Was bedeutet das W12 am Audi A8?

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3 Antworten

Der W12 ist ein Motortyp mit 12 Zylindern.


Das W basiert darauf, dass es fast schon ein Doppel-V ist.

Die technische Basis ist der VR6, ein Motor der weder V noch R sondern ein Mittelding ist. Die Zylinder vom VR6 sind nicht wie bei einem R6 (Reihen-6, englisch auch I6, Inline-6) hintereinander, aber auch nicht wie beim V-Motor in 2x3 in zwei Zylinderbänken nebeneinander angeordnet, sondern leicht versetzt im Zick-Zack in einem Block/einer Zylinderbank angeordnet und dabei leicht V-förmig angeschrägt.

Nimmt man nun zwei solcher VR6-Blöcke und flanscht diese wie bei einem V6 an einer gemeinsamen Kurbelwelle zusammen, sind die Zylinder fast schon wie ein W angeordnet und man hat 12 davon. Daher W12.

Also:
R6: 6 Zylinder in Reihe. Bauart sehr lang.
V6: 2 Zylinderbänke á 3 Zylinder in Reihe nebeneinander angeordnet. Bauart kurz sehr breit.
VR6: 1 Zylinderbank mit 6 V-förmig angeschrägten im Zick-zack-Muster angeordneten Zylindern. Bauart etwa so lang wie ein 4-Zylinder, etwas breiter
W12: 2 Zylinderbänke der VR6-Bauweise V-förmig angeordnet. Etwa so lang wie ein V8 aber breiter und dafür mit 12 Zylindern.

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Kommentar von 556er
23.11.2016, 15:23

Ein richtiger W-Motor hat 3 Zylinderbänke. Der "W12" von Audi nur 2. Das heisst, es ist ein V-VR Motor, VW nennt ihn nur W-Motor.

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Kommentar von volker79
25.11.2016, 19:54

Hier also noch mal der Vollständigkeit halber alle Hubkolben-Motortypen richtig gelistet:

  • R bzw. I-Motor: Reihe/Inline. Alle Zylinder liegen hintereinander. Beispiele: R4 nahezu jedes Kompakt- und Mittelklasse-Auto, R3 in sparsamen Modellen, R2 in extrem sparsamen Modellen (aktuelle Fiat 500, Oldtimer Kleinwagen, u.A. auch Fiat 500), R5 Audi 90, 200, Ur-Quattro, Volvo mit T5 und D5, R6 große BMW-Modelle, Lexus IS200 und IS300 der ersten Generation (XE1)
  • V-Motor: Zwei R-Zylinderbänke, die V-förmig zueinanderstehen. je zwei Pleuel hängen an einem Kurbelwellenzapfen. Von den benachbarten Kolben ist einer oben, wenn der andere unten ist (Kolbenbewegung im Gegentakt). Beispiele: V6 in leistungsstarken Modellen ab Mittelklasse (Passat, A4, A6, Mercedes C und E-Klasse), Oberklasse..., V8 in gehobenen Oberklasse-Modellen, typische Ami-Schlitten, V10 und V12 wo es entweder auf enorme Leistungen und/oder absolute Laufruhe ankommt, von Ferrari und Lamborghini über Aston Martin bis zu Rolls Royce und Bentley
  • 180°-V Motor: Die beiden Zylinderbänke liegen flach, 180° zueinander, mit Kolbenbewegung der gegenüberliegenden Kolben im Gegentakt, nicht zu verwechseln mit einem Boxermotor mit Kolbenbewegung im Gleichtakt. Keine aktuellen Beispiele, damals 180°-V12 im Porsche 917 und Ferrari Testarossa.
  • Boxermotor: Zwei Zylinderbänke im 180°-Winkel, aber mit 180° versetzten Kurbelwellenzapfen. Die Zylinder bewegen sich im Gleichtakt, die jeweilig gegenüberliegenden Nachbarn sind also beide oben oder unten. Beispiele: Boxer-4 im Original VW Käfer, VW-Bus T1 bis T3, nahezu alle Subaru, Boxer-6 einige Porsche wie z.B. Boxster und 911
  • VR-Motor: Eine Zylinderbank mit zick-zack förmig versetzten Zylinderbohrungen, die Zylinder laufen innerhalb der Zylinderbank in einem leichten V-Winkel. Dadurch ist der Motor kürzer, als ein Reihenmotor, aber schmaler, als ein V-Motor. Jeder Kolben/Pleuel hat einen eigenen Kurbelwellenzapfen. Beispiele: VR5 und VR6: Sportliche Kompakt- und Mittelklasse des VW-Konzerns (Golf, Corrado, Passat, Audi TT)
  • W-Motor (VW-Definition): Ein Doppel-V bzw. V-VR. Zwei nach dem V-Motor Prinzip angeordnete VR-Bänke. Zwei Pleuel per Kurbelwellenzapfen, zwei Zylinderbänke aber vier Zyliderwinkel. Beispiele: W8 im Passat, W10 und W12 in Phaeton und A8, W16 im Bugatti Veyron
  • Echter W- und Y-Motor: Drei Zylinderbänke, ob es Y oder W genannt wird, hängt mit den Winkeln der Zylinderbänke zueinander zusammen. Drei Pleuel pro Kurbelwellenzapfen. Sehr schwierig zu konstruieren (hohe Kräfte und enge Verhältnisse an der Kurbelwelle, Abgase werden nahe an Ansaug- und Kraftstoffleitungen der anderen Zylinderbänke vorbeigeleitet). Beispiele aus der jüngeren Zeit: Nur Prototypen mit W18 (Audi Avus Quattro von 1991, Bugatti 18/3 Chiron von 1999).
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Die erste Generation der Limousine setzte auf einen 6,0-Liter großen W12-Ottomotor mit einer Leistung von 420 PS um den Audi A8 W12 anzutreiben

siehe Bild :

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Kommentar von 556er
23.11.2016, 15:32

Auf dem Bild ist deutlich zu erkennen, dass es eben kein W Motor ist, sondern ein V-VR12.

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