Waren Apostel Jesu Lügner?

17 Antworten

"Sie alle starben, weil sie die Auferstehung Jesu bei Todesstrafe bezeugten." 

Dieser Quatsch ist aber im Imperium Romanum keine Straftat gewesen, sondern hat unter der Rubrik "Private Eseleien" firmiert.

Es Opfern sich doch Menschen immer wieder für ihre Überzeugungen.

Sie müssen nicht wissentlich gelogen haben. Sie waren sicherlich selbst davon überzeugt. Nur ob es auch der Wahrheit entspricht ist fraglich.

Im 2. Weltkrieg sind Leute für ihre Überzeugungen gestorben. Ob sie nun falsch waren oder nicht ist egal.

Es sterben Leute weil sie davon überzeugt sind von Lichtnahrung überleben zu können. Etc.

Gerade bei sektenartigeb Gemeinschaften sieht man das immer Mal wieder.

Das 500menschen Zeugen gewesen sein wollen muss bitte mit was anderem belegt werden als die Bibel. Die alleine reicht für soetwas nicht.

Ich denke auch, dass ihr Märtyrertod ein Zeugnis für die Auferstehung Jesu ist:

Nach Jesu Tod waren die Jünger eine völlig mutlose und verängstigte Gruppe von Männern und Frauen, denn als Anhänger des „Staatsfeindes“ Jesus mussten sie selbst mit dem Tod rechnen. Erst als der Auferstandene ihnen begegnete, wurden aus verängstigten Menschen mutige Zeugen. Sie verbreiteten die Botschaft vom Sterben und Auferstehen Christi, erst in Jerusalem und später in der ganzen Welt. Viele von ihnen wurden verfolgt und bezahlten ihren Glauben mit ihrem Leben – wer würde so etwas für eine selbst erfundene Geschichte tun?

Die Jünger selbst glaubten zunächst nicht an die Auferstehung, denn sie teilten das Denken des damaligen Judentums: Die Auferstehungshoffnung der Pharisäer beschränkte sich auf „die Auferstehung der Gerechten“ am jüngsten Tag, nicht aber auf eine leibliche Auferstehung im Hier und Jetzt; die Sadduzäer leugneten die Möglichkeit der Auferstehung sogar völlig. Die Auferstehungslehre zu vertreten war also nicht nur „lächerlich“, sondern auch gefährlich – es sei denn, sie war tatsächlich passiert.     

Lügner waren sie sicher nicht. Ich habe manches Jesusbuch gelesen, insbesondere von nichtchristlichen Verfassern. Dabei kann man manches lernen, aber an einem Thema scheiterten alle: Nachvollziehbar zu erklären, wie aus einfachen Fischern und Handwerkern, die eine völlig falsche Vorstellung von Jesu Zielen hatte und denen durch seinen Tod alle Illusionen genommen worden waren, urplötzlich beredte Zeugen seiner Auferstehung werden konnten. Und die für dieses Zeugnis ihr ganzes Leben auf den Kopf stellten, bis hin zum Märtyrertum. Da muss etwas ganz Entscheidendes nach Jesu Tod geschehen sein, nämlich seine "Auferstehung". Ähnlich muss Paulus etwas Umwerfendes erlebt haben.

Die Bibel beschreibt ja ausführlich, dass sich die Jünger bei Jesu Erscheinen erschreckten, dass sie ihn für ein Gespenst oder unwirklich hielten, bis ihnen jeder Zweifel genommen wurde, bis "der Heilige Geist" sie überkam. Dafür habe ich noch keine rationale Erklärung gelesen.

Man kann fantasieren, dass die Jünger (alle?) Eidetiker waren, die sich Jesus so lebhaft vorstellen konnten, als sei er anwesend. Aber solche eingebildeten Erscheinungen haben nicht die Eigenschaften wie ein normaler Mensch, können nicht argumentieren (z.B. mit den Emmausjüngern), essen, trinken und sich berühren lassen (und doch durch Wände gehen und in Wolken verschwinden).

Andere behaupten, Jesus habe die Kreuzigung überlebt. Dann wäre er kaum mehr als ein Krüppel gewesen, unfähig, seine Jünger so umzukrempeln.

Es bleibt unerklärbar.

Es bleibt nur "unerklärbar", wenn man die Märchen aus der Bibel für bare Münze nimmt!

Erst verrieten, verleugnen, diskreditieren und flohen sie ihn, dann wollen sie faktisch innerhalb von drei Jahrzehnten seine gesamten Vorstellungen in der halben Welt verbreitet haben?!

Selbst mit heutigen Verkehrs- und Kommunikationsmitteln wäre das faktisch ein Ding der Unmöglichkeit!

Ihr "Persönlichkeitsbild" wird sogar in der Bibel als sehr beschränkt eingeschätzt:

Die Zwölf gingen zwar in die Geschichte ein, in der Bibel selbst kommen sie aber nicht sonderlich gut weg. Wenn sie überhaupt auftreten, dann häufig als unverständige Trampel, die wieder einmal gar nichts kapiert hatten. Am Ende von Matthäus etwa meckern sie über eine Frau, die den "Meister" mit einem "kostbaren Salböl" verwöhne. Man hätte viel Geld für die Armen erlösen können, schimpfen sie - und werden dafür von ihrem "Meister" in die Schranken gewiesen: "Sie hat ein gutes Werk an mir getan".

