Schulpferd kaufen - ja oder nein?

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10 Antworten

Unser erstes Pferd war ein Schulpferd, bzw. ein Schulpony für unsere Kinder und der Kauf war, auch heute, viele Jahre später noch und mit Abstand betrachtet, genau richtig. Das Pony war kein Kracher, konnte weder besonders gut springen, noch hatte es in der Dressur irgendwelche bewundernswerten Eigenschaften. Über einen ausgebundenen Dressurreiter WB der Klasse E kam man mit ihr nicht hinaus. Dafür machte sie mit den Kindern jeden Quatsch mit. Lief brav durch die Unterrichtsstunden und ertrug alle Anfängerfehler jedes unserer Kinder, die nach und nach auf ihr das Reiten lernten. Die Kinder hatten viel Spaß mit ihr, sind ohne Sattel ausgeritten und durchs Drive in bei Burger King. Das Pony war ein echtes Kindermädchen, die den Kindern auch zwischendurch sehr deutlich zeigte, wenn sie Fehler machten und sich nicht stumpf alles gefallen ließ, jedoch für so gut wie jeden Spaß zu haben war. Nur an der Stelle, an der das jeweilige Kind dann reiterlich mehr wollte, da reichte dieses wunderbare Kinderpony dann einfach nicht mehr aus. In unserem Fall war das nicht schlimm, weil immer dann, wenn eines unserer Kinder dem Pony entwachsen war, das nächste Geschwisterkind sich freute, das Pony nun erst mal für sich alleine zu haben.

Und genau das ist der Punkt, weswegen ich von unserem Pony erzähle. Man muss sich bewusst machen, warum man ein bestimmtes Pferd haben möchte. Aus Mitleid vielleicht? Und sich dann auch fragen, ob man reiterlich mit dem, was dieses Pferd vermutlich kann, dauerhaft glücklich sein wird. Du solltest Dir ganz ehrlich einmal versuchen vorzustellen wo Du Dich reiterlich in 5 Jahren am liebsten sehen würdest. Was ist Dein Traum? Dressur- oder Springreiten? Ausreiten? Vielleicht Turniere oder Jagden reiten? Was von Deinen Wünschen ist mit diesem Pferd tatsächlich möglich?

Mal ganz davon abgesehen, das auch der Gesundheitszustand des Pferdes eine wichtige Rolle spielt, die Kosten und ob diese auf Dauer zu stemmen sind. Die Zeit, die ein Pferd benötigt und ob ein schwieriges Pferd ideal ist, wenn man auch mal andere bitten müsste einen zu vertreten, wenn es schulisch eng ist, oder anderen wichtige Termine drücken.

Frage Dich ehrlich, warum es dieses Pferd sein muss. Was ist Deine Intention und was ist Eure gemeinsame Perspektive? Nicht die Wendy-Version eines Mädchentraumes, sondern Eure echte und realistische Perspektive? Dazu befragst Du am besten Deine Trainer (in der Hoffnung, dass diese dann nicht Morgenluft schnuppern und die Chance wittern, ein nicht all zu gut frequentiertes Schulpferd an Dich einfach loszuwerden).

Generell spricht erst mal nichts gegen ein Schulpferd, solange es zum Reiter und zu dem passt, was dieser möchte. Auch ein total stumpfes Schulpferd kann für seinen Käufer das ideale Pferd sein, wenn dieser nicht viel von seinem Pferd will. Nur so ein bisschen ausreiten und ein bisschen Schulstunden reiten und über den Platz juckeln. Dann passt auch ein stumpfes Schulpferd und beide sind glücklich - Pferd und Reiter. Es muss passen - gesundheitlich (immer AKU) und perspektivisch.

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Kommentar von GoldenFireWolf
18.05.2017, 15:59

Danke für deine lange und hilfreiche antwort. 

Und ich gehe arbeiten und nicht in die sxhzle deshalb würde ich auch alles selber finanzieren und die zeit habe ich. Ich würde jetzt auch jeden tag gehen wenn die besitzerin nicht gehen wiIl.

Und ich weiß noch nicht einmal genau ob die Besitzern es verkaufen würde. Aber wir haben mal geredet und sie muss diese Person wirklich gut kennen sonst verkauft sie es nicht.

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Grundsätzlich spricht nichts dagegen ein Schulpferd zu kaufen. Es hat natürlich für dich auch den Vorteil dass du das Pferd ja bereits kennst. 

