Urnenbeisetzung - ich kenne niemanden, wie verhalte ich mich?!

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Ich habe neulich einen guten Freund zu der Beerdigung seines Bruders begleitet, weil ich ihn in seine Heimatstadt chauffiert habe. Ich kannte dort logischer Weise auch niemanden. Ich habs dann so gehalten, dass ich mich vorstellte-wenn ich angesprochen wurde-und mein Beiled ausgedrückt habe. Da mein Bekannter nur schlecht gehen kann, habe ich ihn zwar zum Grab begleitet und auch auf Wunsch seine Hand gehalten, mich aber sonst möglichst im Hintergrund gehalten. Ich hab mich weder aufdringlich noch deplaziert gefühlt. Und den "richtigen" Kontakt zu den Verwandten deines Partners bekommst Du doch bestimmt auf der Festlichkeit danach, so war es bei mir zumindest. Mein Bekannter war mir sehr dankbar und ich habe neue Bekannte kennengelernt...

Kopf hoch---Du schaffst das!!

Hallo MrsJuliregen, es ist im Trauerfall nicht leicht, die richtigen Worte zu finden, gerade dann, wenn man die Menschen nicht kennt. In diesem Fall sind auch die üblichen Beileidsworte vollkommen angebracht: Mein Beileid, mein Mitgefühl... Am Urnengrab selbst gibt es (je nach dem ob katholisch oder evangelisch, ob Beisetzung in einem Erdgrab oder in einer Urnenwand) noch die Möglichkeit, dem Verstorbenen Weihwasser oder Erde zu geben (dies würde dann dort bereitstehen). So kann man dann in zurückhaltender Form angemessen Abschied nehmen. Lg, miniyukka

Bei einer Beerdigung gibt es, auch im weitesten Familienkreis eigentlich keine festen Regeln. Es ist weder Pflicht, sich gegenseitig Beileid zu wünschen, noch sich am Grab durch Reinwerfen von Blumen oder Erde (DAS finde ich ganz unmöglich, kommt mir so vor als würde man das Grab nicht schnell genug zu kriegen) zu verabschieden. Du solltest Dich genau so verhalten, wie es sich für Dich richtig anfühlt. Durch Deinen Partner gehörst Du mit zur Familie, auch wenn die Dich noch nicht kennt, also stell Dich am Grab nicht vor und wünsch kein Beileid.

Man trifft sich ja eh vorher schon, dann kann Dein Partner Dich vorstellen.

Ich würd mich ganz normal vorstellen halt eben ohne das nette lächeln ... Beileid würde ich nicht aussprechen das verletzt noch mehr finde ich. Wenn du nicht ans Grab gehen möchtest dann mach das auch nicht es wird dir keiner vorwerfen die wissen ja dass du die Person nicht persönlich kanntest

Bei meinem Opa damals ist die Freundin von meinem Bruder auch nicht ans grab gegangen .. das ist auch finde ich in Ordnung sie war da um meinen Bruder zu Unterstützen. Ich denke immer so der verstorbene sieht alles was geschieht und das wichtigste ist das die Personen die sie kennen und lieben sich ehrevoll verabschieden.

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Ich danke euch schon mal für die vielen schnellen Antworten!!!

bojana, bei deiner Beschreibung habe ich mich tatsächlich am wohlsten gefühlt. Danke auch für's Aufmuntern! Ich denke, ich werde es auch so machen.

Vorstellen wird mein Partner mich ja vor der Zeremonie. Und wenn ich hier meine Hand reiche, werde ich auch gleich "Mein Beileid." sagen. Ich wüsste nicht, wann sonst ein guter Zeitpunkt dafür wäre, auch wenn es sich für mich noch so komisch anfühlt.

Und auch wenn ich weiß, dass es natürlich nicht um mich geht, so hoffe ich, dass mein Partner sich von mir wünscht, dass ich ihn ans Grab begleite. Ich bin ihm gerne Stütze, möchte mich aber grundsätzlich lieber etwas zurückhalten. Wir werden sehen, ich werde mich da natürlich ganz nach ihm richten.

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