Theater in Köln, wo man sein Praktikum erledigen kann?

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2 Antworten

Tanzistleben hat Dir bereits die richtige Antwort gegeben, diese möchte ich unterschreiben.

"Schauspieler" ist ein freier Beruf im Kunstbereich, den man nicht mal eben per Entscheidung erlernt, nur weil man sich nicht für Bürokauffrau oder Krankenpfleger interessiert hat. Hier sind die Ausbildungswege sehr individuell und alles basiert auf persönlichem Engagement, Begabung, Talent, Vorerfahrungen. Daher ist ein solches Praktikum in der Nähe eines künsterischen Berufes von der Schule auch nicht gemeint, sondern ihr sollt die üblichen Ausbildungs-Berufe "besichtigen".

Das wären die, zu denen ihr theoretisch auch tatsächlich Zutritt hättet, wenn es nach dem Schulbabschluß an Bewerbungen geht. Dies bezieht sich also nicht auf spezielle Berufe, bei denen eine Ausbildung auf Basis der Prüfung besonders ausgeprägter Talente stattfände. Es würde keinen Sinn machen, sich an einer Schauspielschule ohne jede Vorerfahrung und bereits erprobtes Talent zu beweben. Von 700 Bewerbern werden im Schnitt nur 10 - 15 für eine Ausbildung ausgewählt - hier müsste eine wirklich nachvollziehbare Begründung her, solche oft entmutigenden Prozeduren überhaupt mitzumachen. Pures "Interesse" reicht nicht, der Gedanke wäre unrealistisch. Praktika sind zum Reinschauen in Berufe da, die tatsächlich in Frage kämen und erreichbar wären.

Was Du aber tun kannst:

Wann immer Du Dich in einem Theater vorstellen möchtest: Es wäre so schön, wenn dieser unsägliche Begriff "Schauspielerei" nicht fallen müsste. Auf GF sprechen 80% der jungen User von Schauspielerei. Es heißt Schauspiel. Du interessierst Dich für Schauspiel. Du studierst Schauspiel, Du bewunderst Schauspiel, Du strebst eine Schauspielausbildung an. Wenn Du singen lernen möchtest, sagst Du sicher auch nicht: "Ich interessiere mich für die Singerei." Du studierst auch nicht Singerei. Und wenn Du Journalistik studieren möchtest, sagst Du hoffentlich nicht: "Ich möchte die Schreiberei lernen." ;-) Auf Schauspieler und Theaterleute wirkt das immer ein wenig... "billig" und herabwürdigend. Dasselbe gült für "Schauspielern": Es heißt Schauspielen. Dies nur, damit man am Theater und am Telefon  nicht gleich in jeden Fettnapf fällt.

Schauspieler sind ausserhalb der Aufführungen dann am Theater, wenn sie proben oder Kostüme, Maske anprobieren müssen. Beim Proben (und hier wäre es, wo Du Schauspieler bei einem Teil ihrer eigentlichen Tätigkeit erlebst) stören Schulpraktikanten, auch können sie nichts zu einer Probe beitragen, das für sie oder das Ensemble irgendwie brauchbar, lehrreich oder interessant wäre. Es gibt dort für Praktikanten nichts zu tun und die Proben laufen sehr konzentriert ab, es sind nur die erforderlichen Personen anwesend. Wenn Du ein privates Interesse an Schauspiel hast, suche nach öffentlichen Poben, viele Theater bieten welche an, Temine werden im Net bekannt gegeben, Theater haben eigene Webpräsenzen. Geschlossene Proben sind geschlossen, das hat Gründe.

Dies vielleicht noch:

Auch abgesehen von Theater: Ich habe keine Ahnung, was sich eine Schule dabei denkt, eintägige "Praktika" zu verlangen. Diese reichen für gar nichts, in keinem Bereich. Theater sind "produzierende Geschäfte", sie arbeiten über strenge Pläne und ein guter Teil sind Arbeiten ausserhalb der Vorstellungen, die in Werkstätten, Nähereien und auf Probebühnen stattfinden. Hier ist alles zeitlich und organisatorisch aufeinander abgestimmt, daher ist zumeist gar kein Raum dafür, Praktikanten mittendrin etwas zu erklären, sie anzuleiten und selbst aktiv werden zu lassen. Und stumpfes Zuschauen ohne zu wissen, was genau man hier überhaupt gerade zu sehen bekommt, ist kein "Praktikum". Du erhältst weder einen Eindruck vom Berufsfeld noch lernst Du etwas dabei, da niemand für Dich Zeit und Konzentration übrig hätte.

Daher wirst Du selbst mehrwöchige Praktika nicht im Schauspielbereich finden, sondern höchstens in den Werkstätten, der Maske oder den technischen Bereichen - und einen einzelnen Tag am Theater als "Praktikant" wird Dir niemand ermöglichen, da es einfach an diesem Ort noch weniger Sinn macht als in jedem "normalen" Ausbildungsberuf.

Wenn Du es trotzdem irgendwo in und um Köln versuchen möchtest, solltest Du in der Lage sein, Dir unter Stichworten wie "Köln Theater" einige Theater zu suchen und diese dann einfach mal anzurufen. Das musst Du selbst tun, das gehört dazu. Auch wenn Du tatsächlich später einmal selbst mit Theater zu tun haben möchtest, sind kommunikative Fähigkeiten und Eigen-Engagement das A und O für Deinen gesamten beruflichen Weg. Es wird hier auf GF aber kaum jemand zu finden sein, der am Theater ein 1-tägiges "Praktikum" gemacht - und dann noch ausgerechnet in Köln.

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Hallo,

für einen Tag wirst du kaum ein Theater finden, das dich ein Praktikum machen lässt. Was solltest du da auch tun? Du würdest überall nur stören und den Ablauf behindern. Bei Proben zuschauen und etwas erklärt bekommen, funktioniert nicht, denn erstens fragt sich, ob jemand dafür Zeit hätte und wenn doch, würde euch der Regisseur nach ein paar Minuten hinausschmeißen. In den anderen Abteilungen ist meistens hektischer Betrieb, sodass du für einen Tag nur überall im Weg herumstehen könntest. Praktika an Theatern zahlen sich also wirklich erst aus, wenn sie mindestens 3 Wochen dauern.

Es tut mir leid, dass ich keine positivere Antwort für dich habe. 

Liebe Grüße!

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