Tierliebe in Deutschland?

16 Antworten

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Ich habe eine Katze und vier Rennmäuse. Vor 4 Monaten ist meine zweite Katze gestorben. Ich trauere immer noch um sie, weil ich eine sehr feste Bindung zu ihr hatte. Aber ich habe sie als Katze wahrgenommen und auch so geliebt. Genau so wie ich meine verbliebene als Katze liebe.

Und da sehe ich nämlich oft das Problem: Die extreme Vermenschlichung. Das Tier wird oft nur als Modestück (Mops, Yorkshire Terrier), zum Posieren (Deutsche Dogge, Pit Bull) oder einfach nur als Mittel zum Zweck angeschafft.

Es dient zur Schaustellung, als Kinderersatz oder gar Kinderspielzeug. Da werden Hunden Kostüme angezogen, Katzen Schmuckhalsbänder gekauft und das Kaninchen muss als Kuschelobjekt herhalten.

Aussagen wie "Der versteht genau was ich sage" sprechen für sich. Zoofachgeschäfte voller Zubehör, die kein Tier braucht, aber in Massen gekauft werden, zeigen wie weit die Vermenschlichung geht.

Es gibt Menschen, die tun mehr für ihren Hund als für ihr eigenes Kind. Sie sehen in ihrem Gefährten kein Tier mehr. Und das sollte einem wirklich zu denken geben. Denn für die Tiere ist es oft nur eine Qual.

Wie soll sich ein Kaninchen fühlen, das ständig gedrückt wird, bis ihm die Augen rausfallen. Wie einer Katze, die ein Kleid tragen muss? Und einem Hund, der, statt auf der Wiese zu toben, zu irgendwelchen Modeschauen geschleift wird?

Das ist nicht artgerecht. Eine Bekannte von mir hat einen mittelgroßen Hund, der wie ein Kind behandelt wird. Er steht ununterbrochen im Mittelpunkt und kennt keine Unterordnung. Er ist total verunsichert und hat unbegründete Ängste, weil er seinen Platz im "Rudel" nicht kennt und nicht Hund sein darf.

Wir reden von 8,6 Millionen Hunden in Deutschland, von denen locker ein Drittel keinen Hund haben sollte. Der Hund stammt vom Wolf ab, einem Raubtier, was in einer hochentwickelten Sozialgemeinschaft lebt, wo jeder seinen Platz hat. Einem wilden Tier mit enormer Ausdauer, starken Jagdtrieb und Freiheitsdrang.

Doch was machen wir? Wir stecken unsere Hunde in die Handtasche. Verwöhnen sie bis zum geht nicht mehr und lassen ihnen alles durchgehen. Wir halten große Hunde in einer Zweizimmer Bude. Wir kaufen Hunde, weil sie gerade "in" sind oder einfach schön und imposant aussehen, haben aber keinen Plan von ihrem Charakter.

13,4 Millionen Katzen...das kann nichts mit wahrer Tierliebe zu tun haben. Wenn man bedenkt, dass der Großteil der Bevölkerung in der Stadt lebt, dann verbringen die meisten Stubentiger ihr Leben in einer winzigen Wohnung.

Dort gehört eine Katze nicht hin. Eine Katze gehört aufs Land, wo sie sich bewegen kann. Und sie gehört vorallem kastriert. Da kommen wir nämlich zum nächsten Problem: Wir wollen ein Tier, aber nicht die Verantwortung dafür übernehmen. Doch es gibt über 4 Millionen verwilderte Katzen. Die Tierheime platzen aus allen Nähten, weil wir nicht über mögliche Konzequenzen nachdenken. Wir erwarten, dass unser Tier alles tut, was wir wollen, kümmern uns aber nicht um seine eigenen Bedürfnisse. Aber wundern uns, wenn es dann Probleme gibt.

Im schlimmsten Fall wird das Tier ausgesetzt. Am meisten nach Weihnachten, wenn die Kinder ihr "Geschenk" nicht mehr wollen. Nein, das alles hat mit Tierliebe nichts zu tun. Man kann sein Tier lieben - das tue ich auch - aber diese zunehmende Vermenschlichung ist ein riesen Problem, unter dem vorallem die Tiere leiden.

