Warum war 1789 noch nicht entschieden ob nach Köpfen oder nach Ständen abgestimmt werden sollte?

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In Büchern über die Franzöissche Revolution stehen Informationen, z. B.:

Ernst Schulin, Die Französische Revolution. 4., überarbeitete Auflage. München : Beck, 2004 (Beck's historische Bibliothek), S. 61 – 68

Die Generalstände wurden 1789 in Frankreich zum ersten Mal nach 1614 einberufen. Es gab also keinen regelmäßig ausgeübten Brauch, der bis in die Gegenwart reichte.

Die „Parlements“ (Gerichtshöfe auf ständischer Grundlage mit einer Vormacht des Adels) forderten ein Vorgehen nach der „gewohnten Ordnung". Alle drei Stände sollten gleich viele Abgeordnete stellen, die Abstimmung nach Ständen geschehen. Die privilegierten Stände Adel und Klerus hätten dabei zusammen eine gesicherte Mehrheit gehabt (2 : 1). Der Dritte Stand (Tiers État) verlangte die Verdopplung seiner Vertreter und eine Abstimmung nach Köpfen.

König Luwig XVI. und seine Regierung entschieden sich im Dezember 1788 für eine Kompromisslösung, die Anzahl der Vertreter des Dritten Standes zu verdoppeln, aber die Frage der Art der Abstimmung offen zu lassen und den Ständen zu überlassen.

Der König und seine Minister wollten einerseits nicht Adel und Klerus gegen sich aufbringen und nicht die Ständgesellschaft nicht abschaffen, andererseits beim Volk und der öffentliche Meinung keine scharfe Empörung hervorrufen und ihre Wünsche einbeziehen. Bei der Einberufung der Generalstände dachten sei an eine Unterstützung, um die Finanzschwierigkeiten des Staates zu bewältigen.

Die Wichtigkeit der Frage lag:

1) in der Auswirkung, welche Mehrheitsverhältnisse bei einer Abstimmung entstanden

2) in dem Verständnis der Rolle der einberufenen Versammlung

Bei einer Abstimmung nach Ständen (jeder Stand stimmt getrennt von den anderen ab und jeder Stand hat eine Gesamtstimme) hätten Adel und Klerus zusammen eine Mehrheit gehabt. Eine jeweils einfache Mehrheit innerhalb der Vertreter des Adels und des Klerus hätte ausgereicht, um eine Mehrheit gegenüber dem Dritten Stand zu erreichen. Eine Abstimmung nach Köpfen bot dem Dritten Stand große Mehrheitschancen, weil er schon rund die Hälfte der Vertreter der Stände stellte, im Adel eine aufgeklärt-liberale Minderheit vorhanden war und es im Klerus ein par hohe Geistliche und viele einfache Geistliche gab, die Sympathien für Anliegen des Dritten Standes hatten.

Eine Abstimmung nach Köpfen hätte das Verständnis der Versammlung in Richtung auf den Anspruch des Dritten Standes bewegt, die bei weitem größte Gruppe der Nation zu sein und den Allgemeinwillen des Nation zu repräsentieren (der Abbé Sieyès hatte im Januar 1789 dazu die Flugschrift „Qu'est-ce que le Tiers État“ [„Was ist der Dritte Stand?“] veröffentlicht) .

weil die frage elementar daruber entscheidet, wer die macht im land hat: wennes nach staenden geht, haben die reichen und adligen die macht, geht es nach koepfen, hat das volk die macht. verstehst du also, warum diese frage wichtig ist? entschieden hatte dARUEBER 1789 noch niemand, weil die franzoesische revolution erst zu diesem zeitpunkt begann und vorher ein absolutistischer monarch in frankreich (darum geht es sicher) alle macht in haenden hielt.

Ist wichtig, weil je nach Stand unterschiedlich viele Menschen dazu gehören (z.B. Adelige gibt es wenige, Arbeiter sehr viele). Man hatte also Angst, die Arbeiter könnten die Adeligen überstimmen.

Eine ECHTE Demokratie lässt also nach Köpfen abstimmen, denn das ganze Volk ist gleichberechtigt.

Und wie man bei uns sieht, war die Angst unberechtigt. Wir wählen trotzdem die, die die Reichen unterstützen.

ja, allerdings. weil: genau wie vor 220 jahren werden die menschen dumm gehalten.

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