Pferd mit Hufrollensyndrom, Nervenschnitt?

Das Ergebnis basiert auf 4 Abstimmungen

Nervenschnitt Nein 75%
Nervenschnitt Ja 25%

8 Antworten

Nervenschnitt Nein

Solange er noch größtenteils ohne schwerere Lahmheit laufen kann, würde ich das nicht machen.

Erst wenn er wirklich dauerhaft merklich Schmerzen hat und auch leichte Dauergaben von Metacam nix mehr helfen, würde ich einen Nervenschnitt machen lassen. Und dann selbstverständlich nie mehr reiten. Die Hufrolle wird ja nicht besser durch den Nervenschnitt, sondern schlechter, weil das Pferd sie mehr belastet als zuvor. Schmerz ist ja ein Schutzmechanismus. Kann sein dass es mit Nervenschnitt dann noch ein paar schöne Jahre auf der Koppel hat, daher würde ich das dann gerade bei einem so jungen Pferd schon riskieren. Aber irgendwann wird die Hufrolle dann vollends kaputt sein und dann bringt auch der Nervenschnitt nix mehr. Daher lieber so lange wie möglich ohne.

Mit Zusatzfutter kann man viel helfen! Ich gebe meinem pro Tag:

10-20g MSM (langsam anfüttern)

10g Glucosaminsulfat

2g Chrondroitinsulfat

100-150mg Hyaluronsäure

10-20g Kollagen-Hydrolysat Typ 2

übers Futter. Das fördert den Gelenkstoffwechsel und die Gelenkschmiere.

Gegen Schmerzen hilft kurweise insbesondere Teufelskralle aber auch Weiderinde. Aber drauf achten, wie dein Pferd es verträgt, manche haben angeblich Probleme mit dem Magen damit.

Er braucht außerdem so viel langsame Bewegung wie möglich, also Aktivstall/großer Offenstall wäre gut. Beim Reiten 30min Schritt aufwärmen. Keine engen Wendungen, wenig bergab.

Erkundige dich auch mal über Tildren oder Osphos. Nicht alle Tierärzte haben das so auf dem Schirm wie ich gemerkt hab, aber es soll bei manchen Pferden sehr viel gebracht haben (kostet aber wohl auch ganz schön; das spritzt man glaub halbjährlich). Habe selbst aber keine Erfahrungen damit.

Spezialbeschlag hilft bei meinem auch (viele schwören auch auf barhuf aber ich gehe da momentan mit "never change a running system" und halte mich an die Empfehlungen von Tierarzt und Schmied). Hinten an den Trachten leicht erhöhte Einlage.

Was dein TA dir nicht gesagt:

Nach einem Nervenschnitt ist das Pferd schmerzfrei, ja. ABER: Es wird die Hufrolle dann regelmäßig überlasten, die Veränderugnen schreiten voran bis hin zur Drehung des Hufbeins und dem folgenden Durchbruch durch die Hufsohle... und DAS ist dann das endgültige Todesurteil.

Du schenkst dem Pferd vielleicht ein weniges an Zeit, aber das Ende ist vorhersehbar und nicht abzuwenden.

Ich habe mich damals schweren Herzens gegen den Nervenschnitt entschieden, das Pferd auf die Weide geschickt (das genügt an Bewegung) und dann, als es anfing dauerhaft sichtlich zu lahmen, einschläfern lassen.

Vielen Dank für deine Antwort, ich weiß das die Entzündung nicht weg geht und es überlastet wird. Naja ich werde mir das gut überlegen. Das soll auch dieses Jahr nicht mehr passieren. Hast du ein paar Tipps was ich tun kann damit die hufrolle unterstützt wird ? Magnopodo oder so?

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@nxcolRte234

Da kann man nix mehr unterstützen bei dem von dir geschilderten Stadium. Schick das Pferd in Weidenrente, auf der Koppel bewegt es sich ausreichend, und beobachte kritisch, ob es wieder beginnt zu lahmen.

Konsequente Hufpflege von einem wirklich guten Hufpfleger, der darüber informiert ist, das das Pferd Hufrolle hat und in Rente ist.

Mach dir auch klar: Wenn es dann dauerhaft lahmt, bleibt nur noch das Einschläfern.

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Wir haben bei unserer Stute damals sehr gute Erfahrungen mit Tildren-Infusionen, Spezialbeschlag und zusätzlichen anderen Medikamenten gemacht und sind um den Nervenschnitt immer herumgekommen.

Den Nervenschnitt an sich lehne ich nicht prinzipiell ab, denn es hat sich durchaus bei vielen Pferden als gangbare Möglichkeit gezeigt. Doch gerade weil Dein Pferd noch so jung ist und einen großen Bewegungsdrang hat befürchte ich, dass die Überbelastung und der absolute Totalschaden recht schnell eintreten könnten.

