Verdienst bei der Fremdenlegion? Aufnahme sehr schwer?

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7 Antworten

Aufnahme in Paris und in Aubagne - unterscheiden sich leicht. Die von Paris ist etwas einfacher. Letztendlich landet man sowieso in Aubagne. Paris wahrscheinlich besser für Menschen aus dem Ausland. Es reicht, nur Legion zu sagen. Jeder kennt den Weg dahin (Fort de Nogent).

Pass/P-Ausweis mitführen. Etwas Bargeld für die Fahrt zur Aufnahmestelle - ansonsten, marschieren. Man sollte sich schon mal daran gewöhnen. Danach wird man kaum wieder Bargeld benötigen.

Aufnahme ist täglich 24 Std geöffnet. Erfolgt die Ankunft morgens, bekommt man sofort die Unterkunft zugewiesen und Frühstück. Erfolgt die später, geht es umgehend zum Aufnahmeverfahren.

Französisch muss man nicht können. Man bekommt ein Heftchen (Grundkenntnisse) und Muttersprachler beigestellt. Französisch lernt man sowieso in der Legion.

Persönliche Sachen, wie Unterwäsche, Hosen, Artikel Körperpflege, sind erlaubt, aber nicht unbedingt erforderlich. Handys usw werden eingezogen, registriert und in eine Tüte aufbewahrt.

Alle Interessenten werden als ledig geführt. Man kann später diesen Status ändern lassen. Anders, wenn man die Anonymisierung wünscht. Bei der Anonymisierung behält man nur den 1. Buchstaben vom Nachname. Z.B.: Meyer wird Müller.

Die Aufnahme erfolgt in vier Abschnitte.

Man sollte in eine "normale" psychische und physische Verfassung sein. Medizinisch, kein HIV usw. Man sollte alle Handfinger haben. Keine Ohrringe oder Piercing (werden abgenommen).

Das schwierigste ist das Interview. Unbedingt die Wahrheit sagen. Egal was für eine Vergangenheit. Nie über das eigene Land schlecht reden. Nie über die Streitkräfte des eigenen Landes schlecht reden. Diese so genannte Psychotests nehmen einen beachtlichen Teil der Aufnahmeprozedur ein. Man soll nie versuchen, Legionär zu sein bevor man es ist. Es ist wichtig, sich so zu zeigen wie man ist. Der Kandidat wird selber über die befreiende Wirkung staunen, den ganzen Mist raus zu lassen, ohne Bedenken alles sagen zu dürfen. Sie merken, wenn der Kandidat "schleimt" oder "lügt". Alleine die Antwort auf die Frage "Warum wollen Sie in die Legion?" kann eine Ablehnung verursachen.

Es werden mehrere Interviews geführt.

Es erfolgen einige Belastungstests (8 Km mit 12 Kg Gepäck unter 1 Std marschieren, zum Beispiel).

Hat man das alles bestanden, erfolgt der Vertragsabschluss: Mindestzeit 5 J. Kein Tag länger oder weniger. Vergehen schnell, weil es nie langweilig wird.

Danach geht's in die Pyrenäen. Training. Dann zurück nach Aubagne und dort erfolgt die Zuteilung (insgesamt 11 Regiments: Fallschirm, Scharfschütze, Fahrer Kampffahrzeug, usw).

Das Ganze dauert so um die vier Monate.

Dann wird die Sache konkreter (Wüste, tropische Regionen, Einsätze ...). Die gesamte Zeit bei der Legion ist - so gesehen - Trainingszeit. Man soll immer fit sein - auch höhere Dienstgrade. Hat mit der Taktik bei Einsätze zu tun. Der Grundsatz dabei lautet: am Boden werden Schlachten entschieden.

Dabei wird auch Wert auf Vermittlung von Allgemein- und Fachwissen gelegt. Gebildete Soldaten sind gute Soldaten. Sie drehen nicht durch, wissen zu unterscheiden zwischen Zivilist und Gegner, verlieren nicht den Kopf. Es ist eine Mischung aus Härte und Bildung.

