Warum haben so viele Menschen Probleme mit dem "beschenkt werden" wenn sie selber nichts verschenken?

9 Antworten

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Du hast ja wiederum auch das hier gelesen: wer schenkt, ist,, so scheint's, häufig fast schon sauer, wenn er dann nicht jezt-aber-bitte-und-sofort auch etwas zurück bekommt. Finde ich ziemlich am Sinn des Schenkens vorbei. Andererseits haben viele Leute echte Probleme damit überhaupt etwas anzunehmen: Stolz, falscher Stolz , Erziehung, Scham etc. und generell hat sich (gerade zu Weihnachten) eine Kultur des Schenken-Müssens entwickelt, die ja mit dem Schenken von Herzen nichts mehr zu tun hat.

Dankeschön für Deine Worte, das waren auch ein paar meiner Gedanken...

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Vielleicht, weil viele Menschen beim Beschenken eines anderen ein Gegengeschenk erwarten und sauer sind, falls das nicht "kommt".

Wenn sie selbst nun ein Geschenk bekommen, ohne eine Gegengeschenk griffbereit zu haben, dann vermuten sie wohl, dass der Schenkende jetzt sauer wird (s.o.) und das bereitet ihnen Unbehagen.

Anerzogene Schuldgefühle, wenn man "egoistisch" nur nimmt.... dauert sehr lange, bis man sich davon befreit. Und um allem aus dem Weg z gehen heisst es dann wirklich sehr oft: "Wir schenken uns nichts!" Schade und einfallslos...

Ich habe dieses Jahr von Herzen verschenkt. Ob ich im Gegenzug was geschenkt bekomme ist mir (fast) egal. Nur bei meinem Mann ist es mir wichtig, weil er jedes jahr so einen Akt drum macht, um dann heiligabend doch nix zu haben. und dannkurz drauf meinen Geburtstag regelmässig vergisst, da fühlt man sich irgendwann doch etwas verschaukelt und nicht gewertschätzt! Aber er bessert sich. Dieses Jahr hat er drei Wochen den Total gestressten raushängen lassen, war völlig verzweifelt und hat mir ein Buch gekauft ;).... Ich weiss ja, das er mich lieb hat, er ist nur manchmal so hilflos!

Ohjeh. Ob es jemals noch eine 'Geschenkschule' geben wird, wo man lernt, das 'Richtige' zu schenken?

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@sender

hihi, das wärs! Allerdings vermute ich, er würde da nicht hingehen, da wär er zu stolz zu ;-)

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Schenken um des Schenkens willen ist eh Quatsch. Heutzutage wird ein Festtag wie z.B. Weihnachten kommerziell derart aufgebauscht, dass man als halbwegs normaler Mensch überhaupt keine Freude mehr an den Geschenken haben kann. In meiner Familie (und Freundeskreis) haben wir das "Rundumschenken" weitestgehend abgeschafft. Statt dessen machen wir einander spontan und meist unabhängig jeglicher Festtage kleine (und auch mal grössere) Geschenke. Die Freude wird durch die Überraschung gleich viel grösser, ausserdem weiss man nie, wann man was bekommt und kann es demnach von ganzem Herzen und ohne Schuldgefühle annehmen. - Nachahmer sind herzlich willkommen!

Das Schenken ausserhalb der Festtage machen wir sowieso, da spielt es doch auch keine Rolle, wenn man an den Feiertagen AUCH was schenkt. Ich finde dieses "Gerade WEIL Weihnachten ist, und alle schenken, schenken wir NICHTS." ist ein bischen traurig - das zeugt für mich von wenig Phantasie und von Eigenständigkeit und von einer gewissen Trotzhaltung - auch zu Weihnachten kann man nachdenken, was dem anderen Freude macht und auch zu Weihnachten kann man von ganzem Herzen und ohne Schuldgefühle annehmen. Aber zu Weihnachten etwas zu schenken ist vielleicht um vieles schwieriger?

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@RolfHoegemann

Es ist ja nicht so, dass wir uns prinzipiell gar nichts schenken, nur weil gerade alle anderen dem Geschenkewahn verfallen sind! Einen (vernünftigen) Wunsch hat zu solchen Gelegenheiten jeder von uns frei, es darf halt nicht übertrieben werden. Ausserdem: macht z.B. ein neues Fahrrad zu Frühlingsanfang nicht mehr Sinn als bei Minusgraden im tiefsten Winter?

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das nenn ich mal eine gute Idee!

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