Andererseits vertraust Du Deinem Tierarzt und wenn Du Glück hast, ist er auch ein guter Tierarzt und weiß genau, was er Dir und Deinem Pferd rät und ob es vertretbar ist.

Bevor Du Dich tatsächlich zu diesem Schritt entschliesst, würde ich Dir empfehlen noch eine zweite fachkundige Meinung einzuholen und mit Deinem Pferd in eine große renommierte Klinik zu fahren und es dort eingehend untersuchen zu lassen. Das bringt sicherlich deutlich mehr als die Ratschläge von irgendwelchen anonymen Fremden aus dem Internet.

Ich verstehe Dich schon das Dir das Pferd leid tut, das Du möchtest das er wieder springt, aber ein Nervenschnitt behandelt halt nicht die Krankheit, sondern unterdrückt nur den Schmerz. Der Schmerz ist aber eine Schutzfunktion des Körpers und sagt dem Körper wann er aufhören muß bestimmte Dinge zu belasten um diese nicht noch mehr zu zerstören. Einen Schmerz zu lindern sollte nur in der Heilungsphase mit Medikamenten überbrückt werden, aber nicht als dauerhafte Lösung.

Ein Nervenschnitt bringt auch viele Gefahren mit sich. Viele Stürze bei Pferden mit einem Nervenschnitt ist keine Seltenheit was im Prinzip eigentlich lebensgefährlich ist. Pferde mit einem Nervenschnitt gehören meines Erachtens auch nicht mehr geritten.

Jetzt mal von der Liebe zum Pferd abgesehen was aber Fakt ist. Auf Dich werden wohl sehr viele hohe TA kosten zukommen. Das Pferd ist noch relativ jung und diese kosten können sich über Jahre hinweg ziehen. Dann möchte man mit dem Pferd auch reiten, kannst Du darauf verzichten bzw gibst Du Dich damit zufrieden das Du für die nächsten Jahre (wenn es solange gehen sollte) ein Pferd hast mit dem nicht gearbeitet werden darf oder wirklich nur beschränkt? Klar denkst Du jetzt, natürlich kann ich das ich liebe mein Pferd aber nach längerer Zeit denkt man sich war das wirklich das richtige? Ich hoffe Du verstehst was ich meine!! Ich meine damit allgemein reiten, nicht nur auf Turnierreiter gerichtet. Auch davon abgesehen das Bewegung für ein Pferd wichtig ist.

Es gibt bei solchen Problemen auch andere Therapien als einen Nervenschnitt. Was habt ihr denn schon versucht? Hast Du schon eine Zweitmeinung? Vor solch relevanten Eigriffen wäre eine Zweitmeinung wirklich Ratsam!! Ein Nervenschnitt kam früher ziemlich schnell in Betracht, aber heute gibt es doch mehr Wege wo versucht werden können.

Was Du tust, liegt bei Dir ganz allein. Aber ich würde erstmal alles andere versuchen. Für einen Nervenschnitt würde ich mir eher Gedanken machen bei einem älteren Pferd um dem noch ein paar Jahre Rente zu schenken. Aber nicht bei einem jungen Pferd deren Bedürfnis nach Bewegung und Toben noch so groß ist.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Reite seid über 30 Jahren, bin selbst Pferdebesitzer
Nervenschnitt Nein

Ich sehe einen Nervenschnitt bei einem so jungen Pferd kritisch. Wäre der jetzt 20 und er liegt dir am Herzen, du möchtest ihm noch ein paar schöne Jährchen auf der Koppel gönnen und das Geld in die Hand nehmen - ok. Aber mit 6...? Klar bewegt der sich gerne und möchte Gas geben, wie die meisten jungen Pferde. Und das wird er dann auch mit dem Nervenschnitt. Und wird nicht von selbst merken, wann es genug ist, wann es zu rutschig, uneben, etc. ist... Stürze und Verletzungen werden da nicht ausbleiben. Auch gehört ein Pferd mit Nervenschnitt nicht mehr geritten, schon gar nicht ein so junges, das ist wirklich gefährlich - für beide, Pferd und Reiter!

Hast du dich schon bzgl. Alternativen kundig gemacht? Und auch chemische Präparate haben durchaus in diesen Situationen ihre Berechtigung, sowas würde ich nicht grundsätzlich ablehnen.

Pferde können im übrigen sehr wohl sprechen - Problem ist nur, dass der Mensch sie meistens nicht versteht...

Woher ich das weiß:Beruf – Pferdewirtschaftsmeister

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