Ausgerechnet Simon will Jesus den aramäischen Beinamen "Kephas" (griechisch "petros", für Stein) gegeben und ihn angeblich als den "Felsen" geadelt haben, auf dem er seine Kirche aufbauen wolle. Petrus war, nach allen Erzählungen aus der Bibel zu urteilen, ein Aufschneider und Wichtigtuer, einer, der immer alles genau gewusst haben will, sich selten zufriedengab und mit selbstgefälliger Überheblichkeit für alle Zwölf sprach. Trotzdem gerät er für Jesus zum Hauptdialogpartner. Er wagt es sogar, dem "Meister" ins Gewissen zu reden und beispielsweise von der Reise nach Jerusalem abzuraten, wofür Jesus ihn wütend als "Satan" bezeichnet.

Judas wurde als Verräter gebranntmarkt, bis heute wird abfällig von "Judaslohn" gesprochen. Dabei hätte es die ganze Story ohne diesen "Verrat", von dem Jesus lt. Bibel vorher schon wusste, gar nicht gegeben!

Usw.,usf.

Es bleibt nur eine einzige Erklärung:

Märchen und Spinne!

1
@666Phoenix

Das Primat des Petrus wird von Exegeten ebenfalls als später hinzugefügt beurteilt.

Ansonsten: Wenn die Jünger und deren Jünger nicht das Christentum verbreitet haben, deiner Meinung nach, wer sonst?

Im übrigen unterstreichen deine Zeilen das, was ich gesagt habe: Unglaublich, diese Verwandlung der Apostel. Da muss sie etwas Einmaliges umgekrempelt haben.

Allgemein wundere ich mich immer, dass alle möglichen antiken Quellen in der Geschichtsforschung ernst genommen werden (aber natürlich nicht wörtlich und als bare Münze); nur die Bibel wird von Nichtgläubigen als kulturhistorische Quelle ausgeschlossen ("alles nur viel später erfunden"), wobei sie oft selbst auch noch schreiben, dass sich vieles in der Bibel findet, das von früheren Quellen übernommen wurde. Eben! Die Bibel ist eine kulturgeschichtliche Quelle wie alle anderen aus der Zeit und früher auch, wissenschaftlich nichts mehr und nichts weniger.

Was Gläubige daraus für ihren Glauben machen, ist ein eigenes Kapitel, das man streng von der kulturhistorischen Forschung trennen muss.

0
@RudolfFischer
  • Wenn die Jünger und deren Jünger nicht das Christentum verbreitet haben, 

Rudi, du hast aber schon mitbekommen, dass hier nicht von "den Jüngern" (das sind rein sprachlich definiert alle "Schüler" und Adepten des Wanderpredigers), sondern von den Aposteln gesprochen wird. Und was waren zu Jesu Zeiten gerademal 12 (die allerdings alle aus den Reihen seiner Jünger stammten).

0
@666Phoenix

Die Apostel wurden nur hervorgehoben. Jesus wurde von wesentlich mehr Jüngern begleitet, was an mancher Stelle durchscheint. Lukas erwähnt 72! Auch Frauen waren dabei. - Ich verstehe ansonsten deinen Einwand nicht.

Bitte meinen Vornamen "Rudolf" nicht verniedlichen!

0
@RudolfFischer

Pardon zu dem Vornamen-Diminutiv!

Mein Einwand war, dass die Frage nur die Apostel betraf, nicht die Jünger, derer es natürlich bedeutend mehr gab, auch bedeutend mehr als 72, und nicht nur damals!

"Als Jünger bezeichnet das Neue Testament jene Menschen, die Jesus nachfolgen (Apg 11,26 EU). Der Begriff übersetzt das griechische Wort μαθητάι mathētai, das wörtlich Lehrlinge oder Schüler heißt ....

Neben den ersten Jüngern, die Jesus aus den Juden heraus berief, nehmen die Evangelien Bezug auf weitere Jünger; ihre Zahl wird mit 70 bzw. 72 beziffert (Lk 10,1 EU). Andere Stellen lassen den Schluss auf eine größere Anzahl zu (z. B. Apg 6,7 EU und Joh 6,66 EU). Im Gegensatz zur Apostelliste umfasst die Schar der Jünger nicht nur Männer; zu den Jüngern Jesu zählen auch Maria Magdalena, Johanna Chusa und Susanna (Lk 8,2-3 EU) sowie Maria und Martha, die Schwestern des Lazarus, Lydia (Apg16,14 EU) und Tabita (Apg 9,36 EU). Nach seiner Auferstehungbeauftragte Jesus seine Jünger, andere Menschen zu Jüngern zu machen (Missionsbefehl, Mt 28,18-20 EU)."

Aus wiki

(Hervorhebung von mir - Ph.)

0
@666Phoenix

Zitat: "Mein Einwand war, dass die Frage nur die Apostel betraf, nicht die Jünger, "

Ach so, da bin ich etwas lasch mit den Begriffen "Jünger" und "Apostel" umgegangen. Meine Antwort bezüglich der unerklärlichen Wandlung bezieht sich natürlich auf die Apostel, da über die anderen Jünger ja nicht so viel überliefert ist. Einzig die Emmaus-Jünger fallen mir da ein, auch bei ihnen wird eine Wandlung geschildert.

0
@RudolfFischer

Ja, die ""Wandlungen" findet man faktisch bei allen Aposteln (die ja aus der Zahl der Jünger hervor gegangen sind)! Von den restlichen Jüngern der damaligen Zeit und die in der Bibel genannt werden, habe ich nicht so den Überblick.

1

Für den "Glauben Christi" zu sterben (Apg.12,2; Phil.1,21) bedeutet:

ewiges Leben im Reich Gottes (1.Kor.15,23).

"Andere" sterben für den "Gott dieser Welt" (2.Kor.11,14; Offb.12,9), bekommen aber in Gottes Reich auch noch "ihre Chance" (Jes.65,17-20; Offb.20,5).

Woher ich das weiß:Recherche

Was möchtest Du wissen?