Schulferien vor 100 Jahren

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Schulferien gab es schon zu Kaiser´s Zeiten. Nach meinen Unterlagen von 1898 war die Gesamtdauer auf 10 Wochen pro Jahr gesetzlich geregelt. Diese 10 Wochen wurden verteilt in Anlehnung an kirchliche Feiertage, wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Daneben auch an die Jahreszeiten und an die Ernteperioden angepaßt. Es gab Kartoffelferien in Gegenden mit Landwirtschaft dieser Richtung usw.

Im Grunde hat sich daran bis heute nichts geändert, lediglich die Kinderarbeit in den Ferien wurde verboten. Dies auch schon im Kaiserreich, aber das Deutsche Reich war damals in 36 (?) Königreiche, Herzogtümer, Fürstentümer eingeteilt, die traditionell hier und da Sonderrechte wahrten.

Ich habe Einblick in verschiedene Schulchroniken (wurden vom Dorflehrer handschriftlich gefertigt; links Ortsgeschehen, re Schulisches). Schon Kaiserin Maria Theresia (1740-80) kümmerte sich um Verringerung der Kinderarbeit - auch in den Ferien, die nach kirchl. Hochfesten und nach Erfordernissen in der Landwirtschaft/ Weinlese gelegt wurden,Aber unsere bäuerlichen Vorfahren waren unerbittlich, sie brauchten die flinken Kinderhände beim Rübenhacken, beim Heuwenden, bei der Getreideernte, beim Auflesen der Kartoffeln, beim Heimfahren der Rüben, beim Dreschen, beim Füttern der Tiere (durchweg Gemischtbetriebe mit Kühen, Rindern, Pferden, Schafen, Schweinen, Hühnern,Gänsen u. "Nischen"). Wir in Rhl.Pfalz hatten vor 100 Jahren Osterferien , Heuferien (umPfingsten herum), Ernteferien (Getreide), Kartoffelferien (um Allerheiligen),Weihnachtsferien. Es gab keine gesamtdeutsche Rhythmisierung, die Eifel hatte nichts zu tun mit der Weinlese an der Mosel. Vor 200 Jahren gab es hier nur die Winterschule, d.h. ab Ostern , wenn der Pflug ging, bis nach der Kartoffelernte war schulfrei. Betrüblich war Folgendes: Es wurde schrecklich viel Urlaub genommen, die Eltern wurden vorstellig und wehe, der Dorfschullehrer spielte sich als Bedenkenträger auf ! Es gab sogar "dicke" Bauern, die holten für fremde Kinder, weil sie stark waren, "frei". Im Zuge der beiden Kriege (14-18) und (39-45) -jeweils mit Nachkriegszeit-war die Kinderarbeit fast legalisiert, weil die Väter an der Front waren und der Nachschub an Lebensmitteln für die Soldaten Vorrang hatte. Zur Feriendauer =nie kürzer als heute.

In Geschichte nicht aufgepasst? Dir ist schon klar, dass es in dieser Zeit 2 Weltkriege gab.

es interessieren mich auch nicht die weltkriegsjahre sondern die friedensjahre.

und übrigens, ich hatte geschichts lk mit 13 punkten im abi.

0

Interessante Frage. Ich bin zwar Lehrer und war in Schulrecht (ja, das gibt's ...) wirklich gut - aber ich weiß es nicht! Alles was ich beitragen kann: Anfang des Jahrhunderts war es längere Zeit so, dass das Schuljahr nach des Osterferien begann. Im Einklang damit fand die Konfirmation (das tut sie noch heute) zu dieser Zeit statt, und zwar nach Beendigung der damaligen (8jährigen) Schulpflicht, gewissermaßen als Beginn des Erwachsenenalters.

fein, dann kannste das ja auch sicher googlen... hier sind die meisten auch nicht so alt, als das sie sich da noch dran erinnern könnten :o)Viel Erfolg

Jürgen