Warum kann man elektrischen Strom nicht in Wasser induzieren?

9 Antworten

Durch Induktion entsteht nicht primär Strom oder Spannung...

...sondern zuerst einmal nur ein elektrisches Feld.

Nur wenn in diesem Feld frei bewegliche Ladungsträger sind, werden die durch dieses Feld in Bewegung versetzt - sprich beschleunigt. Das entspricht dann einem elektrischen Strom. In handelsüblichen Wasser sind aber nur sehr wenige freie Ladungsträger.

In Salzwasser allerdings schon.

Würdest du einen langen Schlauch gefüllt mit Salzwasser einem veränderlichen Magnetfeld aussetzen, dann bewegen sich tatsächlich positive Salzionen in die eine Richtung und genausoviele negative Ionen in die andere. Dann hast du auch einen Strom.

Denn zu messen, wird aber schwierig:

Würdest du an beiden Enden des Schlauches ein Voltmeter anschließen, könntest du tatsächlich auch eine Spannung messen. Aber dein magnetisches Feld induziert in den Messtrippen ebenfalls ein elektrisches Feld.

Die Spannung heben sich gegenseitig nahezu auf.

Hmm... also den Unterschied zwischen E-Feld und Spannung würde ich nicht so streng sehen. Spannung ist ja das Wegintegral über dem E-Feld, somit wäre für mich die Aussage eher die Betrachtung, ob man die Maxwell-Gleichung in Integraler oder Differentieller Form sieht.

Ansonsten verstehe ich nicht, wie sich die Spannungen "nahezu" aufheben sollen!? Du schreibst ja von einem veränderlichen Magnetfeld, die Schlaufe "Salzwasserschlauch", "Messstrippen" wird ja von einem veränderlichen magnetischen Fluss durchflutet und erzeugt eine Induktionsspannung. Oder man geht von einem ungünstigen Messaufbau aus (wo Messkabel z.B. genau entgegengesetzt des anderen Kabels verlaufen) - dann müsste sich aber die Spannung komplett aufheben. Na gut, oder beides sind getrennte Kreise und man sieht einen Kreis quasi als "Reduktionsleiter"...

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Man kann - genau dieses Prinzip wird bei magnetisch-induktiven Durchflussmessern verwendet: Man lässt die leitfähige Flüssigkeit durch ein Rohr fließen, legt ein Magnetfeld an, das induziert eine Spannung und die gemessene Spannung erlaubt Rückschlüsse auf den Durchfluss.

Hallo,

kann man doch!

Ich verstehe folgendes:

ähnlich wie beim Induktionsherd, willst Du Wasser in einem (nichtmetallischem) Gefäß erhitzen. Diese Hitze wird, wenn man die Zwischenwege wegläßt, durch elektrischen Strom erzeugt.

Wenn Du das meinst, dann geht das genauso!

Es ist nur auf dem Wege des Induktionsherdes, also der Bauform, nicht effektiv genug. Das Magnetfeld der "Herdplatte" reicht nicht weit und damit wird nicht viel der Energie ans Wasser geliefert.

Effektiver ist es mit einem Induktionserzeuger mitten in der Flüssigkeit. Dann ist es wieder effektiv genug, wie eine neue Entwicklung auch zeigt:

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/11/04/kochen-ohne-topf-induktionsstab-erhitzt-fluessigkeiten-in-der-tasse/

Grüße aus Leipzig

Ok, das hätte ich jetzt nicht gedacht.

Ich frage mich dann aber noch, warum man sich neben einem Generator in einem Kraftwerk aufhalten kann, ohne gekocht zu werden.

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@l3487171

Der Generator ist ein in sich geschlossenes System, da kommt kein Magnetfeld nach außen - durch den Aufbau.

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Moment mal! Bei diesem System wird ja der Induktionsstab erhitzt und nicht das Wasser direkt. Der Stab gibt dann seine Hitze an die Flüssigkeit ab, in der er liegt.

Beim Induktionsherd ist das auch so: Der Metalltopf wird erhitzt und gibt seine Wärme an das Essen ab. Eine Plastikschüssel oder die Hand auf der Induktionsplatte wird nicht heiß.

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