Warum ist die Revolution von 1848/1849 gescheitert?

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5 Antworten

Die Erklärung, warum die Revolution von 1848/1848 niedergeschlagen werden konnte und insofern gescheitert ist, hängt auch mit Deutungen der Revolution zusammen.

Die Ausarbeitung einer Verfassung hat sehr lange gedauert und es gab umfangreiche Beratungen und Diskussionen über Grundrechte. Ob dies aber eine Ursache des Scheiterns war, kann bezweifelt werden. Entscheidender war, ob eine Fähigkeit und Macht zur Umsetzung einer Verfassung vorhanden war.

Die Revolution 1848/1849 ist vor allem gescheitert, weil eine beträchtliche Anzahl an schwierigen Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen war, der Widerstand gegen sie bei Monarchen und Adel stark war und die Möglichkeiten abweichender Interessen und Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Revolutionäre und der beteiligten Bevölkerungsgruppen vielfältig und groß waren. Vor allem in den in den wichtigen Staaten Preußen und Österreich wurde die Stellung der Monarchen wieder stärker und ab Herbst 1848 gab es Gegenschläge, mit denen sie sich militärisch in Berlin und Wien durchsetzten. Im April 1849 lehnte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die Kaiserkrone ab, die ihm die Nationalversammlung angeboten hatte. Die Anhänger der Revolution hatten nicht ausreichend Machtmittel, um sich dauerhaft zu behaupten.

Ursachen/Gründe des Scheiterns der Revolution 1848/1849

  • fehlender Machtapparat der Revolutionäre: Die Monarchen behielten die Kontrolle über das Militär und weitgehend auch über die Bürokratie. Die Revolutionäre haben fast gar nicht eigene Truppen geschaffen.
  • keine starke Zentralgewalt: Die Provisorische Zentralgewalt, die als Regierung (aus Reichverweser und Reichsministern) gebildet wurde, hatte als Exekutive kaum eine eigene Machtstellung. Ihr fehlten fast vollständig eigene feste Einnahmen (Geld), Verwaltung und Heerestruppen. Damit war sie auf Unterstützung der Einzelstaaten angewiesen. Der revolutionären Bewegung ist es aber nicht auf Dauer gelungen, die Exekutive in den Einzelstaaten mitzubestimmen (der Partikularismus war stark, Monarchen und Landesparlamente wollten nicht gerne auf Macht verzichten).
  • mangelnde revolutionäre Erfahrung und mangelnde Entschlossenheit in der Anfangsphase: Es fehlte eine revolutionäre Erfahrung. Eine zunächst verhältnismäßig günstige Lage mit einem Anfangsschwung wurde nicht entschlossen genug ausgenutzt und eine mögliche Untergrabung der Stellung unterschätzt. Das Zurückweichen der Monarchen im März und April 1848 ist von den Revolutionären zum Teil überbewertet worden.
  • weitgehende Abwendung der Landbevölkerung/Bauern: Die Probleme der Landbevölkerung/Bauern wurden rasch gelöst und damit fiel ein Teil der revolutionären Basis weg, weil diesem Teil vor allem bestimmte beschränkte Interessen wichtig waren.
  • Probleme der Schaffung eines deutschen Nationalstaates als politische Einheit: Die Gründung eines deutschen Nationalstaates war sehr schwierig. Es gab eine Fülle von Problemen, eine Einheit zu verwirklichen, so die Entscheidung über eine kleindeutsche (Deutschland ohne Österreich, mit Preußen als Vormacht) oder großdeutsche Lösung (Deutschland einschließlich Österreichs), und damit auch das Verhältnis zu Preußen und Österreich, und über die Grenzen. Die europäischen Staaten waren einem einheitlichen Nationalstaat eher abgeneigt.
  • Erschwerung eines gemeinsamens Vorgehens in der Revolution durch unterschiedliche wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Interessen und unterschiedliche Meinungen der beteiligten Bevölkerungsgruppen (z. B. Zerstrittenheit zwischen Liberalen und Demokraten, Angst im Bürgertum vor einer sozialen Revolution): Eine einheitliche Frontstellung mit der Fähigkeit zu einer großen gemeinsamen Mobilisierung konnte kaum durchgehalten werden, es kam zu Spaltungen unter den Revolutionären. Viele Liberale hatten Furcht vor einem völligen Umsturz und suchten davor auch Rückhalt bei den Monarchen. Ziel der Revolution war nicht die völlige Abschaffung der Monarchie. Die Mehrheit befürwortete eine konstitutionelle Monarchie. Die Demokraten hatten weitergehende Wünsche (Volkssouveränität, Demokratie), aber eine ausgeprägte Konfrontationsstrategie bot angesichts einer mehrheitlich monarchisch eingestellten Bevölkerung und der tatsächlichen Macht der Fürsten in der eingetretenen Lage realpolitisch wenig Erfolgsaussichten. Im Bürgertum hatten viele Angst vor einer sozialen Revolution und waren mit ihrer gesellschaftlichen Stellung ziemlich zufrieden.

Allerdings war ein Zusammengehen von Liberalen und Demokraten nicht unmöglich. So konnte sich im Mai 1849 immerhin eine Mehrheit auf eine Verfassung einigen, die ein Kompromiß zwischen ihnen war.

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Das erste vom deutschen Volk gewählte Parlament hätte die Aufgabe gehabt, die Feinde der Revolution zu entmachten, stattdessen übertrug es die oberste Gewalt des Landes an einen Fürstwen, der dem Parlament nicht verantwortlich war.

Dann war es so, dass die Kleinstaaterei in D. vorherrschte, die Interssen zersplittert, der Feind kein einzelner Monarch. die Bourgeoisie selbst verriet das einfache Volk und paktierte mit Adfel und Junkern.

Die kleinbürgerlichen Revolutionsführer schwankten bei der Bekämpfung ihrer Feinde, waren daher halbherzig und inkonsequent.

Dann wurde zudem viel zu sehr rumdebattiert, statt entschieden zu handeln. Unterinander waren die Revolutionäre uneins und konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Nenner einigen, so dass deren Kräfte sich so zersplitterten.

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Weil alle verschiedene Interessen hatten, siehe Paulskirchenverfassung. Das Volk wollte eine Verfassung aufstellen, aber sie konnten nicht mal die genauen territorialen Grenzen festmachen, was alles zu Deutschland gehört. Einige zählten Österreich z.B. noch zu Deutschland, andere wiederum nicht. Außerdem waren die Fürsten gegen eine neue Verfassung und gingen auch gewissermaßen dagegen vor. Das Volk hatte einen Willen, konnte diesen aber nicht richtig umsetzen, wodurch sich die Fürsten ihre Macht zurückgeholt haben.

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Weil die Zeit damals noch nicht reif war, das Bürgertum stand nicht hinter dieser Refolution und der Adel war nicht gewillt seine Macht aufzugeben.

Da die Refolution aber keinen Rückhalt in der Mehrheit der Bevölkerung und der Armee hatte ist dies gescheitert. 

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Weil die Fürsten, allen voran der Preußenkönig, zu bockig, uneinsichtig und auf ihre Interessen bedacht waren.

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Kommentar von LittleSarah2000
03.12.2015, 22:18

Ich hasse diese Webratgeber: immer, wenn man z.B. ein "falsches Thema" gewählt hat, werden gleich die Details zur Frage gelöscht 

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