Es gibt mehr Einsätze als man sieht oder ahnt. Merkmal dabei: die Legion tritt nicht öffentlich als Kampfpartei auf. Mali war eine Ausnahme, weil ein TV-Team irgendwo war, aber dort nicht sein sollte.

Anfangsgehalt 1.200 Euro. Geht dann bis 3.600,00 Euro. Dazu kommen Sonderzahlungen.

Der Legionär ist nicht in der Kaserne eingesperrt. Man darf nur kein Mist draußen bauen. Dann wird es ärgerlich. Er hat Urlaub. Ausreichend. Feiertage und Sonntage zählen nicht als Urlaubstage.

Der Ausstieg kann in den ersten 6 Monaten erfolgen (während des so genannten Freiwilligen Status).

Man kann sich entscheiden, die franz. Nationalität anzunehmen oder nicht. Sollte man den Vertrag nicht verlängern wollen, kann man um Beistand bitten, einen Job in Frankreich zu finden.

Herrlicher Beitrag!

Muss ich mir nicht jedes Mal die Finger wund schreiben ;-) *

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Entschuldige das ich jetzt erst Antworte.

Vielen Dank für die Ausführliche Beschreibung!! :))

Auf der Seite habe ich schon viel gelesen und wusste wie es um die Aufnahme ist. Aber eben ging es mir vertieft um die Psychischen Aspekte, die hast du gut beschrieben! Bin eben nur darauf gestoßen das Sie einen besonderen Wert darauf legen.

Wenn man aber bei der Legion nicht viel Geld ausgibt, kann man in den 5 Jahren so gut wie das gesamte Einkommen sparen? Wäre noch interessant zu Wissen. 

Lebt man auf der Kaserne, oder nur bis zu einer gewissen Zeit?

Wie hoch sind die Verlusts zahlen unter den Legionären? Darüber was aktuelles zu finden ist echt schwer. Natürlich riskiert mein sein Leben dann für Frankreich, interessieren tut es mich trotzdem. Bei so einer Elite Einheit sollte es aber doch wohl ehr gering sein oder aber sie gelten dennoch als Frontfutter^^

Falls du dir Zeit nimmst, würd mich freuen, bisher schon top Antwort!

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@Azgal

Im Prinzip lebt man in der Kaserne. Nach dem Abendessen (17:30) kann man raus. Bis 22 Uhr. Wochenende = Freigang. Man kann außerhalb der Kaserne eine Wohnung beziehen. Allerdings erst nach 5 Dienstjahren. Vor den 5 Jahren, wenn besondere Umstände vorliegen. Immer genehmigungsabhängig. Der Tag ist je mit Aufgaben ausgefüllt. Kasernen haben Freizeiträume, pp.

Man spart das, was man für persönliche Sonderbedürfnisse nicht ausgibt. Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse. Da sind noch die Sonderzahlungen/Prämien. Für Einsätze kann die Sonderzahlung das Dreifache vom regulären Lohn betragen. Für Übungen, bei denen man mehr als 24 Std. von der Kaserne abwesend ist, gibt es die Dienstprämien. Man kann es auch so sagen: Keiner scheint unzufrieden zu gehen.

Bei der Legion gibt es kein Frontfutter. Man hört es öfters, aber immer von Außenstehenden. Warum auch immer.

Es sind gute Männer, die man nicht verheizt. Der Legionär, der den Einsatz leiten wird, bleibt nicht am Bildschirm mit Joystick in der Hand. Er geht mit.

Kein Kommando – unabhängig von der Grösse oder Mission – geht in Unwissenheit raus. Rückzug ist bei der Legion keine Schande, sondern eine Taktik und Dauerfeuer bedeutet nicht, dass alle gleichzeitig ununterbrochen ballern sollen.

