Warum verlernen so viele Menschen die deutsche Rechtschreibung, sobald sie online sind?

16 Antworten

Wow, was kommen denn hier teilweise für Antworten?

Rechtschreibung können einige aus dem Gedächtnis, andere nach Regeln und wieder andere, weil sie viel lesen. Man prägt sich automatisch oft gelesene Schreibweisen ein. Als Bücher und Zeitungen/ Zeitschriften vornehmlich gedruckt von großen Verlagen vorlagen, gab es ein sorgfältiges Lektorat und selten war mal ein Wort falsch geschrieben. Heute liest man aber online und sieht dort immer wieder Fehler ("zwecks" im Sinne von "aufgrund von" verwendet z.B. oder "seit" und "seid" verwechselt), sowohl von Laien als auch manchaml in Artikeln größerer Zeitugen online. So prägt sich dann ggf. ein falsches Wortbild ein und man wiederholt den Fehler unbewusst oder lernt ihn, weil man ihn so oft liest, bewusst.

Das mit der Groß- und Kleinschreibung liegt vermutlich daran, dass größtenteils übers Mobiltelefon geschrieben wird. 

Die Jugend ist Chats gewöhnt. Hierbei geht es darum, möglichst viel in kurzer Zeit und in einem knappen Text zu transportieren. Es geht nicht darum, etwas so lesefreundlich wie möglich zu gestalten.
Dazu kommt, dass es schon immer, auch vor dem Computerzeitalter, sehr viele Jugendliche gab, die nicht gut im Lesen und Schreiben waren.

das hat vermute ich dammit zu tun das man online sich nicht sonderlich anstrengt ob der satz komplett korrekt ist oder nicht

Ich ignoriere bei sowas normal auf punkt und komma da ich auch ohne die lese und rede

da ich auch ohne die lese und rede

Beim Reden wird das Komma durch die Betonung ersetzt. ... oder auch umgekehrt :o)

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@drago98165

Ich bin sicher, Du betonst :o) ... selbst wenn es nicht so hervorgehoben, wie bei einem Schauspieler / Redner ist.

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@KHSchindelar

nein das wird gerne mal von Lehrern angemerkt das ich beim lesen punkt und komma weg lasse oder allgemein beim reden das weg lasse

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@drago98165

Beim Vorlesen mag das so sein. Ansonsten versuchst Du bestimmt Deiner Aussage - auch durch Betonung - Gewicht zu verleihen.

Ich kann Dir leider nicht zuhören :o)

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@KHSchindelar

nein ich habe wenig betonung außer wenn ich mich darauf konzentriere dann aber nur um nicht monoton zu klingen und das bei zufälligen stellen ihm satz

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@drago98165

Hast du denn irgend eine kognitive Störung, die sich auf das Sprechen auswirkt?

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Hast du dir schonmal überlegt, dass deine Schreibweise total respektlos gegenüber denjenigen ist, die das lesen sollen?

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@Aliha

warum?
ich beleidige ja nicht sinloss oder änliches

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Wenn ein Satz keine Kommas hat, muss man ihn oft zweimal lesen, denn der Leser weiß ja zunächst nicht, worum es geht. Kommas können sogar den Sinn eines Satzes verändern.

Beispiel:

Sabine versprach ihrer Mutter, einen Brief zu schreiben.

Sabine versprach, ihrer Mutter einen Brief zu schreiben.

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Wenn du so sprichst, wie du hier geschrieben hast, ist das leider auch kein Deutsch. Im Falle dieser 2 Sätze (von denen der erste übrigens nicht vollständig ist) kann man noch verstehen, was du sagen willst, da es sich um ganz simplen Inhalt handelt. Wolltest du allerdings einen komplexen Gedanken ausdrücken, dann würde dich wahrscheinlich niemand verstehen. Das läge dann aber nicht an mangelnder Intelligenz deines Gegenübers, sondern an deinem mangelnden Ausdrucksvermögen im Deutschen.

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@spanferkel14

Offensichtlich verstehst du nicht den Unterschied in den zwei Sätzen. Und sie sind beide vollständig.

Im ersten Satz verspricht Sabine ihrer Mutter, dass sie einen Brief schreiben wird. An wen, ist in diesem Falle nicht erkennbar.

