Vorteile und Nachteile der Jagd

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hallo

vorteile: der vorteil schlechthin ist der, dass durch die jagd ein gleichgewicht hergestellt wird zwischen der vermehrung wildlebender tiere und interessen der menschen. es liegt im wesen jeder tierart, sich zu vermehren. von natur aus gibt es regulative, die eine ungezügelte vermehrung einer art verhindern und die reproduktion auf ein maß beschränken, das für die erhaltung der art ausreichend ist. solche natürlichen regulative können sein: natürliche feinde, nahrungsmangel, krankheiten usw. wenn allerdings die natürlichen regulative nicht mehr funktionieren oder unerwünscht sind muss man sie durch menschlichen eingriff ersetzen. nichts anderes ist die jagd. da das nun doch etwas trocken ist ein beispiel: das rehwild. eine rehgeiß bekommt im schnitt ca 1,8 kitze pro jahr und das über bis zu zehn jahre. das heißt, wenn keiner reguliert werden es immer mehr rehe. wie sieht´s nun mit den regulativen aus? natürliche feinde: die hauptfeinde wie wolf, bär und luchs sind in mitteleuropa nicht mehr vorhanden oder wie im falle des luchses selbst so wenige, dass sie keinen einfluss auf die anzahl der rehe haben. der fuchs spielt keine rolle, rehe gehören nicht zu seinem beutespektrum. bliebe noch das wildschwein und der uhu; in den alpen vielleicht der steinadler. aber auch bei diesen arten steht rehwild nur ausnahmsweise auf dem speiseplan, die "überproduktion" können sie bei weitem nicht ausschöpfen. also fällt der punkt natürliche feinde schon mal aus. dann nahrungsmangel. da sieht´s ähnlich aus. unsere kulturlandschaft mit land- und forstwirtschaft bietet gegenüber der natürlichen pflanzengesellschaft des urwaldes ein zigtausendfach höheres nahrungsangebot für kulturfolgende pflanzenfresser, und ein solcher ist das rehwild. also wieder fehlanzeige. blieben noch die krankheiten, und da kommt das oben erwähnte "unerwünscht" ins spiel: niemand kann ernstlich wollen, dass sich die rehe so lange vermehren, bis sie eine wildseuche zu tausenden dahinrafft und viele eines qualvollen todees sterben! zumal sie vor diesem szenario in einer anzahl auftreten würden, die immense schäden in forst- und landwirtschaft nach sich ziehen würde. also was bleibt denn anderes für den menschen übrig als selbst einzugreifen und den natürlichen feind so gut es eben geht zu ersetzen.

das der mensch vor allem hier in mitteleuropa die umwelt grundlegend und nachhaltig verändert hat gilt das oben gesagte nicht nur für rehwild, sondern für die meisten wildlebenden tierarten. das natürliche gefüge ist eben dermaßen gestört, dass wir alle hände voll zu tun haben, das ganze am laufen zu halten. die jagd ist ein nicht unwesentlicher faktor dabei.

andere vorteile der jagd (bspw. die zitierten arbeitsplätze) schwimmen im kielwasser dieses hauptnutzens mit; sie allein wären sicherlich keine hinreichende begründung dafür, jährlich hunderttausende wildtiere zu töten. so bleibt also eigentlich nur dieser eine vorteil: die jagd ist eines der mosaiksteinchen, die unsere zivilisiertw gesellschaft am leben und am laufen erhält!

nachteile: ganz so blauäugig wie viele der anderen beiträge sehe ich das nicht. jagd hat durchaus nachteile, ist sie doch eigentlich eine krücke, mit der man die auswirkungen  seit jahrhunderten gemachter eingriffe in unser ökosystem im griff zu behalten sucht. ferner lockt die jagd mit ihrer (unvermeidlichen) legitimation des besitzes von schusswaffen auch den einen oder anderen waffenfetischisten an. weiterhin gibt es natürlich auch jäger, denen die lust am töten wichtiger ist als eine sinnvolle ausbalancierung unseres ökosystems. aber mit einigen schwarzen schafen muss wohl jeder stand leben, der bei weitem überwiegende anteil der jäger versucht, nach bestem wissen und gewissen die sache gut und richtig zu machen und die allermeisten sind auch recht erfolgreich in diesem bemühen.

tut mir jetzt etwas leid, dass es so viel geworden ist, aber manche fragestellungen sind halt etwas komplexer!

Für einen Förster eine echt gute Antwort! ;-). Nein im Ernst, ich jage seit etlichen Jahren und möchte dir ein Kompliment für deine hervoragende Antwort machen. Sie gibt ein durchaus selbstkritisches Bild der Jagd wider und stellt eine der besten Erklärungen für die Jagd dar die ich bisher bekam. Die "Krücke"-Erklärung  finde ich zwar nicht gut da du sie negativ darstellst und es im Falle der Wildregulation wohl sonst keine Alternative gibt. Trotzdem Danke.

