Stromkabel erneuern?

...komplette Frage anzeigen

9 Antworten

wenn du es selber machst und es sollte irgendwann mal zu einem brand durch kurzschluss kommen, zahlt keine Versicherung, weil so etwas von einem Elektriker gemacht werden sollte.

wenn du es selbst machst, musst du erst steckdosenlöcher und dann schlitze für die kabel machen.

entweder aufstämmen oder es gibt auch aufsatzteile für die bohrmaschine 

und noch einen lochbohrer für die dosen

material, kabel, steckdosendosen und steckdosen würde ich mal sagen so 150€

zum schluss musst du natürlich wieder neu tapezieren

hoppelhaeschen9 20.01.2017, 10:52

Ist das Vorschrift? Mein Vater hat im Anbau damals vor ca 30 Jahren alles an Elektrik selbst gemacht, aber der kann im Moment leider nicht anpacken. Ein Lochbohrer ist vorhanden und ich denke den Aufsatz für die Bohrmaschine werde ich mir von Bekannten leihen können.  Hier auf dem Dorf macht ja fast jeder alles selbst :D

Tapezieren muss ich eh, da alles nur verputzt ist.

1
Charlybrown2802 20.01.2017, 10:58
@hoppelhaeschen9

wo kein kläger da kein richter

ich hab auch alles selbst gemacht, Strom, wasser, fliesen

wenn etwas passieren sollte, war alles schon so ;-)

 

0
hoppelhaeschen9 20.01.2017, 11:09

Würde es nicht theoretisch reichen, wenn ein Elektriker das "abnehmen" würde?

2

Bedenke: Es ist zwar prinzipiell nicht verboten, Elektroinstallationen selber durchzuführen, aber der Versicherungsschutz geht flöten, und im Falle eines Brandes oder Unfalles stehst du ganz schön dumm da.

Der Aufwand ist moderat, insbesondere bei so einem kleinen Zimmer.

Der wichtigste Schritt: Du musst dich vergewissern, dass entlang der zu verlegenden Strecke keine anderen Leitungen liegen: Strom, Wasser, Gas! Ruckzuck hat sich nämlich das gesamte Hausproblem in Rauch aufgelöst.

Die teuerste Anschaffung wird darum ein gutes Leitungssuchgerät sein.

Da du nicht ewig leben wirst und irgendjemand anderes sich in der Zukunft mit deiner Installation rumärgern muss, plane die Kabelverlegung doch gleich vernünftig. Im Internet findest du unter "Installationszonen" zig. Anleitungen, wo und wo nicht nach VDE verlegt werden darf.

Dann musst du Schlitze stemmen. Eine Schlitzfräsmaschine ist da schon eine enorme Erleichterung. Da gibt es welche, die zwei parallele Schlitze in den Putz schneiden. Den Putz dazwischen musst du dann noch ausstemmen. Bei kleinen Strecken kein Ding; bei größeren Zimmern echt nervig. Dann gibt es noch Schlitzfräser, die in einem Arbeitsgang gleich noch den Schlitz ausfräsen - schöne Sache. Leider teuer im Kauf, aber kann man ja mieten.

Von da an wird es leicht: Kabel in den Schlitz verlegen, in 30cm Abstand mit einem Hakennagel fixieren; Schlitz zuspachteln; Wenn der Spachtel abgebunden ist, Hakennägel rausziehen und den Rest zuspachteln.

Etwas tricky ist noch die Zuführung in das Zimmer. Wenn nicht schon vorhanden, musst du eine Verteilerdose bohren und einmörteln. Dort verbindest du alle Kabel von der Zuleitung zu den Unterputzleitung.

Hier nicht pfuschen, gleich die guten Wago-Klemmen nehmen. Und zwar gleich die Mehrfachverteiler, mit denen du den Strom von der Zuführung auf mehrere Kabel aufteilen kannst. Nimm großzügig große Klemmen. Die Klemmenzahl soll mindestens eine mehr sein, als du momentan brauchst. Dann ist das spätere Anstecken weiterer Kabel kein Problem.

Ach, weißte was? Nimm gleich die 5er.

Als Kabel nimmst du Installationskabel mit massiven Kupferadern, keine Kupferlitze!

Achte auf farbgerechten Anschluss! Der grüngelbe soll Leben retten, nicht nehmen.

Für zusätzliche Steckdosen musst du auch entsprechende Löcher bohren und UP-Dosen einspachteln. Da brauchst du einen Kernbohrer 68mm.

germi031982 21.01.2017, 17:31

Der Versicherungsschutz geht nicht flöten, das war mal, ist aber nicht mehr so. Die Versicherung kann mittlerweile nur noch bei Vorsatz die Zahlung komplett verweigern, ansonsten wird je nach Grad einer evt. Fahrlässigkeit der Betrag gemindert. Und das muss die Versicherung nachweisen durch ein Gutachten das es durch eine fehlerhaft ausgeführte Installation entstanden ist und nicht durch z.B. Material das gealtert ist und dadurch einen Defekt aufweist oder durch andere Umstände die nicht im direkten Zusammenhang mit der Installation stehen. Auf jeden Fall fährt man gut wenn man die Installation fachmännisch ausführt, also entsprechend der einschlägigen Normen und Vorschriften arbeitet.

