Pro und Kontra für Gesellschaft?

...komplette Frage anzeigen ..... - (Politik, Gesellschaft, Islam)

2 Antworten

Hallo!

Erstens: Bei der Zusammenfassung des Artikels vom "Tagesspiegel" musst Du unbedingt den Konjunktiv, also die indirekte Rede verwenden. Du kannst nicht einfach schreiben: "Der Islam ist eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz nicht vereinbar ist.". Korrekterweise müsste es heißen: "Die AfD vertritt die Ansicht, dass der Islam eine politische Ideologie sei, die mit dem Grundgesetz unvereinbar ist." Oder eben einfach: "Der Islam sei eine politische Ideologie, die mit dem Grundgesetz unvereinbar ist." Merkst Du den Unterschied? Es muss deutlich werden, dass diese Behauptungen über den Islam von der AfD stammen. "Ist" und "sind" müssen also durch "sei" und "seien" ersetzt werden. Oder Du schreibst davor, dass die folgende Behauptung von der AfD kommt ("Die AfD vertritt die Ansicht...", "Laut der AfD...", "Gemäß der AfD...", "Die AfD behauptet, dass..." usw)

Pro Argumente für die AfD-Vorschläge fallen mir beim besten Willen keine ein. Dass es weniger Terroranschläge in Deutschland geben würde, ist Quatsch. Indem man den Islam für illegal erklärt und Moscheen verbietet, würde man erst recht den radikalen Islamismus fördern, da sich der muslimische Bevölkerungsteil diskriminiert und provoziert fühlen würde und radikalislamische Organisationen im Untergrund ihr Unwesen treiben würden. Zudem würde man mit derartigen Schritten die Islamfeindlichkeit in der Gesellschaft verstärken, was im Umkehrschluss höchstens zu mehr Anschlägen von Neonazis und anderen Rechtspopulisten führen würde. Wirf mal einen Blick in die Statistik: In Deutschland gibt es weit mehr Kriminaldelikte von Rassisten als von Islamisten.

Kontra Argumente gibt es sehr viele. Zum einen gibt es ein Recht auf Religionsfreiheit in Deutschland, das bedeutet z.B., so wie jeder Christ in die Kirche gehen darf, so darf es auch Moscheen geben, die von Muslimen besucht werden. Zum anderen würde die Spaltung zwischen dem muslimischen Gesellschaftsteil und dem Rest der Deutschen vorangetrieben werden. Muslime würden sich von Deutschland diskriminiert und ausgeschlossen fühlen und wären somit umso weniger daran interessiert, sich für die Werte, die Kerngesellschaft und Staat vorgeben, zu öffnen. Das gilt insbesondere für ohnehin schon sehr konservative bis radikale Muslime. Wie würde das Echo der muslimischen Bevölkerung also ausfallen? Trotzig, wütend, provokant, ist doch klar. Schau Dir Frankreich an, wie ausgeschlossen sich ein Großteil der algerischstämmigen und tunesischstämmigen Bevölkerung fühlt. Die haben teilweise einen richtigen Hass gegen Frankreich, z.B. wird gepfiffen, wenn bei einem Fußballspiel die Marseillaise, also die französische Nationalhymne, ertönt... Was also nutzt es, wenn es weniger Moscheen gibt und weniger Verschleierungen auf der Straße zu sehen sind, dafür aber die Gesellschaft umso gespaltener und der Integrationswille umso niedriger ist? Richtig, gar nichts.

PS: Um Deine Grammatik und Sprachfähigkeiten zu verbessern, hilft es Dir sicherlich, wenn Du Dir ein paar Bücher holst und Dir angewöhnst, jeden Abend 10-15 Minuten zu lesen, bevor Du schlafen gehst.

LG

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Kommentar von waitforit3
18.04.2016, 08:49

kannst du bzgl Sprachfähigkeit, bestimmte bücher empfehen?

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Uyduran hat sicherlich recht.

Ergänzen solltest Du m.E. allerdings schon, dass die Scharia, also das Rechtssystem des Islam tatsächlich NICHT mit dem Grundgesetz vereinbar ist,

da es die Würde eines JEDEN Menschen NICHT als unantastbar ansieht:

Der offensichtlichste Widerspruch ist der, dass in der Scharia körperliche Strafen inkl. Todesstrafe vorgeschrieben sind (s. Saudi-Arabien)

Zudem sind in der Scharia Meinungs- und Pressefreiheit nicht garantiert... (das sind jetzt nur die offenkundigsten Widersprüche...)

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