Im zweiten Satz verspricht sie irgendjemandem, dass sie ihrer Mutter einen Brief schreiben wird.

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@roschue

Doch doch, deine "Sabinchen"-Sätze verstehe ich durchaus. Natürlich sind sie vollständig und machen sehr gut deutlich, weshalb eine korrekte Zeichensetzung wichtig ist oder zumindest wichtig sein kann, ganz abgesehen davon, dass sich ein Text auch schneller lesen und verstehen lässt, wenn Kommata etc. an der richtigen Stelle sitzen.

Mein Kommentar war aber gar nicht an dich gerichtet, sondern an drago91865, dessen/deren Deutsch ja nur mit dem Brecheisen zu knacken ist. (Am "herrlichsten" ist die Formulierung: "Ich ignoriere bei sowas normal auf Punkt und Komma ....". - "Auf etwas ignorieren", das habe ich im Leben noch nicht gehört. Das klingt so niedlich-bescheuert, dass man schon wieder lachen muss. Für mich ist das "Heino"-Sprache. Der hat's auch nicht so mit Fremdwörtern und ihrer sprachlichen Umgebung, wie ich mal in einem Interview feststellen konnte.) LG 🐷😉

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@roschue

Kann jedem passieren. Es ist ja manchmal auch schwer, sich in dem Durcheinander von seltsamen "Namen" (und wer da wem auf was antwortet) zurechtzufinden.

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Man muss natürlich auch mal fair bleiben. Die Kinder lernen in der Schule zwar nicht mehr, sich klar auszudrücken, aber den Unterschied zwischen Jambus und Trochäus. Ist ja auch schon was. Kann man irgendwann sicher mal nicht brauchen.

Eine interessante Frage, HBPOLD!

Es ist schon so, man hört und ließt immer wieder, dass das Internet "dumm" mache und den Sprachverfall fördere anstatt zu helfen, eine solide Grammatik zu entwickeln und zu pflegen.

Doch das ist ein Vorurteil, denn der Schein trügt hier. Das Internet als solches spielt bei der Sprachbildung und dem Artikulationsvermögen keine Rolle; weder "verleitet" das Internet zur grammatikalischen Schlamperei und Gleichgültigkeit, noch gibt es vor, was wie zu formulieren ist, sondern es sind die Menschen, die mit ihrer Artikulationsweise und ihren Grammatikkenntnissen sozusagen den Ton angeben und ihrerseits das Schreibverhalten anderer Nutzer beeinflussen. Ma kann diese Tatsache z.B. an Menschen bestätigt finden, die viel lesen und/oder selber schreiben, und es ist sogar möglich, an ihrem eigenen Sprach- und Schreibverhalten das literarische Niveau auszumachen, in dem sie sich bevorzugt aufhalten. So, wie der Einzelne seinen individuellen Duktus prägt, so offenbart er sich im Gesprochenen und Geschriebenen.

Ich bin selbst immer wieder entsetzt über die verheerende Grammatik im Internet. Da gibt es Texte von nicht mehr als drei Zeilen, in welchen Fehler auftreten, die durchschnittlich auf drei DIN-A4-Seiten vorkommen würden... - Das ist ein ernstes Alarmsignal für unser Bildungssystem!

Nicht das Internet ist für einen solchen bedenklichen Sprachverfall verantwortlich, sondern in allererster Linie die falsche Pädagogik an den Grundschulen, wo man völlig ohne wirkliche Kenntnisse über das seelisch-geistige Wesen des Kindes Lehrmethoden anwendet, die das gesunde Lernen nicht fördern, sondern im Gegenteil behindern und sogar verunmöglichen. Anstatt mit liebevoller Geduld und lebendigem Interesse den Kindern das eigen-händige Schreiben und selbständige Lesen beizubringen und in ihnen die Freude daran zu wecken, setzt man sie heute vor unsere elektronischen Schreib-, Lese- und Rechenmaschinen, die den gesunden Lerntrieb des Kindes umgehen und unterdrücken und es damit der Möglichkeit berauben, am selbst-tätigen aktiven Artikulieren und Schreiben ein gesundes Denken auszubilden, die Grundlage zu einer geist-orientierten Grammatik und zur Entwicklung eines harmonischen individuellen Artikulationsstils...

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