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@bibo1301

na, dann sage ich mal vielen dank für die blumen. die krücke ist keine negative wertung, es ist einfach fakt, dass der menschliche eingriff in wildbestände gegenüber dem natürlichen durch raubtiere qualitativ miderwertig ist, da raubtiere durch das erzwungene ökonomische jagdverhalten (zum fang der beute darf nur eine gewisse energie aufgewendet werden, da ansonsten die aufgewendete energiemenge die erbeutete wohlmöglich übersteigt und nichts wäre bei der jagd gewonnen) immer diejenigen tiere aus der beutepopulation herausfischen, die gesundheitliche probleme haben, schlecht ernährt sind, eine körperbehinderung aufweisen oder ähnliches. wer sich für diesen themenkomplex interessiert, dem sei folgende lektüre empfohlen: hermann remmert: ökologie. ist zwar schon etwas betagt, trifft im kern aber die sache sehr genau und ist auch für den laien verständlich.

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weil du dir so viel mühe gemacht hasd

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Vorteile: Jagd reguliert die Wildbestände, die in unserer Kulturlandschaft sonst weit über das natürliche Maß hinaus anwachsen würden. Der Grund dafür ist, dass das Wild in unserer Landschaft wesentlich mehr Nahrung findet als in der unberührten Wildnis. Durch die Bejagung beugt der Jäger dem Ausbruch von Tierseuchen vor, die sonst bei zu hohen Wildbeständen regelmäßig auftreten würden. Sollte es trotzdem mal zum Ausbruch einer Tierseuche kommen, z.B. der Schweinepest, sind wir Jäger in aller Regel die Ersten, die das bemerken und die zuständigen Behörden informieren. Weiterhin sichert die Jagd allein in Deutschland rund 100 000 Arbeitsplätze. Und zwar nicht nur in der Waffenindustrie, wie der Laie glauben könnte. Hier mal eine kleine Auswahl von Branchen, die an und durch die Jagd verdienen: Bekleidungsindustrie, optische Industrie, Metallindustrie, Pharmazie, Landwirtschaft, Gastronomie, Lebensmittelindustrie Papierindustrie. In allen diesen Bereichen sichert die Jagd Arbeitsplätze. Und es gibt noch einige mehr.

 

Nachteile: Meines Wissens keine. Zumindest nicht in Deutschland, da hier das Jagdwesen durch zahlreiche Gesetze und Verordnungen sehr gut organisiert ist.

Vorteile: Soziale Netzwerke unter den Jägern, auseinandersetzen mit Ökosystemen und den Folgen des Eingreifens durch den Menschen; Wilde Tiere leben glücklich, im Gegensatz zu Tieren aus Schweine KZs und Kleinkäfigen - sie ahnen nichts vom nahenden Tod im Gegensatz zu Zuchtschweinen auf dem Transporter

Nachteile: geringes Wissen der Jäger durch fehlende Naturnähe (Jagd ist teuer, Jäger haben viel Geld, dass sie mit Juristerei, Fabrikbesitzerschaft etc. verdienen) Jagd wird zum Hobby - dafür ist das Töten von Wirbeltieren aber eigentlich zu verantwortungsvoll; Schüsse sind zum Teil nicht tötlich auf Grund geringer Erfahrung und Training auf Schießständen - Tiere quälen sich dann bis zum Tod.

Ich verwette ein halbes Schwein darauf, das die Mehrzahl der deutschen Jäger ein weitaus fundierteres Wissen über die Natur hat als der deutsche Durchschnitts-Depp. Und das Jäger grundsätzlich viel Geld haben, ist ebenfalls ein völliges Ammenmärchen. Ich bin Jäger! Und ich bin weder Jurist noch Fabrikbesitzer. Ich habe Abitur, arbeite heute in einem metallverarbeitenden Betrieb und verdiene ca. 1100 Euro netto im Monat. Ich fahre auch keinen 50 000 Euro Wagen, sondern einen 10 Jahre alten Kia. so, und jetzt kommst du.

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@Terrier74

Hallo *Terrier*, ärgere dich bitte nicht über eine so unqualifizierte Antwort. Das herunterbeten von den immer gleichen Phrasen und Klischee's dürfte weit unter deinem Niveau stehen. Es gibt zum Glück noch genug faire/normale Nichtjäger und Jagdgegner  die aufgeschlossen und korrekt an so eine Diskussion gehen. Es lohnt sich nicht auf diese  herabwürdigenden Unterstellungen und Behauptungen einzugehen - sie würde es vermtl. eh' nicht begreifen da sie sich auf Grund ihrer negativen Einstellung zur Jagd sowieso innerlich dagegen wehrt. Sei ihr nicht böse - sie weiß es eben nicht besser.

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@Terrier74

Du kannst ruhig mehr wetten als ein halbes Schwein..... du würdest gewinnen :-). Jeder Jäger (zumindest die jüngeren) hat im Rahmen der Jagdscheinprüfung auch einen Sachkundenachweis in Natuschutz zu erbringen, der separat geprüft und beurkundet wird. Damit hat ein Jäger eine deutlich breitere und staatlich geprüfte  Wissensbasis vorzuweisen als jeder selbsternannte Natur- oder Tierschützer! Jagd ist nicht einfach ein Hobby wie Briefmarken sammeln oder Ski laufen, dafür bringt Jagd einfach zu viel Verantwortung im Umgang mit Leben und Tod mit sich, es ist eine Passion. Man hat es "im Blut" oder eben nicht. Und gerade einem Jäger geringe Erfahrung im Umgang mit der Waffe zu unterstellen ist ein Witz. Wer sonst, außer Jägern, darf in Deutschland offen mit einer Waffe umgehen und hat so viel Verantwortung und Ausbildung, dass ihm erlaubt wird, in der freien Natur zu schießen???