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Guter ausführlicher Kommentar.

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"Eine Bekannte von mir hat einen mittelgroßen Hund, der wie ein Kind behandelt wird. Er steht ununterbrochen im Mittelpunkt und kennt keine Unterordnung. Er ist total verunsichert und hat unbegründete Ängste, weil er seinen Platz im "Rudel" nicht kennt und nicht Hund sein darf."

Ich geb Dir in vielem Recht aber diese Aussage zeugt von falschem Kenntnisstand!

Angst entsteht im Kopf die wird nicht durch eine vermeintliche lineare Rangordnungsproblematik gefördert oder gar entstünde sie dadurch!

Auch gibt es bei Hunden bis auf denen die unter einer Phobie leiden, keine unbegründeten Ängsten, da ist Dein Wissen drüber leider erschöpft.

Ein Hund ist dann Hund wenn er eben nicht mit diesem vermaledeiten antiquiertem Wissensstand von einer vermeintlichen Rangordnung leben darf, denn die ist ja schon seit 1990 bekannt, gibt es selbst bei Wölfen nicht.

Artgerecht ist es also definitiv nicht, den Hund unterzuordnen, sondern ihn als Familienmitglied zu betrachten, nicht umsonst hat das die Domestikation herbeigeführt.

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Dass Tierliebe gross geschrieben wird, ist für mich kein Grund, darauf stolz zu sein, sondern ich sehe es als vollkommen normal an, z.B. unsere Strassenkatzen jährlich kastrieren zu lassen, damit sie sich nicht unkontrolliert vermehren, und ja, auch das ist Tierliebe.

Ausserdem habe ich selber 9 zugelaufene Strassenkatzen, die meist unterernährt und teilweise krank waren. Heute sind meine Katzen kerngesund, topfit und ich habe es nie bereut, sie einfach behalten zu haben, vor allem, weil es hier weit und breit kein Tierheim gibt, das Katzen aufnehmen würde.

Tiere selber sind nicht schmutzig, können aber ganz schön viel Dreck machen, was ich einfach in Kauf nehme. Mir ist es schnurzegal, ob Tiere einen Hohen Stand haben, oder nicht, ich liebe meine Viecher einfach so wie sie sind.

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Als Husky-Besitzer kann ich dem letzten Absatz nur zustimmen. Entweder hat man Haustiere oder eine top aufgeräumte und blitzsaubere Wohnung!

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und das macht einen sehr stolz

Es gibt keinen Grund, darauf stolz zu sein. Eher im Gegenteil.

Für einen Großteil der Haustiere gilt, die Halter haben keine Ahnung vom Tier, von artgerechter Haltung und sonstigen Bedürfnissen. Die Tiere werden aus Prestige, Ersatz für fehlende soziale Kontakte oder um die eigenen Emotionen zu streicheln, usw. gehalten.

Die Statistiken über die Anzahl der Haustiere bringen daher auch zum Ausdruck, wie viele Tiere "gequält" werden. Nicht zu vergessen, welchen wirtschaftliche Nutzen aus so viel "Tierliebe" ziehen kann.

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Tiere sind dennoch nie ein Ersatz für fehlende soziale Kontakte ..

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Wie und Wo kann ich arme Tiere die gequält werden helfen oder herrausholen?!

Hallo leute... Also ich bin Ein totaler Tiermensch und am liebsten sind mir Hunde. Aber darum geht es jetzt nicht.... also meine familie und ich würden gerne hunden und katzen also haustieren die in anderen ländern oder auch in deutschland gequält werden ,helfen und zu uns holen.Weil ich finde man muss nicht gleich einen welpen kaufen oder so!!! Man sollte auch ältere hunde oder hunde die nicht so hübsch oder welche die krank sind helfen und bei sich aufnehmen!! Wir haben einen hund der heißt foxi aber den haben wir von leuten geholt weil die ihn nichtmehr halten konnten. Ich liebe hunde über alles ... auch katzen aber katzen mag nicht jeder hund (unsrer hat angst von denen xD ) und ja... Ich wüsste gerne wo man solche tiere holen kann.. <3 Mfg eure xXCrazilyXx ps: das auf dem bild ist der foxi beim fotoshooting ^.^

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