Hallo Jennifer111111,
er hat bereits vor der Geburt Eurer Tochter seiner Familie 300-400 Euro geschickt und scheinbar hat sich, obwohl Ihr Eltern geworden seid, für ihn nichts geändert.
Noch dazu schickt er ja zusätzlich auch noch andere "Wünsche", wie Handy usw.- im Grunde fehlt Euch also noch mehr Geld für "Euer" Leben.
In einer Beziehung sollte man über solche wesentlichen Dinge aber sprechen. Auch, wenn es kein finanzielles Problem ist, ist dies keine Ebene, dass einer "macht" und der andere "nimmt es so hin". Wobei noch anzumerken ist, dass der Geldbetrag und was sie sonst noch "fordern", doch schon einiges ist.
Das Schlimmste an dem Ganzen ist doch, dass er lieber Geld zu seiner Familie schickt, als dieses für seine Tochter auszugeben.
Was Dich sehr hellhörig machen sollte, dass seine Familie auch nichts mit Dir zu tun haben möchte, auch nicht mit ihrem Enkelkind und das sie sogar gemeint haben, Du bezahlst ein Auto für Euro 5000,--.
Dein Freund steht also auch nicht hinter Dir, sonst würde er sich anders benehmen.
Meiner Meinung nach sehen seine Eltern und auch Dein Freund Dich als "Geldquelle".
Warum Du Dir dies gefallen lässt, ist nicht wirklich zu verstehen.
Du schreibst nirgends, dass er ein liebevoller Papa ist, sich sehr um das Kind kümmert, wenn er frei hat, vor oder nach der Arbeit.
Ganz ehrlich, Du machst vor der Geburt Eurer Tochter, alles mit, er bespricht nichts mit Dir. Das sich das nicht plötzlich ändert, hätte klar sein sollen. Vorher hätte es ein klärendes Gespräch geben müssen, was die Ausgaben nach der Geburt Eurer Tochter betrifft.
Du schreibst in einem Kommentar, er ist kein schlechter Mensch. Nun ja, nur, weil er seine Familie in Syrien unterstützt, macht ihn dies nicht zu einem guten Menschen.
Nochmal, er kümmert sich nicht um seine Tochter. Weder finanziell noch als liebevoller Vater. Wie er sich Dir gegenüber verhält, darüber ist nichts zu lesen, aber auch nicht das Thema.
Andere Väter arbeiten auch viel, aber sie kümmern sich am Wochenende intensiv um ihre Kinder bzw. vor oder nach der Arbeit und wollen, dass es ihrem Kind an nichts fehlt.
Ob er beleidigt darauf reagiert, wenn Du das Thema ansprichst, auch wegen seiner Familie, sollte Dir ziemlich egal sein, denn es geht um Deine Tochter. "Große" Streitereien -im Beisein- Eurer Tochter sind aber nicht zu akzeptieren.
Es ist zu hoffen, dass Ihr kein gemeinsames Sorgerecht habt, damit ihm nicht irgendwann einfällt, er kehrt zu seiner Familie zurück und nimmt das Kind einfach mit, aus welchen Gründen auch immer- das aber nur nebenbei.
Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass sein Kind an erster Stelle steht, was aber nicht den Eindruck macht.
Deine Tochter muss das Wichtigste für Dich im Leben sein und immer an erster Stelle stehen. Sie ist auf Dich angewiesen, die kleine Maus, und ein Vater, der sich nicht um seine Tochter kümmert, ist ein schlechter Papa. Auch ein "keine Liebe zeigen", prägt ein Kind negativ.
Was Du allerdings falsch verstanden hast, er hat nicht noch einen Nebenjob, damit Euch das Geld nicht fehlt, sondern, um seine Familie in Syrien zu unterstützen- dass ist wieder was anderes.
Auch nützt seine Familie nicht ihn aus, sondern Dich und das über ihren Sohn. Das zeigt es doch schon alleine deshalb, dass der Bruder nur 50,-- schickt an die Familie.
Du schreibst, es geht Dir ums Prinzip. Es geht nicht ums Prinzip, denn Eure Tochter ist keine "Prinzip". Er hat selber eine Familie und kümmert sich aber mehr um seine Eltern in Syrien und das passt wohl in keinster Weise.
Er ist der Vater Deines Kindes und hat sich auch finanziell darum zu kümmern, ob Du Deine Tochter selber finanzieren könntest oder nicht.
Ebenso ist Dir zwar bekannt, dass in seiner "Kultur" zu einer Geburt etwas geschenkt wird, Dir ist aber nicht bekannt, dass Frauen in seiner Kultur nur wenig zu "sagen" haben, die Eltern bestimmen, was geschieht.
Seine Eltern zeigen schon auch sehr deutlich, was sie davon halten, dass er mit Dir eine Beziehung führt und auch ein Kind hat. Deutlicher geht es ja gar nicht.
Du nimmst auch das hin.
Auch, "er" hat die Euro 5000,-- nicht geschickt- er hat also mit Dir gar nicht darüber gesprochen. War nur reine "Glückssache", dass er das Geld nicht geschickt hat.
Was allerdings dazu völlig unpassend ist, Du hättest Dich von ihm getrennt, wenn er seiner Familie in Syrien 5000,-- Euro überwiesen hätte, denkst aber in keinster Weise über eine Trennung nach, weil er sich nicht um seine Tochter kümmert.
Eure Tochter muss am Wichtigsten sein, für Euch Beide. Eine Partnerschaft besteht aus einem "gemeinsam" und nicht- wie Dein Freund- nur er selber.
Auch wenn Ihr nicht verheiratet seid, kann es nicht sein, dass er weiter lebt, als hätte er keinerlei Verpflichtungen und auch keine Tochter. Auch auf Dich als Partnerin nimmt er keine Rücksicht.
Ein einseitiges Verständnis- von Dir- für alles mögliche ist keine Basis für eine glückliche Beziehung.
Denk nur an Deine Tochter und damit meine ich - nicht vorrangig- an den finanziellen Teil, sondern um die Gefühlsebene, die Dein Partner seinem Kind - anscheinend - nicht entgegenbringt.
Dein Unglücklichsein, Dein Ärger, Eure Streitereien- Dein Kind spürt dies und wenn sie noch so klein ist und es verunsichert Deine Tochter.
Ich will Dir Deine Liebe zu Deinem Kind ganz sicherlich nicht absprechen, aber, Du musst dafür sorgen, dass es diesem sehr gut geht und dazu gehört auch die Liebe des Papas. Wenn sich dieser aber nie darum kümmert, kann keine liebevolle Verbindung entstehen, Dein Kind merkt auch - jetzt noch unbewusst- dass vom Papa nicht "viel kommt". Irgendwann merkt es Deine Tochter aber bewusst.
Gefühle lassen sich natürlich nicht "bestimmen". Entweder hat ein Mensch diese oder nicht- leider auch, was die eigenen Kinder betrifft- und danach solltest Du handeln.
Bitte nimm mir meine klaren Worte nicht übel!
Liebe Grüße!