Russisch lernen! schwer?

10 Antworten

Für einen Italiener gewiss einfacher als für einen Deutschen. Die italienische und die russische Aussprache ist sehr ähnlich

Findest du? Ich würde eher meinen, dass es, bis auf das alveolare r, wenige Parallelen gibt. Ein Laut wie das russische x fehlt im Italienischen z. B. ganz und auch die »hintere« Aussprache des Russischen ist im Italienischen unbekannt, genauso die Vokalreduktion (die eher das Russische mit dem Deutschen verbindet). Auch die Silbenstruktur (z. B. in Wörtern wie взглѝд) ist ganz anders als im Italienischen, wo alle phonologischen Prozesse in Richtung KVKV gehen.

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@Riverplatense

Es ist aber so, dass sich diese Eigenheiten nicht überschneiden. Gerade am Anfang des Lernprozesses ist es ein Problem für den Lerner überhaupt aus der Aussprache auf die Wörter zu schliessen. Beim Russischen und Italienischen ist es gerade so, dass dieses Problem fast gänzlich wegfällt. Wenn ich einem Italiener zuhöre, dann verstehe ich nicht alle Wörter aber ich könnte sie ohne Probleme hinschreibem von Hinhören. Und wenn man zur Grammatik kommt so ist die romanische Grammatik etwas einfacher für einen Russen als die germanische.

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@aptem

Wenn ich einem Italiener zuhöre, dann verstehe ich nicht alle Wörter aber ich könnte sie ohne Probleme hinschreibem von Hinhören.

Hmm, gerade das erlebe ich beim Russischen eigentlich nicht. Wenn ich ein Wort wie копыто zum ersten Mal höre, bin ich mir nicht sicher, wo ein o und wo ein a zu setzen ist. Die Wörter дело und дела klingen ja auch gleich, da unbetontes o und unbetontes a der zweiten Stufe in [ɐ] zusammenfallen. Und es kann mir auch passieren, dass ich, wenn ich z. B. волос höre, es nicht sofort mit волос in Verbindung bringen kann.

Im Italienischen ist der Akzent hingegen stabil und klingen unbetonte Vokale genau wie betonte.

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@Riverplatense

Das sind aber Kleinigkeiten im Vergelich zu dem wie ein Russe zum ersten Mal Deutsch wahrnimmt.

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Grüße!

Nun, wenn Sie komplexere Optionen benötigen, können Sie keine Märchen mehr nehmen, sondern Übersetzungen von Lovecrafts Geschichten.

Wenn du zwei Sprachen auf sehr gutem Niveau sprichst, wird dir das Erlernen einer weiteren keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten. Eine »leichte« Sprache ist Russisch aber nicht. Das hat unter anderem folgende Gründe:

  • Der Akzent: Der Wortakzent im Russischen ist frei und beweglich. Das heißt, dass theoretisch jede Silbe eines Wortes betont werden kann und dass der Akzent je nach Form »wandern« kann. So etwas gibt es im Italienischen nicht. Das ist umso problematischer, als ...

  • auch die Aussprache Probleme bereitet. Im Russischen gibt es z. B. drei unterschiedliche Realisierungsvarianten vom o. Im Wort добросовестный werden alle drei os anders ausgesprochen, je nachdem, wie weit sie vom Hauptakzent entfernt sind. Wenn man dann (wegen des beweglichen Akzentes) vielleicht nicht weiß, auf welcher Silbe ein Wort betont wird, macht sich das gleich doppelt bemerkbar. Dann betont man nämlich nicht nur an der falschen Stelle, man spricht auch den (un-)betonten Vokal falsch aus!

  • Die Nominalmorphologie ist noch komplexer als im Deutschen (obwohl es immerhin keine Artikel gibt). Es gibt sechs Kasus und viele verschiedene Deklinationsklassen.

  • Das Aspektsystem ist im Russischen nicht nur eine morphologische Angelegenheit (wie im Italienischen) sondern eine lexikalische. Das heißt, dass fast jedes deutsche oder italienische Verb im Russischen zwei Übersetzungen hat, eine perfektive und eine imperfektive. Neben dem Mehraufwand beim Lernen muss man sich auch noch mit Zweifelsfällen beschäftigen. Im Präteritum helfen dann zwar die Italienischkenntnisse (leggevo = imperfektiv ~ читал vs. lessi/ho letto = perfektiv ~ прочитал), allerdings muss man im Russischen auch beim Futur und den Infinitiven unterscheiden.

Dafür ist das Temporalsystem im Russischen im Allgemeinen weit weniger komplex als im Italienischen. Im Grunde gibt es von jedem Verb nur je eine Form für die Gegenwart, die Vergangenheit und die Zukunft.

Ich hatte das in der Schule gehabt, war schon schwerer als Englisch und ich habe so gut wie nix mehr davon behalten.

Man muss ein anderes Alphabet lernen, was zwar ähnlich dem unseren ist, aber doch ein paar andere Buchstabenb und Schreibweisen enthält. Dann gibt es noch die sechs gramatikalischen Fälle, was mir zumindest etwas schwer gefallen ist.

Hallo, ja du hast schon Recht. Kyrillisch ist ja nicht irgendwie einfach aber ich werde es einfach mal mit einem Kurs ausprobieren. Danke Mfg :D

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