Warum beginnt die dritte strophe mit dem wort „doch“?

 - (Schule, Deutsch, Sprache)

14 Antworten

Mit der 3. Strophe beginnt eine Art Wendung. War die Stimmung in der ersten und zweiten Strophe eher trostlos, so kommt ab der dritten Strophe die Liebe zur Stadt und warme Gefühle zum Zuge, also das Gegenteil von Strophe 1 und 2.

Das doch leitet schon rein sprachlich einen Satz ein, der das Gegenteil oder eine Einschränkungdes vorher gesagten beinhaltet.

Zuerst beschreibt er die Stadt als eher grau, herbstlich, ... (Nebel, kein Waldesrauschen, kein Vogelschrei, ...)

Im Gegensatz zu dieser eher trostlosen Beschreibung steht die positive Einstellung des Sprechers zu dieser Stadt. Er bringt sie mit seiner Jugend in Verbindung und sie zaubert ihm ein Lächeln aufs Gesicht.

Mag die Stadt also noch so eintönig und grau sein: Er mag diese Stadt.

Daher das "doch" (=dennoch, trotz allem)!

Nachdem er die Eintönigkeit und Einsamkeit der Stadt geschildert hat, kommt mit dem "doch" das Bekenntnis, dass er sie trotz allem von ganzem Herzen liebt.

Es könnte also da auch das Wort "trotzdem" stehen – wenn's ins Versmaß passen würde!

ersetze mal doch mit jedoch.

In den ersten beiden Strophen wird eine Stadt beschrieben, die nicht gerade Weltkulturerbe zu sein schein. Aber sie ist halt Heimat für den Dichter.

Ich hatte mal in einer Arbeitsstelle in Dortmund eine Putzfrau gehabt. Diese wohnte in Dortmund Ewing, da, wo es grau ist. DAs GEgenteil einer Villengegend. Eintönige Arbeitersiedlung.

Sie hatte mit ihrem Mann zusammen ein Wochenendhäuschen am Möhnesee. Grün, ein See, ein kleiner Strand, Wald. Herrlich. Sie fuhr mit ihrem Mann jedes Wochenende dorthin. Aber am Montag erklärte sie strahlend: "Es war schön. Aber wenn ich nach Hause komme und meine Straße sehe, bin ich am glücklichsten. Mein Ewing ist am schönsten."

Die Straße war grau, es gab nur Mietskasernen und kaum etwas Grün. Für meine Augen grauenvoll, aber sie liebte ihre Straße.

Das "doch" ist als "trotzdem" oder "dennoch" zu verstehen.

Es ist alles düster, nichts los aber trotzdem (dennoch) liebe ich meine Heimatstadt...

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