Warum versuchen Leute so wenig wie möglich zu denken?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das war immer so und liegt erstens an der Bequemlichkeit des Menschen (sonst hätten wir nicht den technischen Standard von heute), aber auch daran, dass wir zu Schablonendenken erzogen wurden. Du muss kein Auto mehr bauen können um es zu fahren. Du baust kein Haus, Du kaufst es. Du nähst kein Kleid. Du blätterst ein paar Seiten und bestellst. Und alles soll möglichst schnell gehen.

Die Werbung im Internet weiß es. Der Internetuser bleibt im Schnitt etwa 3 Sekunden und weniger auf einer Seite. In dieser Zeit muss sein Interesse geweckt werden, sonst klickt er weiter. Das tiefe Denken geht dadurch verloren. Wie das Fernsehen ist auch das Internet Segen und Fluch gleichzeitig. Für den einen ist es eine große Hilfe um etwas zu recherchieren, um Kontakte zu anderen menschen zu knüpfen. Für den Anderen ist es eine weitere Möglichkeit vor der Wirklichkeit zu fliehen.

Welche Bedeutung hat noch das Wort Freund? Für mich hat es eine tiefe Bedeutung, weshalb ich mir mit Facebook so schwer tue. Da habe ich gleich 1000 Freunde. Selbst hier sind mir die Menschen wichtig, die einen Freundschaftsantrag stellen oder bei denen ich einen Stelle. Das geht aber nicht mit tausenden oder hunderten.

Aber das ist eben die Eigenverantwortung des Menschen. Das haben wir mit allen Errungenschaften. Du kannst Dich ins Auto setzen und zum nächsten Zigarettenautomaten fahren, oder Du kannst einen Spaziergang durch den Park machen und statt Nikotinrauch die frische Luft einatmen. Du kannst statt Fluchen Singen und dadurch nachweislich länger und gesünder leben. Es liegt an Dir.

Danke für das Lob.

0

"das viele Leute (manchmal auch ich) versuchen nur so wenig wie möglich zu denken" D.h. obwohl sie eine Sache durch etwas intensiveres nachdenken herausgefunden hätten, wollen sie lieber andere Fragen oder es googeln"

Das ist eine Sache der Interessen und der Veranlagung, nicht jeder denkt gleich viel und auch gerne, viele wollen auch einfach nur ihre Meinung und Ansichten rüberbringen, hier auf GF. Man bemerkt relativ oft, dass bei einigen Fragen eigentlich nur die eigene Ansicht nach Zustimmung sucht, denn es werden oft Sinnvolle Kommentare nicht ausgezeichnet, jedoch bei Zustimmung auch wenn Sie Unsinnig erscheint, dass mal eben ein Sternchen verteilt wird, ebenso gilt dies bei Kommentaren, sobald man hier mal auf einen User Kommentar auf eine Frage eingeht, (sie wohl möglich noch in Frage stellt) wird sehr schnell, Stimmung gemacht. wenn der Zensurmeister unterwegs ist wird Sie dann gerne als Richtlinien Verletzung angezeigt.

"Und verleitet uns das mediale - Überangebot zu weniger (nach)denken?"

Nein, warum auch, es gibt genug Sendungen die bei Interesse zum Nachdenken anregen.

Wir denken vielleicht nicht mehr oder weniger, sondern auf die eine oder andere Weise. Wer googelt oder sich sonstwie informiert, denkt anders als wer grübelt oder sich sonst was einredet. Unser Denkvermögen ist gewissermaßen ständig ausgelastet. Nicht die Quantität dürfte also den Unterschied machen, sondern die Qualität.

Hegels "Logik" ist zwar ein imponierendes Gedankengebäude, aber auch gegenüber Geistesgrößen kann oft der Verdacht aufkommen: Weniger ist mehr. Popper trug einmal zu einer "großen Einleitung" von Adorno ein "kleines, verwundertes Nachwort" bei, und es wäre müßig, herausfinden zu wollen, wer von beiden in diesem Wortwechsel sich mehr gedacht hat.

Aber auch diesseits der intellektuellen Abgehobenheiten ist eigentlich nicht zu entscheiden, wie es um das geistige Leben von Zeit- und Artgenossen bestellt ist. Mir hilft hier am meisten die Vorstellung auf die Sprünge, dass Gott beziehungsweise der unendliche Geist jedem Menschen innewohnt und sich entsprechend mannigfaltig bemerkbar macht. Gerade den Nachdenklichen steht die Übung in der Bescheidenheit gut an, sich in Phasen stärkster eigener Verstandestätigkeit ohne göttlichen Beistand immer noch für schwach-sinnig zu halten.

Ich verstehe nicht ganz. Ich denke eher wir Menschen machen es uns leichter, sparen Zeit und haben eine konkretere Antwort wenn wir es einfach mal schnell in Google eintippen. Natürlich wird unser Gehirn dadurch schlechter, aber warum denken wen es leichter geht? Ich nenne Internet jetzt sogar schon mein 2. Gehirn. ô.O Du hast schon recht, wir denken zu wenig, wir tun zu wenig (guck dir die vielen übergewichtigen Körper an) und machen das meiste falsch, nur weil wir faul sind und nur an uns selbst denken. Aber Google ist wirklich praktischer, zumal dein Gehirn nicht immer die richtige Antwort liefert. :)

Viele Menschen mögen es, den Weg des geringsten Wiederstandes zu gehen. Heißt: Sie machen es sich möglichst einfach und googlen es, weil man es ja kann. Und ist man sogar dazu zu faul, wird halt hier gefragt.

In anderen Bereichen suchen andere Menschen (oder manchmal die selben) dann allerdings aus Spaß an der Freunde oder einfach aus Langeweile die Konfrontation. Diese findet man dann als Machos in Bars oder als Trolls im Netz.

Nicht selten sind es aber auch genau diese Leute, die lieber aufs provozieren abzielen und dann an anderer Stelle (beim Nachdenken) Resourcen sparen.