Warum wurde das Gebiet Kaliningrad (Königsberg) nicht an Polen übergeben?

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7 Antworten

Kaliningrad ist der einzige eisfreie Ostseehafen der Sowjetunion gewesen und hat jetzt als solcher noch größere Bedeutung für Russland. Daran ändert sich auch nichts, wenn in einigen besonders harten Wintern auch dort das Eis die Schiffahrt behindert. Für Russland ist die Exklave wirtschaftlich und strategisch von großer Bedeutung.

Hinzu kommt, dass das ehemalige Ostpreußen als ehemaliger Deutschordensstaat und später ehemaliges Herzogtum Preußen schon vor der ersten polnischen Teilung von 1772 nicht zu Polen gehörte. Das konnte man z. B. von Schlesien, Westpreußen und Pommern so nicht sagen. So ist Kaliningrad infolge des Zweiten Weltkrieges als Beute oder wie andere sagen als Kompensation an die Sowjetunion gegangen.

Dass Polen dann einen zusätzlichen Hafen bekäme, ist ein Argument, dass auf russischer Seite wohl weniger Gehör finden würde. In Anbetracht der  antirussischen Politik und Polemik in Polen wird ein solches Ansinnen noch mehr auf taube Ohren stoßen.

Also wäre es nicht sinnvoller das Gebiet und die Stadt Kaliningrad den Polen zu übegeben?

Für wen sollte das denn sinnvoller sein? Für die NATO und für Polen vielleicht, für die 86 Prozent Russen, die dort leben wahrscheinlich weniger und für Russland schon gar nicht. Und wer sollte das Gebiet denn übergeben? Dürfte Russland da ein Wort mitreden? :-)))

Im Übrigen ist Kaliningrad auch für Polen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, denn der Grenzhandel ist einer der wenigen wirtschaftlichen Lichtblicke in der ansonsten äußerst strukturschwachen Region Polens, die an Kaliningrad grenzt.

Aber Polen hätte als direkter Anrainer einen konkreten Anspruch auf Kaliningrad.

Welchen Anspruch hätte Polen auf dieses russische Territorium? Gar keinen!

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Die wesentlichen Punkte hat Pevau schon benannt.

Die Westverschiebung Polens erfolgte ausschließlich aus strategischen Gründen (Pufferzone gegen D.). Und auch die Übernahme des Königsberger Hafens hatte ausschließlich einen strategischen Grund - eben dessen Eisfreiheit. Insofern war es aus russischer/sowjetischer Sicht zu keiner Zeit sinnvoll, Königsberg den Polen zu überlassen.

Es kam übrigens nicht Ostpreußen zu Polen sondern nur dessen südlicher Teil. Der nördliche Teil Ostpreußens (Samland, Nadrauen, Natangen ...) einschließlich der Stadt Königsberg kamen zur SU.

Polen hat mitnichten einen "konkreten Anspruch" auf Königsberg - schon gar nicht, weil es "direkter Anrainer" ist. Und wenn es nach "eigentlich" ginge, wären sowohl Kaliningrad (eigentlich Königsberg) als auch Klaipeda (eigentlich Memel) eigentlich deutsch.

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1.Warschau gehörte nie zu Deutschland, aber sehr wohl zu Russland. Sollte Russland evtl. Ansprüche erheben?

2.Nach einem verlorenen Krieg musste Deutschland Gebiete abtreten. Das ist nunmal so. Und die Aufteilung solcher Gebiete beschliessen immer die Sieger unter sich eben.

3.Ausnahmenseise hat da Genosse Stalin keine Fehler gemacht für die Zukunft. Und wenn du jetzt auf die Karte schust weisst du auch warum, wenn du die Vergangenheit betrachtest. Die Baltischen Staaten sind unabhängig und von der EU und den USA marionettisiert. Genauso Polen. Da trifft es sich gut, dass Kaliningtad eben nie zu diesen Entitäten gehört hat.

4.Was für einen Grund hätte Russland Gebiete abzutreten und dann noch an feindselige Kläffer, die von "russischer Invasion" bellen? 

5.Wegen dem "Anreiner-Anspruch" lies nochmal 1. durch. Russland hat auch "Anspruch" auf Halb-Polen. Eigtl. sllte das Gebiet russisch sein. Ironie aus.

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Kommentar von ch36667
13.03.2017, 13:35

Moskau und weiter Teile Russlands waren auch ne Zeit lang Polnisch also....

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Polen ist viel besser entwickelt als Russland. Falls man Kaliningrad bekommen würde, dann müsste man die Exklave Kaliningrad hoch subventionieren/modernisieren um es auf Polnische Verhätnisse zu bringen, deshalb währe das ganze für Polen nur unnötig aufwendig, also besser nicht.

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Darum geht es nicht; die Russen wollten sich durch ihre Kriegsbeute einen eisfreien Zugang zur Ostsee sichern - abgesehen, von der völkerrechtswidrigen Vertreibung der Einwohner Ostpreußens insgesamt (russisch und polnisch).

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Die SU brauchte den Hafen Königsberg (Kaliningrad), da Leningrad (St. Petersburg) wegen der NEWA-Brücke nicht ständig zu erreichen war...

Königsberg wurde erst zur "Insel" als die baltischen Staaten unabhängig von der SU  wurden

und Romantiker dachten sicher auch an Kulturgüter wie Trakehnen, Kant  und "Ännchen von Tharau".... :-)))

PS: Wenn ein Kind an laufender Nase leidet, sagt man:" Ey pass auf - ein fällt Dich gleich runter....!"

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Dein "Warum" ist ganz einfach und für alle verständlich zu beantworten:

Weil es nach dem Krieg so beschlossen wurde mit Vertrag und bis heute gültigen Unterschriften.:)

Alles andere dazu findest du im Net.

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