Unterschied Berufsfeuerwehr-Freiwillige Feuerwehr?

8 Antworten

Die BF besteht aus hauptamtlichen Mitarbeitern, die im Schichtdienst eine Feuerwache ständig besetzen, auf Einsätze warten und allgemeine Aufgaben im Rahmen des Wachbetriebes ausüben (z.B. in Schlauchwäsche, Fahrzeugwartung oder in der Verwaltung).

 Das ist ihr Beruf, dafür werden sie bezahlt.

Die FF hat in der Regel nicht besetzte Feuerwehrhäuser und nach Eingang eines Notrufes werden über eine Zentrale Leitstelle die zuständigen Feuerwehrleute alarmiert, besetzen dann die Fahrzeuge im Feuerwehrhaus und rücken nun zum Einsatz aus.

 Diese Feuerwehrleute bekommen dafür kein Geld.

Die freiwillige hat noch einen Anderen Beruf und wird nur zum Einsatz gerufen. 

Die Berufsfeuerwehr bekommt Geld, ist den ganzen Tag auf der Wache und ist meist nur in großen Städten zu finden.

Feuerwehren sind laut Brandschutzgesetz des Bundesländer Aufgabe der Kommune, also der Städte und Gemeinden.
Diese haben per Gesetz eine "den örtlichen Gegebenheiten angemessen aufgestellte und ausgerüstete Feuerwehr" aufzustellen und zu unterhalten.
Auch die Aufgaben der Feuerwehren sind in den Brandschutzgesetzen klar geregelt, so findet man im Schleswig-Holsteinischen Brandschutzgesetz z.B. folgende Passage: 

[...] Aufgaben der Feuerwehren: Bei Bränden, Not- und Unglücksfällen haben die Feuerwehren die Wahrnehmung der Aufgaben der Gefahrenabwehr nach § 126 Abs. 3 Landesverwaltungsgesetz in ihrem Einsatzgebiet die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um gegenwärtige Gefahren für Leben, Gesundheit und Vermögen abzuwehren (abwehrender Brandschutz, Technische Hilfe). Daneben wirken die Feuerwehren im Katastrophenschutz mit. Die Feuerwehren haben bei der Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung mitzuwirken. [...]"

Grundsätzlich kommen die Städte und Gemeinden in Deutschland ihrer Aufgabe durch freiwillige Feuerwehren nach.

Freiwillige Feuerwehren (FF) sind Feuerwehren, deren Einsatzkräfte diese Aufgabe ehrenamtlich ausführen und "neben" dem Dienst in der FF im zivilen Leben einem ganz normalen Beruf nachgehen.
D.h., sie sind in erster Linie Kaufleute, Bäcker, Lehrer, Ärzte, Friseure, Kraftfahrer, Studenten, Elektriker, Betonbauer oder was auch immer.
"Daneben" lassen sie sich in ihrer Freizeit, abends und am Wochenende, zu Feuerwehrleuten ausbilden. 
Läuft in der Leitstelle dann ein Einsatz auf, dann werden die freiwilligen Feuerwehrleute nach Bedarf alarmiert - heutzutage hauptsächlich über sogenannte Digitale Meldeempfänger, auch "Piep(s)er" genannt, vereinzelt auch noch per Sirene oder auch mal per Telefonkette o.ä.
Daraufhin begeben sich die freiwilligen Feuerwehrleute dann umgehend zum Feuerwehrhaus, rüsten sich aus und fahren zum Einsatz. Dabei ist es ganz egal, ob sich die Kräfte gerade auf der Arbeit oder zu Hause befunden haben. Denn obwohl die freiwilligen Feuerwehrleute ihre Arbeit freiwillig, ehrenamtlich und nebenberuflich erledigen, sind sie als ausgebildete Einsatzkräfte doch per Gesetz zur Teilnahme an Einsätzen verpflichtet. Arbeitgeber wiederum sind verpflichtet, ihre Arbeitnehmer für die Zeit des Einsatzes freizustellen.

Das System funktioniert deshalb, weil durch die flächendeckende Verbreitung der Feuerwehren und die dadurch gegebene große Anzahl an Feuerwehren jede einzelne in der Regel nicht unendlich viele Einsätze abzuarbeiten hat.

