Osmose richtig verstanden?

4 Antworten

Bei den Zellen hast du was vertauscht. Pflanzenzellen besitzen eine Zellwand, weswegen sie nicht platzen. Tierische Zellen (auch menschliche) haben nur eine dünne Zellmembran, da die Zelle ja elastisch bleiben muss. Demnach können sie bei einem zu hohen Turgor (Zellinnendruck) platzen.

Ja, ich hab mich verschrieben, aber ist sonst alles richtig? 

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Es gibt hier drei Begriffe, Hypotonie, Isotonie und Hypertonie. Sie benennen die Konzentrationsverhältnisse in Vergleichsmedien.

Das kann man sich als Waage vorstellen, 

hypo = tief (kleine Konzentration)

Iso = gleich (Konzentration in Gleichgewicht)

hyper = hoch (große Konzentration)

Das bestreben ist immer nach einem Konzentrationsausgleich, Wasser fließt also in Richtung hoher Konzentration bis Isotonie erreicht ist.

Wenn dir das einsichtig ist, dann verwechselst du nicht mehr die Begriffe

Wenn dir jemand sagt, er leide an Hypertonie, dann ist das Bluthochdruck. Umgekehrt, die Diagnose Hypotonie sagt, zu niedriger Blutdruck.

Moin,

dass du das mit der Zellwand bei Tier- und Pflanzenzellen verwechselt hast, wurde dir schon in anderen Antworten verraten. Trotzdem noch mal der Vollständigkeit halber: Pflanzenzellen haben neben der Zellmembran zusätzlich noch eine Cellulose-Zellwand. Tierzellen haben nur eine Zellmembran.
Deshalb können Tierzellen durch übermäßige Wasseraufnahme platzen, während dem zunehmenden Turgordruck in Pflanzenzellen durch die Aufnahme von Wasser der Zellwanddruck entgegen wirkt, so dass sie in der Regel nur prall werden, aber nicht platzen.
Umgekehrt löst sich die Membran weitgehend von der Zellwand, wenn Pflanzenzellen Wasser verlieren (Deplasmolyse).

Zur Osmose ist zu sagen, dass dies oft so beschrieben wird, als "wolle ein System unterschiedliche Konzentrationen ausgleichen". Ein durch eine semipermeable Membran getrennter Raum "will" nichts dergleichen. Das Ausgleichen von Konzentrationen durch Diffusion ist eher ein statistisches Phänomen. Es ist eben viel wahrscheinlicher, dass Teilchen von Orten mit einer hohen Konzentration zu Orten mit einer niedrigen Konzentration durch ihre Eigenbewegung wandern als umgekehrt. Deshalb verteilen sich die Teilchen nach einiger Zeit am Ende gleichmäßig im Raum, was von außen betrachtet so wirkt, als würde das System für die Gleichverteilung sorgen.

Was nun konkret zwei durch eine semipermeable Membran getrennte Räume mit unterschiedlichen Konzentrationen in Wasser gelöster Teilchen angeht, so musst du dir das so vorstellen: Durch die Membran wechseln ständig Wassermoleküle von einer auf die andere Seite. Hin und zurück. Wenn beide Seiten gleich konzentriert sind (isotonisch), dann bemerken wir keine Nettowanderung, weil stets statistisch gleich viele Wassermoleküle hin und her wechseln. Ist aber eine der Seiten stärker konzentriert, dann stellen wir fest, dass von der geringer konzentrierten Seite mehr Wasser auf die Seite der konzentrierteren Seite wechselt. Das liegt aber nicht daran, dass das System den Ausgleich der Konzentrationen anstrebt, sondern daran, dass die Seite, in der mehr Teilchen gelöst sind, mehr Wassermoleküle zur Ausbildung von Hydrathüllen aufbringt. Diese Wassermoleküle, die eine Hydrathülle bilden, sind nicht mehr so frei beweglich. Darum wandern insgesamt einfach weniger Wassermoleküle von der Seite der konzentrierteren Lösung auf die Seite der geringeren Konzentration, in der es mehr frei bewegliche Wassermoleküle gibt.
Im Endeffekt strömt also einfach nur mehr Wasser von der Seite geringerer Konzentration zu der Seite mit der höheren Konzentration, weil es in ersterer mehr freie Wassermoleküle gibt, die nicht für die Ausbildung einer Hydrathülle um gelöste Teilchen gebunden sind.

Irgendwann ist dann statistisch so viel Wasser unter dem Strich mehr auf die hypertone Seite gewandert, dass auch die ursprünglich hypotone Seite die paar Teilchen, die darin gelöst sind, mit Wasserhüllen umgibt und nur noch wenige frei bewegliche Wassermoleküle hat. Dann liegen (zumindest theoretisch) auf beiden Seiten wieder ähnlich viele freie Wassermoleküle vor, die dann durch das ständige Hin- und Herwandern netto keine Wanderbewegung mehr feststellbar machen (obwohl real das Hin- und Herwandern ständig weitergeht). Dann spricht man im Bezug auf die Wassermolekülwanderung von einem "dynamischen Gleichgewicht". Dynamisch, weil ständig gewandert wird, Gleichgewicht, weil man unter dem Strich keine Zu- oder Abnahme der Wassermenge mehr feststellen kann.

Ich hoffe, es ist klar geworden, was ich meine.

LG von der Waterkant.

"weil sich in der hypertonischen Seite weniger Wassermoleküle befinden
und sich Wasser ja immer in Bereichen von hoher Konzentration zu
niederiger Konzentration bewegt"

Die Wasserkonzentration ist auf beiden Seiten identisch (55 mol/l). Der unterschied ist die Konzentration der gelösten Salze. Die Salze können sich nicht durch die Membran bewegen, deshalb erfolgt der Ausgleich der Salzkonzentration durch das Wasser: die urspünglisch hypertonische Seite nimmt an Volumen zu und die ursprünglisch hypotonische Seite nimmt an Volumen ab. Am Ende gibt es kein hypo- oder hypertonisch mehr, da sie dann isotonisch sind.
Pflanzenzellen haben eine Zellwand, teirische Zellen aber nicht. Menschen sind Tiere. Irgendwie kommt es mir bei so vielen Verdrehen vor als ob der Text absichtlich falschrum ist o_O

Ich habe im Unterricht aber gelernt, dass die Hypertonische Seite weniger Wassermoleküle hat, weil sie gelöste Substanzen hat, die den Platz von diesen Wassermolekülen verdrängen. 

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