Warum verhalten sich Menschen zu Hause anders als in der Öffentlichkeit

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Außer für den Fall, dass jemand allein ist, ist der Mensch immer Inhaber einer bestimmten Rolle - in der Öffentlichkeit (z. B. Berufstätiger, Fahrgast, Kunde, Stadionbesucher) ebenso wie daheim (Elternteil, Partner, Gastgeber). Mit jeder dieser Rollen sind andere Erwartungen seitens des jeweiligen Publikums verbunden, die normativen Charakter haben, da eine besonders gute Erfüllung belohnt, eine Enttäuschung der Erwartungen hingegen bestraft wird (z. B. durch soziale Ausgrenzung). Ein sehr schönes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn man sich nicht rollengerecht verhält, ist Loriots Komödie "Pappa ante portas", in der sich ein Mann in seiner neuen Rolle als Hausmann so verhält wie in seiner alten, geliebten Rolle als Filialleiter, was ihm und seinem Umfeld teils kleine, teils gravierende Schwierigkeiten einbringt.

Die Unterschiede zwischen dem Verhalten daheim und dem in der Öffentlichkeit resultieren einfach daraus, dass man daheim typischerweise in anderen Rollen als in der Öffentlichkeit agiert. Zwar kann man bei einem Spaziergang mit seiner Frau auch öffentlich in der Rolle des Ehemanns agieren, ist dann aber gleichzeitig auch noch in der Rolle z. B. des Fußgängerzonenbesuchers, was einen daran hindert, bestimmte Aktivitäten, die mit der Rolle als Ehemann verbunden sind, während des Spaziergangs auszuüben. Denn man sucht immer ein Verhalten, dass in allen Rollen, die man zu einem Zeitpunkt spielt, möglich ist. Darum haben Menschen auch oft große Probleme, wenn sie bspw. als Lehrer ihr eigenes Kind unterrichten: die Rolle des Elternteils verlangt, das eigene Kind besser zu behandeln als andere Kinder, die des Lehrers verbietet das, d. h. die beiden Rollen können nicht gleichzeitig zufriedenstellend gespielt werden.

In der Öffentlichkeit begegnet man vielen Menschen, bekannten und unbekannten. Um keine Konflikte oder Missverständnisse zu erzeugen, nicht unangenehm aufzufallen verhält man sich entsprechend der gesellschaftlichen Norm. Ohne solche Normen könnte keine Gesellschaft funktionieren. Zu Hause oder bei Freunden, kennt man sich, dort unterliegt man weniger Zwängen, man hat die Freiheit sich nicht verstellen zu müssen, ohne dass man aneckt. Peter Kleinsorge

weil man sich in der Öffentlichkeit auf eine bestimmte Weise präsentiert, um Einfluss darauf zu nehmen, wie die anderen einen wahrnehmen....manchmal sogar unbewusst

Weil man in der Öffentlichkeit ganz anderen Zwängen und Anforderungen unterliegt! In der Öffentlichkeit kommt es eben auch darauf an, dass aus vielen kleinen Teilchen ein großes Gesamtes wird! Das hat gar nichts mit Persönlichkeit zu tun! Die muss man behalten, um als Teil des Ganzen erkannt zu werden! Ansonsten geht man nur im Einheitsbrei unter!

Sie möchten einfach Konflikte vermeiden. Z.B. meine freundin, in der schule ist sie anders. Auf partys trinkt se halt a weng. Möcht halt net als "Alkoholerin" bezeichnet werden bloss, weils se öfters trinkt! mfg

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