Ich bin Jägerin! Ich arbeite teilzeit, weil zwei Kinder, eine alte Mutter und Haus und Garten versorgt werden müssen und lebe überwiegend von einer mickrigen Witwenrente. Mein Mann, der leider viel zu jung gestorben ist, hat mir eine Jagdpacht hinterlassen, die ich mir regelrecht vom Mund abspare. Er hatte sich mit dieser Pacht seinen Lebenstraum erfüllt und ich kämpfe ständig darum, diesen Traum für mich und unseren Sohn zu erhalten. Ich fahre unser Familienauto, einen älteren Touran. Ich fluche jedes Mal, wenn ich im Revier mal wieder Probleme mit dem Lehm und den Steigungen habe, aber ich kann mir kein typisches Jägerauto leisten. Ich bin also einer der typischen, deutschen Durchschnittsjäger(in). Übrigens sind die meisten Jäger, die ich kenne, Bauern, kleine Angestellte, Lehrer usw. also echte Normalos. Klar tummeln sich auch Industrielle, Juristen, Ärzte und Lottogewinner in der Jägerschaft. Aber das sind bei weitem nicht die meisten.......

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hallo, doriana78. da du dich so genau mit jägern auskennst: wie viele kennst du denn und mit wie vielen hast du das thema jagd schon diskutiert (unter diskussion verstehe ich eine vorurteilsfreie und ergebnisoffene erörterung eines sachvehaltes)? kleiner tipp an terrier74: mach dir nichts draus; oft wissen die am besten über etwas bescheid, die am wenigsten drüber nachgedacht haben!

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@foersterhannes

Ich bin Jägerin - kann mir kein Revier leisten - dafür frisst mir das Rehwild den Garten kahl und die Schweine fressen direkt vor meiner Haustür die Reben kahl.

Ich diskutiere ständig mit Jägern - siehe Beiträge oben - stelle häufig mein beschriebenes Phänomen fest.

Wie immer im Leben gibt es solche und solche Jäger

Möglicherweise habe ich auf die Nachteile zu scharf verwiesen, aber sorry to say, ich habe beruflich jeden Tag mit Jägern zu tun und Phrasen sind dann eher deren Argumentation ;o). Denn ich darf mich ja auch ständig mit verammt ärgerlichen Landwirten, Waldbesitzern rumschlagen, die auf ihren "Sonderkulturen" hocken bleiben. Und um dem vorzubeugen, ich bin kein Landbesitzer.

Man könnte quasi diese Diskussion hier nehmen und copy und paste und schon sind wir in der Realität der Jäger und Landbewirtschafter angekommen.

@ terrier

ich habe auch Abitur und forstwissenschaftliches und umweltmanagement - Studium und kann mir trotzdem kein Revier leisten - vielleicht weil die Gegend hier Hochwildrevier ist - aber wer weiß.

Ich hoffe, das qualifiziert mich in dieser Runde und macht mich nicht zum deutschen Durchschnittsdepp!

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@doriana78

PS: Die Aussage über das Wissen bzw. Nichtwissen über die Natur der neuen Jägergeneration stammt von einem höheren Funktionär des Deutschen Jagdverbandes.

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@doriana78

Dann war dieser Funktionär eben der Depp..... Mein Sohn hat letztes Jahr den Jugendjagdschein gemacht und ich habe viel mit ihm gelernt und ehrlich gesagt, auch altes Wissen wieder aufgefrischt. Es wird so unglaublich viel  vermittelt und später in der Prüfung abgefragt - wer da wagt zu behaupten, dass die neue Jägergeneration zu den Nichtwissenden gehört, der hat keine Ahnung. Vielleicht sollte dieser Funktionär (älteres Baujahr???) noch mal probeweise die Jagdscheinprüfung machen. Dann würde man ja sehen, wer Ahnung hat und wer nicht.....

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@doriana78

@doriana78

Eine Revierpacht kann ich mir auch nicht leisten. Aber immerhin einen Begehschein im Staatsforst, auch wenn der mich pro Jahr fast einen Monatslohn kostet. Versuch es doch mal auf diesem Weg. Es muss ja nicht gleich ein eigenes Revier sein. Auch als Begehscheininhaber hat man seine Erfolge und kann einiges bewirken.

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vorteil: durch die jagd wird eine zu große population verhindert, wodurch die beute der gejagten tiere weniger gefährdet ist.

 

nachteil: tierquälerei usw.

solange alle Raubtiere (narürliche Feinde) nicht geduldet werden muss der Mensch, der ja dafür verantwortlich ist , helfend mit einer Bejagung eingreifen.

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