Versailler-Vertrag? Diktatfrieden?

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3 Antworten

Hi, siehe Link. Gruß Osmond http://www.gutefrage.net/frage/warum-handelt-es-sich-bei-der-dolchstosslegende-u... Zitat: Hi, wg. Versailler Diktat, oft auch beschönigend und verschleiernd "Vertrag" genannt:Zitat: Der Vertrag ist ein Rechtsgeschäft. Es besteht aus inhaltlich übereinstimmenden, mit Bezug aufeinander abgegebenen Willenserklärungen (Angebot und Annahme) von mindestens zwei Personen. Durch den Grundsatz der Vertragsfreiheit (Privatautonomie) wird sichergestellt, dass jeder Mensch das Recht hat, im Rahmen der Gesetze seine Verhältnisse durch Verträge eigenverantwortlich zu gestalten **** Deutschland saß nicht am Verhandlungstisch, wurde durch Gewaltandrohung gezwungen, dieses Diktat, dazu einen Blankoscheck zu unterschreiben. lgO

osmond 25.03.2012, 20:08

Hi, Scheidemann (SPD) ist lieber zurückgetreten, damit ihm die Hand nicht verdorrte. Geholfen hats leider nix - außer daß es einen 2. Wk gab. lgO http://www.deutschlanddokumente.de/vvtScheidemann.php Zitat: Wie alle Deutschen war er über die Härte der 440 Paragraphen des Versailler Vertrages entsetzt, die nichts mehr mit den 14 Punkten des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson zu tun hatten, auf deren Grundlage der Waffenstillstand geschlossen worden war. Am 12. Mai 1919 protestiert der SPD-Politiker und Führer der ersten Weimarer Koalitionsregierung leidenschaftlich gegen die barbarischen Friedensbedingungen, die er, da sie unerfüllbar sind, nicht anerkennen kann, und legt in der Konsequenz sein Amt als erster demokratisch gewählter Ministerpräsident der Weimarer Republik nieder: "Die deutsche Nationalversammlung ist heute zusammengetreten, um am Wendepunkte im Dasein unseres Volkes gemeinsam mit der Reichsregierung Stellung zu nehmen zu dem, was unsere Gegner Friedensbedingungen nennen [...] Heute, wo jeder die erdrosselnde Hand an der Gurgel fühlt, lassen Sie mich ganz ohne taktisches Erwägen reden: was unseren Beratungen zugrunde liegt, ist dies dicke Buch, in dem 100 Absätze beginnen: Deutschland verzichtet, verzichtet, verzichtet! Dieser schauerliche und mörderische Hexenhammer, mit dem einem großen Volke das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit, die Zustimmung zur erbarmungslosen Zerstückelung abgepresst werden soll, dies Buch darf nicht zum Gesetzbuch der Zukunft werden. Seit ich die Forderungen in ihrer Gesamtheit kenne, käme es mir wie eine Lästerung vor, das Wilson-Programm, diese Grundlagen des ersten Waffenstillstandsvertrages, mit ihnen auch nur vergleichen zu wollen! Aber eine Bemerkung kann ich nicht unterdrücken: die Welt ist wieder einmal um eine Illusion ärmer geworden. Die Völker haben in dieser an Idealen armen Zeit wieder einmal den Glauben verloren [... ] Ich frage Sie: wer kann als ehrlicher Mann - ich will gar nicht sagen als Deutscher - nur als ehrlicher, vertragstreuer Mann solche Bedingungen eingehen? Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legte? [...] Dieser Vertrag ist nach der Auffassung der Reichsregierung unannehmbar [...]"

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Milena1234 29.03.2012, 16:07
@osmond

Ich weiß schon was dass bedeutet aber trotzdem Danke ;)

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Wie darf ich meine Antwort auf o. g. Frage denn formulieren damit Du sie auch verstehst? Du hast zwar gegoogelt wie Du schreibst, aber vermutlich war der Stoff für Dich zu trocken und folglich hast Du das Handtuch geworfen? Dabei ist Geschichte die Vergangenheit unserer Vorfahren, denen Du direkt oder indirekt Deine heutige Existenz verdankst. Lesen allein hilft natürlich herzlich wenig man sich mit dem gelesenen Stoff nicht auch ein wenig beschäftigt. Das ist vergleichbar mit dem Apetitt, der sich erst beim Essen so richtig entwickelt und plötzlich stellst Du fest, wie spannend- und interessant Geschichte wirklich sein kann. MIt den neu gewonnenen Erkenntnissen verbessert sich schließlich auch Dein Verstänsnis für die Gegenwartspolitik!

Nach dieser langen Vorrede nun zu Deiner Frage: Der Versailler Vertrag war kein Friedensvertrag sondern ein Diktatfrieden, weil die Deutschen Vertreter quasi wie Tiere unter Verschluß gehalten wurden während die Vertreter der Siegermächte, besser die Siegermafia die Vertragsbedingungen untereinander aushandelten. Nur zur Unterzeichnung der Bedingungen wurden sodann die deutschen Vertreter in den Konferenzsaal geführt und bei Weigerung der Unterzeichnung wurde sogleich mit einer Fortsetzung des Kriegszustandes gegen ein zuvor längst entwaffnetes deutsches Heer gedroht. Eine Weigerung wäre für das deutsche Volk also in jedem Falle schlimmer gewesen als die ohnehin völlig überzogenen Demütigungen, Gebietsabtretungen, Massenvertreibungen- und Reparationsforderungen, die später den Nazis den Weg zur Macht ebnete und damit die Fortsetzung zum 2. WK bedeutete! Unter nachstehendem Link weitere Details, viel Erfolg!

http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/versailles/index.html

Ein Diktatorfrieden oder auch Friedensdiktat bedeutet, dass der Vertrag einseitig - zumeist von der Siegermacht - aufgesetzt wird und von der anderen (entsprechend die Verliererseite) kein Mitbestimmungsrecht über die Konditionen ausgeht.

Im Gegensatz zu dem bisherigen Kommentar ist es AUSDRÜCKLICH NICHT SO, dass der Versailer Vertrag eine Diskriminierung war. Wer das behauptet hat keine Ahnung vom Vertragswesen zu der Zeit. Der Versailler Vertrag war hart - ganz außer Frage - aber generell waren die vertraglichen Konditionen die von Siegermächten gegenüber Verlierermächten ausgesprochen wurden zu dieser zeit sehr hart. Der Versailler Vertrag ist nicht anders, als jeder andere Vertrag damals auch (Im Rahmen solcher Verträge). Er ist nur deswegen so bekannt bei uns, weil er eben die Deutschen damals betroffen hat und zu einer Zeit, in der die Deutschen großteilig am liebsten schon keinen Krieg mehr wollten und sich in erster Linie die Rüstungsindustrie - auch über die Politik - damit beschäftigte diesen krieg weiter voranzutreiben (aus rein wirtschaftlichen Gründen). Es ging auf Kosten des Volkes, aber die Menschen damals haben den Vertrag nicht als Diskriminierung verstanden und auch nicht als übertrieben hart. Es war ein normaler, harter Vertrag, nur das er ein Volk traf, das bereits begann gegen seine Regieung zu revoltieren, die es in diese Lage gebracht hatte. Danach wurde ja auch ganz bald der Anstoß zur Weimarer Republik gegeben und damit der Weg weg von der Monarchie beschritten. Das in dem Rahmen auch an diesem Vertrag ziemlich viel Kritik aufkam vom Volk muss mehr als Folge betrachtet werden, als als Revolte, die sch explizit gegen den Vertrag richtete.

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