eine Wohnstatt ist nicht besser und nicht schlechter als eine andere, bestenfalls durch objektiv nennbare Vorzüge unterscheidbar.

Auch wird dem Begriff und dem zugehörigen Gefühl ja von unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Bedeutung zugemessen. Für manche scheint Heimat, "Heimisch-Sein", eine unabdingbare Bedingung der "richtigen Existenz", des nicht, nicht mehr Provisorischen zu sein. Der Platz, "an den man gehört", der einem vertraut und entspricht, unabhängig von den örtlichen Widrigkeiten. Daher wird ja "Heimat" durch Auswanderer auch in die Ferne mitgenommen, etwa durch (starres Festhalten an) Tradition, Ritual, Religion.

Deine Gedanken sollten in einem Lexikon verewigt werden.

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Ich bin heimatlos,habe keine pass,keine arbeit,keine krankenversicherung,keine hilfe,kann nicht mal heiraten,ich existiere nicht.Das ist eine poliische problem.Ich bin tief erschütet.Lebe wie eine geist.Keine zukunft perspektive.Es ist unerterglich so zu leben.Lebe ich überhaubt ?

ich bin so um die 30(dreißig) mal umgezogen (meldeadresse) und war viele jahre lang als fernfahrer in westeuropa unterwegs. so habe ich sehr viele orte in\an denen ich mich "heimisch" fühle. egal wie man zu herrn rösler steht: sein wahlplakat zu einer niedersächsischen landtagswahl fand ich sehr gut: "heimat ist dort wo ich mich wohlfühle".

Für mich ist Heimatlosigkeit das Gefühl, seine eigene Heimat durch die dortige Entwicklung in politischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht verloren zu haben, weil ich mich in keiner Weise mehr mit ihr identifizieren kann. Zwar besitze ich einen Reisepass, bin also nicht staatenlos, doch verbinde ich mit diesem kein Zugehörigkeitsgefühl mit dem Staate, der mir diesen Pass ausgestellt hat.

Wie du schon beschrieben hast, der Begriff Heimat wird leider zu häufig mit festen Orten in Verbindung gebracht. Ich denke, Heimat ist eher ein Platz, wo man seine ersten, prägenden, Lebensjahre verbracht hat und vertraute Menschen um sich hatte. Wenn man dann aus dieser vertrauten Umgebung gezerrt wird, dann ist man, meiner Meinung nach Heimatlos.

Was mir auch aufgefallen ist, dass viele Menschen Heimatlose mit Asylanten bzw. mit Obdachlosen verwechseln, was ich schade finde, denn viele Obdachlose sind hier "beheimatet", selbst wenn sie kein festen Wohnsitz haben.

LG

Danke für die tolle Antwort !

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Super Antwort. Würde ich genauso sagen. Meine Eltern sind mit mir schon in jungen Jahren sehr oft umgezogen (insgesamt fünf mal, davon allein drei mal bis zum Alter von zehn Jahren) und jeweils mehr als 30-50 km. Ich habe dadurch mehrfach mein vertrautes Umfeld komplett verloren und suche noch heute nach meiner Heimat, die ich einfach nicht finden kann...

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