1

Nein, nicht selber machen. Bei solchen Erweiterungen erlischt der Bestandsschutz. Dann muß die ganze Eletroanlage den neuen aktuellen Vorschriften entsprechen. Das muß ein Eletrofachmann/frau mindestens überprüfen und bescheinigen. Am besten gleich selber erstellen. An Netzspannung zu basteln ist nichts für Laien.

Ihr müsst zusätzlich auch ein FI Schutzschalter mit einbauen, haben es bei uns gehabt, hatte die Leitungen für den Balkon selbst verlegt, angeschlossen wurde es von unserem Elektriker, dabei wurde ich aufgeklärt, das bei neu oder Umbau der Elektrik ein FI eingebaut werden muss, alte Installationen haben Bestandsschutz, da musste nix ändern.

germi031982 21.01.2017, 17:50

Das ist richtig, es muss aber nicht die komplette Installation des Stromkreises neu gemacht werden. Es reicht das die Erweiterung entsprechend ausgeführt ist. Aus dem Grund gibt es auch die sogenannten Schukomaten, das sind Steckdosen mit eingebautem FI. Damit kann man auch die nachfolgenden Steckdosen schützen, daher wäre da nur ein solches Gerät nötig. Der Vorteil ist, das der Schukomat auch funktioniert wenn man noch eine klassische Nullung in der Wohnung hat, also kein separater Schutzleiter vorhanden ist. Da muss dann nicht gleich die komplette Verkabelung erneuert werden. Aber die Ergänzung muss natürlich einen separaten Schutzleiter besitzen. Leider sind die Schukomaten recht teuer:

https://www.amazon.de/Busch-Jaeger-FI-SCHUKOMAT-elfenbein-Steckdose-4011395189603/dp/B017KXANKG/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1485016980&sr=8-3&keywords=schukomat

https://www.amazon.de/Merten-233819-FI-SCHUKO-Sicherheitssteckdosen-Einsatz-polarwei%C3%9F-gl%C3%A4nzend/dp/B0018L96XW/ref=sr_1_26?ie=UTF8&qid=1485017158&sr=8-26&keywords=fi-schalter

https://www.amazon.de/Gira-047703-Steckdose-Kindersch%C3%BCtz-reinwei%C3%9F/dp/B000ONW22M/ref=sr_1_35?ie=UTF8&qid=1485017177&sr=8-35&keywords=fi-schalter

Man kann auch eine Steckdose opfern wenn man sie nicht mehr braucht und sowas einsetzen:

https://www.amazon.de/Busch-Jaeger-3150UC-214-UP-Einsatz-abgeschaltet-alpinwei%C3%9F/dp/B000ONU80A/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1485017290&sr=8-2&keywords=fi+busch+j%C3%A4ger

Es ist natürlich klar das ein FI der auf die Hutschiene in einem Sicherungskasten eingebaut wird nur einen Bruchteil kostet von so einem Teil kostet. Aber trotzdem noch besser als die ganze Kabelage aus der Wand zu reißen, da wohnt man dann ja praktisch auf einer Baustelle...und wer möchte das schon?

Und zum Bestandsschutz: Wenn ein Teil der Installation einen Defekt aufweist, kann man es natürlich ersetzen ohne das der Bestandsschutz erlischt. Muss aber die gleiche Funktion haben wie das Teil das vorher drin war, also Schalter durch Schalter oder Steckdose durch Steckdose ersetzen ist kein Problem. Bei den Steckdosen muss man hinterher wieder die gleiche Schutzmaßnahme herstellen wie vorher auch vorhanden war. Wenn da also eine Brücke zwischen dem N- und dem Schutzkontakt vorhanden war, dann muss bei der neuen Steckdose diese Brücke auch wieder rein! Den Schutzkontakt einfach offen lassen ist Pfusch und auch gefährlich weil damit die Maßnahme zum Schutz vor der Berührbarkeit spannungsführender Teile ausgehebelt ist!

0

dann leg los mit.am besten mit einem elektriker besprechen,da machst nix falsch und wenn fertig soll er einen blick drauf werfen

Wichtig ist aber auch das du folgende Grundregel beachtest:

Waagerecht ca. 30cm unterhalb der Decke

Waagerecht ca. 30cm über dem Boden

Senkrecht ca. 15cm vom Türrahmen

Senkrecht ca. 15cm von Raumecken

So ist wenigstens das nach Vorschrift und es kann nicht so leicht passieren das jemand einen Nagel durch ein unter Putz liegendes Kabel schlägt.

Laßt euch vom Elektroinstallateur einen Kostenvoranschlag machen.

Wenn ihr das in Eigenregie machen wollt, fallen Kosten an für das Unterputzkabel (kostet um die 2,--/lfdm), für Schalter und Steckdosen sowie für Geipsmörtel bzw. Zementmörtel zum Schließen der Kabelkanäle und Eingipsen der Dosen und Schalter.

Das Aufstemmen der Wand ist eine staubige und schmutzige Arbeit und muß in reiner Handarbeit durchgeführt werden. Etwas Fachkenntnis gehört auch dazu, um den Putz nicht versehentlich zu sehr zu beschädigen.

auf jeden Fall die Materialkosten. 

Meterpreis für die Leitung x Leitungslänge + Stückpreis Schalter x Schalter Anzahl + Stückpreis Steckdose x Steckdosen Anzahl =

Was möchtest Du wissen?