Ich würde mich an deiner Stelle aber eher fragen warum dieses Pferd so schwierig ist und bockt? Evtl. hat er ja gesundheitliche Probleme, unpassendes Sattelzeug, oder oder oder... Da würde ich dir auf jeden Fall zu einer großen AKU raten und alles abklären lassen bevor du es übernimmst. 

Auch musst du dir klar sein dass - sollte es keine gesundheitlichen Gründe wie oben beschrieben haben - du dann auf jeden Fall weiterhin einen GUTEN Unterricht bzw. Korrekturberitt brauchen wirst um diese Problemchen wieder in den Griff zu bekommen.

Ansonsten gilt natürlich das gleiche wie bei jeder Pferdekauf-Frage - hast du genug Geld um das Pferd zu unterhalten, hast du genug Erfahrung, genügend Zeit usw. usw.?

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Kommentar von GoldenFireWolf
18.05.2017, 18:36

Das find ich auch als großen Vorteil dass ich das pferd dann schon kenne.

Also bei ihm ist es so - das hat auch eine bekannte gesagt die ihn auch ein paar mal geritten ist - dass er genau weiß wer ihn reitet und bei denen, die er "nicht mag" fängt er an zu bocken. Zum Schluss war er dann nämlich immer brav. Und ich nehme immer 2 Reitstunden die woche.

Geld passt und zeit hab ich auch.

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Meine Stute war vor dem Kauf ca 7-8 Wochen im schulbetrieb. Bemuskelt war sie nicht mehr so wirklich, Dressur war auch etwas mühsam. Wenn ich sie mir jetzt angesehen hätte würde ich sie mir ehrlicherweise nicht mehr kaufen, mit 15 und ahnungslosen Eltern ist man da nicht ganz so wählerisch. Mein Reitlehrer der mir die auch dann verkauft hat meinte dass aus der wieder was echt gutes werden kann. Nach ein paar Monaten lief sie wieder 1A und sah aus wie ein anderes Pferd. 

Was ich sagen möchte ist, dass wir das was innerhalb 2 Monaten mit ihr "passiert" ist monatelang wieder haben rausarbeiten müssen. Auch psychisch war die etwas schwierig. 

Ich würde ihn vielleicht dann wieder einige Zeit lang reiten, wie ist er im Maul? Wie reagiert er auf den Schenkel? Arbeitet er mit? Das sind alles fragen die man sich stellen sollte. Man kauft sich ja schließlich nicht irgendein Pferd weil man es irgendwann mal gut fand, man kauft sich das Pferd das man in dem Moment gut findet und bei dem man sich vorstellen kann es jahrelang behalten zu wollen :)

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Kommentar von GoldenFireWolf
18.05.2017, 18:40

Im maul passt es "noch". Schenkel passt sehr gut :) Er mag es gern wenn man was mit ihm macht. Er steht ja leider fast nur in der box, am vormittag 1, 2 Stunden paddock. Ins Gelände kommt er gar nicht :(

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Klar, auf jeden Fall!

Ich würde allerdings eine große AKU machen lassen und auch dem Pferd zu Beginn einige Zeit Korrekturberitt und Wellness gönnen.

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1. Gründlich durchkalkulieren, ob man sich ein Pferd überhaupt leisten könnte. Und das nicht nur diese Jahr, sondern möglichst ein Pferdeleben lang.

2. Überprüfen, wo man das Pferd unterbringen könnte und ob die dort angebotenen Haltung für das eventuell ins Auge gefasste Pferd auch in Frage kommt.

3. Abklären, ob man dem Pferd eine artgerechte Pflege bieten könnte. Wenn er nicht gerade der einfachste und verlässlichste ist, kannst du nicht einfach irgendwen als Reitbeteiligung dazu nehmen. Und nur die wenigsten Pferdebesitzer schaffen es Zeitmäßig sich alleine ausreichend um ihr Tier zu kümmern.

