Warum ist das Eigenkapital bei Bilanzen auf der Passiva Seite?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo VICTOR! Bilanz heißt auf Italienisch (von dort kommt die doppelte Buchführung her) bilancia=Waage. Wobei hier handelt es sich nicht um Wiegen, sondern um Balancieren, in der Waage halten. Grob gesagt, wenn du auf einer Seite 1 Kg hast, musst du auf der anderen Seite auch 1 Kg legen, damit es in der Waage hält. Wenn du also in den Aktiva deine Aktivposten hast, musst du nun in den Passiva deine Passivposten stellen, damit es die Waage hält. Da aber deine Passivposten (hoffentlich) kleiner sind als deine Aktivposten, musst du noch etwas dazu legen, um das Gleichgewicht zu erreichen. Und das nennst du KAPITAL. Also Aktiva=Passivposten + Kapital.

Man könnte auch einfacher sagen: In den Aktiva hast du deine Aktivposten, und in den Passiva woher sie Kommen (Schulden, Kapital, etc).

Was deine "Haben(Abgänge)-Seite" angeht, kannst du dir vielleicht so am Besten merken: Wenn ein Bestandkonto zunimmt, muss es wieder abgeben, also soll. Wenn es abnimmt, muss es wieder bekommen, also Haben.

0

Habe mir noch Dein Excel-Blatt angesehen. Das ist doch wunderbar und schon sehr ordentlich. Aber bitte ziehe unter jeder Aktivseite und auch Passivseite einen Strich und rechne jede Seiten zusammen. Die Summe der Aktiva muß immer und ausnahmslos dieselbe Summe wie bei der Passiva sein (und natürlich auhc umgekehrt) - also links wie rechts dasselbe! Es gibt keine Ausnahme! Sollte es dabei Abweichungen geben, dann hast Du in der BuHa einen Fehler!!!! Das ist ganz wichtig. Und bitte glaube mir, ich habe es persönlich erlebt, daß selbst in einem Abschlußbericht eines Wirtschaftsprüfers dort sogar Fehler gemacht wurden. Also immer zuerst sehen: geht die Bilanz auf!

Die Haben- Seite ist in der Bilanz die Aktiv- Seite. Auf der Soll- Seite stehen die Passiva, also die Verbindlichkeiten. Und der Saldo zwischen Aktiva und Passiva ist das Kapital. Anders kann die Bilanz (lateinisch: Waage) nicht aufgehen. Wenn aber die Verbindlichkeiten höher sind als das Vermögen, ist das Eigenkapital natürlich auf der Aktivseite.

Überlege bitte: Passiva zeigt die Herkunft der Fianzmittel an, eben entweder Eigen- (EK) oder Fremdkapital (FK). FK wird dann als Verbindlichkeit bezeichnet. Vorsicht zwischen Eigen- und Fremdkapital gibt es auch nicht eindeutig zuordenbare Finanzierungen, wie zB die Rückstellungen. Das ist aber noch ein anderes Thema.

Aktiva zeigt die Mittelverwendung, also wohin ist das gesamte Eigen- und Fremdkapital geflossen. Wozu ist es verwendet worden.

Am einfachsten ist es bei einer Eröffungsbilanz zB für eine GmbH zu erkennen. Gehe bei der GmbH davon aus, daß das Stammkapital 25.000 € sind, welche bar eingezahlt werden. (Ist wegen einer späteren Kaduzierungsmöglichkeit immer zu empfehlen - aber anderes Thema).

Dann steht auf der Aktivseite Kasse (oder Bank, wenn es auf ein Bankkonto eingezahlt wurde) = 25.000 € und auf der Passivseite Stammkapital (oder EK) = 25.000 €. Das ist dann die ganze Bilanz. Vielleicht zeichnest Du es Dir noch einmal auf T-Konten nach, da wird es dann ganz offensichtlich.

Was möchtest Du wissen?