Warum gibt es so viele depressive Menschen in Deutschland, obwohl die meisten kein schlechtes Leben haben?

18 Antworten

Wenn Du "kein schlechtes Leben" auf die materiellen Dinge beziehst, mag das für ca. 30% der Bevölkerung vielleicht zutreffen. Da sich der Abstand des reell zur Verfügung stehenden Einkommens allerdings gegenüber den Teuerungen stetig verringert, weil die Kosten schneller steigen als das Gehalt, haben immer mehr Menschen nicht mehr viel finanziellen Spielraum und sehen sich einer Problematik gegenüber, an sich und dem eigenem Lebensstil Reduzierungen vornehmen zu müssen, bzw. geplante Ziele zunächst vorerst aufgeben zu müssen. Das löst Anfangs nur einen Ärger aus. Wenn man aber erkennt, dass man diese Entwicklung aus eigener Kraft nicht mehr aufhalten oder umkehren kann und Ziele nie mehr erreichen wird, schlägt es möglicherweise in Resignation um, die später zu einer negativen Lebenseinstellung führt und sich sogar in Richtung Depression verschlimmern kann.

Normalerweise sind die Menschen nie zufrieden mit dem, was sie haben, und leiden deshalb unter psychischen Erkrankungen.

Früher lebten die Menschen in relativ kleineren Städten und Schlössern, hatten im Allgemeinen dieselbe Kultur, Religion, Nationalität und denselben Glauben und konnten sich leichter miteinander verständigen. Aber heute gehören Meinungsverschiedenheiten, traurige Nachrichten und übermäßige Handynutzung zu den Ursachen von Depressionen.

Außerdem, Faktoren die "Klima, Beziehung, Rasse, Kultur, Beruf" sind einflussreich.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Depression ist eine Erkrankung und geht über das normale Maß an rationalen emotionalen Reaktionen hinaus. Es ist also nicht so simpel wie "ich hab essen, trinken, arbeit, freunde und eine wohnung also geht es mir gut". Unter anderem haben einige Menschen eine genetische Veranlagung wie das auch bei anderen Krankheiten der Fall sein kann. Ob diese dann auftreten hängt von äußeren Faktoren ab. Traumatische bzw stark belastende Ereignisse wie Todesfälle oder Trennungen können eine Depression auslösen.

Oder auch, und das wird häufig der Fall sein, viel emotionaler Druck und damit werden wir eigentlich alle zwangsläufig konfrontiert da wir einerseits in leistungsgesellschaft leben

Andererseits spielen soziale Netzwerke faktisch eine maßgebliche Rolle. Belegt wurde das unter anderem von einer Studie von Facebook selbst.

Die globale Vernetzung zwingt uns praktisch dazu uns selbst permanent mit der ganzen Welt zu vergleichen die uns dazu ein unrealistisches, nicht erreichbares Bild von Menschen und Standards liefert. Die Tatsache das wir das wissen ändert aber leider nicht unsere Wahrnehmung nicht und wir sind schneiden in unserem Vergleich grundsätzlich schlecht ab.

Auf der anderen Seite gewöhnen wir uns gleichzeitig an unseren Selbstwert durch Selbstdarstellung auf Insta und Co durch die Bestätigung und Aufmerksamkeit anderer zu definieren. Das Resultat des ganzen ist wir fühlen uns minderwertig und das macht viele Menschen krank.

Weil das nichts damit zu tun hat. Guck mal wie viele Hollywood-stars sich umbringen. Oder wie viele reiche unglücklich sind. Geld füllt keine innere Leere.

"Kein schlechtes Leben" ist relativ. Man kann ganz stark an seinen Bedürfnissen "vorbeileben", was in einer Umgebung, in der ds hohe Erwartungen an das Individuum gibt, umso leichter passieren kann. Stress und Leistungsdruck können zur Entfremdung des Menschen von sich selbst beitragen. (Darüber hinaus enpfinde ich die deutsche Gesellschaft als eine eher "kalte" Gesellschaft).

Andere Gesellschaften, in denen die Grundbedürfnisse nicht so gut gedeckt sind, haben vielleicht andere Vorteile: einen besseren sozialen Zusammenhalt, einen geringeren Leistungsdruck. Das würde dann vor Depressionen schützen.

Was möchtest Du wissen?