Ich wage mal die Behauptung, dass es keine andere Truppe gibt, bei der ein Einsatzleiter sich so oft umschaut wie der bei der Legion, um zu sehen, ob seine Kameraden noch da sind, wo sie sein sollen und ob sie sicher sind. Dein Vorgesetzter hat genau so viel Schlamm und Staub geschluckt wie Du. Er vergisst das nicht.

Wenn in einem Krieg in Afrika – unwichtig welcher -, 14 Legionäre rausgeschickt wurden, um circa 120 Ausländer über andere Wege zu einem Abflugplatz zu bringen, dann mag das vielleicht nach Selbstmord ausgesehen haben. Angesichts der Konfliktparteien.

Wenn später, 14 Legionäre und um die 300 Menschen am gesicherten Abflugplatz ankommen, dann ist das der Beweis dafür, dass alle alles richtig gemacht haben.

Die, die sich damit beschäftigen, sagen, die Anzahl Gefallene ist erstaunlich gering. http://www.legion-etrangere.com/mdl/info_liste_a.php?article_theme=37&idA=159&block=1&idA_SM=0

Jeder gefallene Legionär würde sein Leben für dich riskieren. „Kein Mann wird zurückgelassen“ – dieser Spruch ist bei der Legion kein Propaganda- oder Filmspruch.

Mit der Zeit geht Artikel 7 des Ehrenkodexes tatsächlich in Fleisch und Blut über: Im Kampf, handelst Du ohne Leidenschaft und ohne Hass. Du respektierst besiegte Feinde. Du verlässt nie, deine Toten, deine Verletzten und deine Waffen.

Auch die Kommandos der Legion geraten in Hinterhalte. Feuerkontakt auf 150 Meter sind nicht selten. Es ist die Ausbildung, die sie anders damit umgehen lässt - und man hat eine etwas andere Kriegstaktik beigebracht bekommen.

Die Legion bedient heute nicht nur franz. Interessen. Sie unterstützt auch andere Streitkräfte.

Dass Zivilbevölkerungen die Legion nicht hassen, ist wahrscheinlich das beste Zeugnis an die Legion.

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@Azgal

ab dem Dienstgrad eines Caporals (=vlg. mit nem Obergefreiten) zahlt man dort für Unterkunft und Verpflegung ein geringes Entgelt.

Zigaretten sind sehr viel teurer als hierzulande, z.B. . 

Wir haben auch regelmäßig Geld für China-Instant-Nudeln ausgegeben, wenn es denn mal vorkam, dass man mit dem Essen nicht zufrieden war. Selbst, wenn die Küche um WELTEN besser war als bei der BW.

Zudem muss man zu Beginn (Status "rouge" im Auswahlverfahren, also während der Einkleidung) ein paar Sportschuhe kaufen. Gibt da aber genügend gute Auswahl, die Preise bewegen sich zwischen 50 und 70 Euro.

Was ein Jeder aber UNBEDINGT machen sollte, bevor es auf die "Farm" geht: Zigaretten kaufen! -die teuerste Zigarette dort hat mir 50 Euro eingebracht ;-)

Zudem kann man tausende Euros im Shop lassen - für Zusatzausrüstung und dergleichen. Zudem kosten die Freigänge recht ordentlich, weil man da ja schließlich die ersten Male so richtig auf die K*** hauen will^^

Das Bahnfahren ist dafür allerdings fast geschenkt - dank des "Tarif Militaire" Ich meine, das waren 10% des regulären Fahrpreises.

Alles in Allem kann man aber recht gut Geld auf die Seite legen, wenn man den Verlockungen im Shop widersteht - ein Ami dort hat eigentlich seinen kompletten Sold des ersten Jahres dagelassen^^

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Hallo.