Gerade in größeren Städten gibt es dann allerdings so viele Einsätze (einen oder gar mehrere täglich) abzuarbeiten, so dass dieses kaum noch mit freiwilligen Feuerwehrleuten umsetzbar ist.
Wenn nämlich ein freiwilliger Feuerwehrmann dreimal am Tag seinen Arbeitsplatz verlässt, um einen Feuerwehreinsatz zu fahren, dann macht das auf Dauer kein Arbeitgeber mit - Gesetz hin oder her.

In diesem Fall gibt es dann entweder mehrere freiwillige Feuerwehren in einem Ort (also auch mehr Freiwillige) oder die Stadt/Gemeinde stellt einige wenige Feuerwehrleute in Vollzeit ein, die dann die ehrenamtlichen Kräfte bei kleinen Einsätzen entlasten können.

Ab einer bestimmten Größe und einem bestimmten Einsatzaufkommen ist es dann entweder notwendig oder gar gesetzlich vorgeschrieben (100.000 Einwohner und mehr), eine Berufsfeuerwehr vorzuhalten.
D.h., die Mitglieder der BF üben diese Arbeit als Vollzeitberuf aus und durchlaufen die BF-Ausbildung als Berufsausbildung (Voraussetzung ist dabei allerdings eine abgeschlossene, vorherige handwerklich-technische Berufsausbildung).
Bleibt allerdings zu erwähnen, dass auch die BF bei größeren Einsätzen auf die Unterstützung einer oder mehrerer FF angewiesen ist, deshalb gibt es in Großstädten neben der BF auch immer FF.

Die Arbeit der FF und der BF unterscheiden sich grundsätzlich erst einmal nicht. In einer Gemeinde mit FF muss diese genauso ein Feuer bekämpfen oder bei einem Verkehrsunfall Menschen aus dem verunfallten Pkw schneiden, wie die BF in der Großstadt.
Durch die höhere Einsatzhäufigkeit kann man jedoch davon ausgehen, dass der BF'ler, der täglich Einsätze fährt, ggfs. mehr Erfahrung hat als der FF'ler eines kleinen Dorfes, der vielleicht zwei oder dreimal im Jahr im Einsatz ist.

Hinzu kommt, dass BF'ler ggfs. noch Sonderaufgaben übernehmen. In vielen Großstädten ist die BF beispielsweise auch für den Rettungsdienst zuständig, so dass die BF'ler neben ihrem eigentlichen Beruf auch eine Ausbildung zum Rettungsassistenten/Notfallsanitäter erhalten.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Zugführer bei der Freiwilligen Feuerwehr

Es gibt in Deutschland ca. 24000 freiwillige Feuerwehren, aber nur ca. 100 Berufsfeuerwehren ( in größeren Städten ).

Das heißt....: im größten Teil Deutschlands wird der Job der Feuerwehr ausschließlich von freiwilligen Kräften gemacht.

In eine freiwillige Feuerwehr kann jeder eintreten der gesund ist und der altersmäßig zwischen 18 ( 16 ) und Mitte 40 liegt. Besondere Voraussetzungen braucht man nicht.

Um einen Job bei einer Berufsfeuerwehr zu bekommen muß man im Normalfall erst mal eine abgeschlossene handwerkliche Ausbildung nachweisen und einen für immer mehr Heranwachsende zunehmend schwierigen Eignungstest bestehen.

Angehörige der freiwilligen Feuerwehren kümmern sich normalerweise nur um die Kernaufgaben wie Brandschutz, Personenrettung und technische Hilfeleistung......; die Berufsfeuerwehr deckt in vielen Städten aber auch den Rettungsdienst mit ab ( weshalb die BF´ler zusätzlich eine entsprechende Ausbildung bekommen ).

" Freiwillig " bedeutet im übrigen nicht, daß man beim Einsatz spontan entscheiden kann ob man gerade Lust und Zeit hat hinzugehen, sondern lediglich Eintritt in- und Austritt aus der Wehr sind freiwillig.

Ist man Mitglied, ist man verpflichtet zu Einsätzen und Übungsdiensten zu erscheinen.

Bei der Berufsfeuerwehr bekommst du ein monatliches Gehalt und musst eine forgeschrieben ausführlichere Ausbildung durchlaufen, als bei der FFW (Freiweligen Feuerwehr). Bei der FFW verdienst du kein Geld, musst aber trotzdem vorher Lehrgänge, wie bsp.: den Grundlehrgang besuchen und bestehen.

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