 

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Kommentar von GoldenFireWolf
18.05.2017, 16:09

Ich möchte es in dem Stall lassen wo es ist. Kosten: Alles zusammen, also ausmisten Futter,  koppel... inkl. Kraftfutter 300 €

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Kommt drauf an “was“ für ein schulpferd es ist. Bei einem echten Lehrmeister, gut geritten aus einem guten Stall würde ich sofort ja sagen... das ist das beste was man am Anfang bekommen kann. Leider sind die schulpferde mittlerweile jedoch meist total verritten und gestört, es wird einfach nur billig eingekauft und möglichst viel Geld mit verdient. Ich glaube zwar daran das man mit viel Arbeit jedes Pferd noch gut ausbilden kann, aber ich weiß nicht ob das was für den “Einsteiger“ ist. Zumal das buckeln schon entweder eine extreme unart oder aber schmerzen durch fehlerhafte Ausrüstung / reitart bedeutet. Ich denke in das schulpferd wird man noch sehr viel Geld in ostheo, reitstunden, beritt etc stecken... das wird die anfangskosten eines besser gerittenen Pferdes übersteigen.

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Ich war erst vor ein paar Monaten in der gleichen Situation wie du. Wenn du dich wirklich in das Pferd verliebt hast und ihm ein besseres Leben als im Schulbetrieb schenken kannst, mach es. Du musst dir aber auch bewusst sein, dass du, falls das Pferd aus einem nicht so 'pferdeachtenden' Berieb kommt (wie es bei mir war), viel Geduld und Geld aufwenden musst. Ich habe in dem ersten Monat bestimmt 800€ nur für Zahnarzt, Chiropraktikerin, Heilpraktikern, Zusatzfutter und Hufschmied gezahlt und mir stehen noch Sachen wie ein passender Sattel bevor. Außerdem konnte ich mir das Reiten erst mal die ersten beiden Monate abschminken aufgrund von komplett falscher Muskulatur, ich weiß l nicht ob dein Pferd im gleichen Zustand ist aber falls es so ist, musst du in der Lage sein, auf reiten zu verzichten und nur vom Boden aus zu arbeiten, gegebenenfalls auch mit einem guten (und vllt teuerem!) Trainer.
Wenn du genügend Zeit, Geld und Geduld hast und du mit dem Pferd und das Pferd mit dir gut zurecht kommt, steht dem kauf denke ich nichts im Weg.

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Kommentar von GoldenFireWolf
18.05.2017, 16:05

Also von der muskulatur her müsste es passen. Ich bin auch mit ihm so ca. 80 cm gesprungen. 

Ich hätte den reiterpass in springen auch mit ihm gemacht aber damals ist er sobald er einen Sprung gesehen hat total losgerannt und man konnte ihn nicht mehr zurück halten. Und ich halte eigentlich jedes pferd zurück,  also das war wirklich sehr schwer. Jetzt ist das aber auch besser

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Hi,

Weder reite ich, noch habe ich Ahnung von Pferden. Aber ich habe zwei Haustiere und hoffe mal, dass dir mein Rat deshalb dennoch weiterhilft.

Für mich als Tierliebhaber und Haustierhalter ist das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des Tieres sein Wesen. Passt es zu mir und ganz wichtig natürlich: passe ich auch zu ihm. Kann ich ihm geben was es braucht und umgekehrt, kann das Tier mir das geben, was ich brauche? Kann ich es unterhalten?

Es wäre ziemlich blöd, solltest du nach einer Weile feststellen, dass das Tier nicht zu dir passt. Schließlich arbeitet ihr beide ja auf eine Freundschaft hin.

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An sich habe ich nichts dagegen ein schulpferd zu kaufen, man hilft ihm ja gewissermaßen da das Leben der meisten schulpferde nicht beneidenswert ist. Allerdings sind die meisten von Anfängern so stumpf geworden, dass feine Hilfen gar nicht beachtet werden. Daher ist es auch nicht sonderlich schön pro Monat mehrere 100 Euro in ein Pferd zu investieren, welches nichtmal auf Gewichtshilfen sondern eher auf Geklopfe und reißen an den zügeln reagiert.
Ich weis aber ja nicht wie "dein" schulpferd so ist.

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Kommentar von PeppysGirl
18.05.2017, 14:13

Es ist aber normalerweise auch kein Problem ein solches abgestumpftes Pferd durch ORDENTLICHE Reiterei wieder fein zu bekommen :) 

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Kommentar von GoldenFireWolf
18.05.2017, 16:07

Anfänger dürfen auf ihm nicht reiten. Das einzigste ist, dass er nicht schön an der anlehnung geht und deshalb auch nicht richtig über den Rücken. Aber das war bei meiner rb auch so und jetzt geht sie total schön über den Rücken. 

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Wenn du keine Ambitionen wie zum Beispiel Turniere hast, spricht nichts dagegen :)

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