Über den Verdienst kann ich dir nichts sagen aber über die Schwere der Ausbildung das, was die mediale Welt preis gibt.
In einigen Reportagen (auch auf Youtube zu sehen), zeigt deutlich, das die Ausbildung kein Ponyhof ist, viele Scheitern bereits bei der Aufnahmeprüfung, über die eigentliche Ausbildung braucht man nicht zu reden, das ist echt Hardcore, die Videos und Bilder sprechen für sich.
Adressen etc. wo man sich melden kann, findet man über Google ganz leicht... als Beispiel: http://foreignlegion.info/

Liebe Grüße FD

Die Sport- und Fitnesstests sind für einen normal bis gut sportlich trainierten Menschen im signifikanten Alter problemlos zu bestehen. http://www.lalegion.de/joomla/index.php/rekrutierung

Aber die Legion ist halt ein Mythos, der gerne aufrechterhalten wird.

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@Bitterkraut

Es geht hier ja nicht nur um Sport, dazu gehört ein wenig mehr als nur die körperliche Fitness, so ein Fitnesstest etc. schaffst du sicherlich selbst als ein nur halbwegs trainierter Mensch..., wobei die meisten schon versagen wenn sie einen Kilometer zur Bushaltestelle laufen müssen um den Bus zu erreichen.
Was muss das psychische, das Mentale etc. hergeben und im Vergleich dazu, das die meisten Menschen schon ne Kriese erleben wenn sie nur aus dem Elternhaus auziehen...
Nee, da gehört ein wenig mehr hinzu, wir reden hier nicht von einer KSK Einheit auf Kuscheltuchfühlung.

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Hallo, also ich denke mal das die Aufnahme sehr schwer ist, da zur Fremdenlegion sag ich jetzt mal "die Besten" hingehen. Körperlich und Psychisch, mental gesehen auch auf andere Sachen gucken die bei den "Bewerbungen" sehr genau hin. Ich möchte jedoch das du weißt: Wer zur Fremdenlegion geht fängt ein neues Leben an. Du darfst soweit ich weiß kein Kontakt mehr zu alten Freunden oder Familien haben. Gar keinen! Außerdem werden die Leute bei der Fremdenlegion eher in Kriegsgebiete geschickt als Leute von der Bundeswehr glaube ich. Also wenn du wirklich dahin willst dann sag ich dir: überlege es dir erst noch einmal!!! Aber was die verdienen weiß ich leider nicht tut mir leid! Ich denke aber da sie so einen harten/gefährlichen Job haben schon ne Menge! Hoffe ich konnte dir einiger Maßen helfen!

Du kennst nur die Mythen ;). Ihre Smartphones bekommen die Rekuten nach der Grundausbildung zurück...

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Die offizielle Seite des französischen Verteidigungsministeriums zum Thema:

http://www.legion-recrute.com

Unter "Conditions d'engagement" gibt es Infos zum Eignungstest, unter "Contrat / Salaires" Infos zum Sold:

"Salaire net de départ : 1280 € par mois (hors déduction mutuelle)."

Aber die deutsche "Nutella-Generation" hat da eh keine Chance, außer die GF-Kämpfer natürlich ;-)

Früher braucht die Legion viel "Kanonenfutter", da wurde jede gescheiterte Existenz genommen die halbwegs tauglich war. Heute braucht die Legion "Spezialisten", diese bekommt sie aus Asien und Osteuropa für kleines Geld. Also frage dich vorher, wie kann ich da helfen?

Man verdient gut. Die BEzahlung hängt auch vom Ort des Einsatzes ab. Hinzu kommt die übliche Geschichte. Man kann das Geld kaum augeben solange man dabei ist und man wird mit ellem versorgt(kleidung, Essen). Man hat kaum Ausgaben und das Geld häuft sich aufm Konto an.

Um reinzukommen darfst Du mit Interpol keine Probleme haben. Wenn Du drin bist musst Du eben die Härte des Legionärlebens ertragen können. Wahrscheinlich iste es schwieriger als einfachr einzukommen.

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