Was bedeutet: Ein Platz an der Sonne?

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Platz an der Sonne ist das Synonym für den deutschen Imperialismus in der Wilhelminischen Epoche.

Das Schlagwort stammt vom wortgewandten Bernhard von Bülow, der seit 1900 deutscher Kanzler war.

In seiner Rede vor dem Deutschen Reichstag im Dezember 1897 rechtfertigt Bülow - damals noch der Chef des Auswärtigen Amtes - die Besetzung des chinesichen Hafens Tsingtau/Kiautschou durch deutsche Einheiten. Anlass war die Ermordung deutscher Missionare in China. Mit diesem Schritt, so Bülow, verteidigt Deutschland seine "missionarischen" und wirtschaftlichen Interesse - genauso wie es die anderen Nationen (Russland, Frankreich, England und Japan) machen: "wir wollen niemand in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne."

Komplette Rede auf Wikisource: http://de.wikisource.org/wiki/DeutschlandsPlatzanderSonne


Die Besetzung Tsingtaus und die Rede Bülows markieren den Start zur weiteren Übersee-Expansion Deutschlands. Zu den Kolonien in Afrika und Südsee, die Bismarck erworben hat, kommen das bereits genannte chinesiche Gebiet Kiautschou, die Marianen und 1900 Samoa. Weitere Gebiete kann das Reich nicht annektieren: Marokko fällt an die Franzosen. Die Erwerbung der portugiesischen Kolonien verhindert der I. Weltkrieg.

Somit blieben die Kolonialerwerbungen unter Wilhelm II. marginal.

Reichskanzler Bernhard von Bülow hat in einer Rede vor dem deutschen Reichstag 1897 die Forderung erhoben, Deutschland müsse im Kreis der Weltmächte einen "Platz an der Sonne" haben. Er zielte damit auf den Erwerb von Kolonialbesitz, bei dem in der Tat Deutschland im Vergleich zu Frankreich, England, Spanien, Belgien, Niederlande gewaltig im Hintertreffen lag.

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