Orientalische Christen - anders als die Christen im "Westen"?

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8 Antworten

Die Orientalischen Christen aus dem Nahen Osten sind nicht zu verwechseln mit den Orthodoxen Christen aus Griechenland, Bulgarien, Serbien oder Russland. Die Mehrheit der Orient-Christen sehen Jesus nicht mal als Gott an wie es die anderen tun. Außerdem beten sie den Vater-Gott an (und nennen ihn Allah) und nicht den Sohn.

Sie essen wie Du es schon gesagt hast kein Schwein, das kommt nicht nur daher dass sie das Alte Testament wie die früheren Christen befolgen sondern auch weil sie eine gewisse Abscheu davon haben weil sie eben früher entweder Muslime waren oder in einer islamischen Umgebung groß geworden sind. Die Orientalischen Kirchen stehen auch nicht der Katholischen Kirche im Vatikan unter sondern haben eigene Patriarchate wie z.B das Patriarchat von Mosul oder Erbil. In den Orientalischen Kirchen wird auch anders gebetet es wird gekniet und die Hände werden nach Oben gestreckt. Jesus wird als Isa Mesih angesprochen - also als Messias der am jüngsten Tag auf die Erde kommen wird.

Also alles in einem die meisten Orient-Christen distanzieren sich teilweise von der Trinität und sehen Jesus nur als Sohn Gottes und nicht als Gott selber. Ich weiß das genau weil ich einen christlichen Freund aus dem Irak habe.

Die Anhänger der Assyrischen Kirche des Ostens sind Nestorianer. Diese Kirche hat eine andere Auffassung von der Natur von Jesus Christus. Sie hat sich schon im Jahre 451 bei dem Konzil von Calcedon von der übrigen Kirche abgespalten. Im Gegensatz zu allen anderen Kirchen ist sie der Auffassung, dass die göttliche Natur und menschliche Natur von Jesus Christus getrennt sind.

Die anderen Unterschiede, andere Riten usw., dienen nur dazu, um ein eigenständiges Profil zu bewahren.

Die Christen der Ostkirchen folgen der byzantinischen Kirche in den Riten des Gottesdienstes. Das ist nur eine andere Tradition, kein anderer Glaube, auch wenn Ost- und Westkirchen in manchen Dingen anderer Meinung sind, z. B. bei der Natur mancher Sakramente, bei der Feier des Abendmahls und anderer Sachen. Daß Dein Schulkamerad kein Schweinefleisch ißt, hat nichts damit zu tun, daß er die Bibel ernster nähme als andere Christen. Schau Dir das Gesetz des Mose mal an, da sind noch viel mehr Dinge verboten als nur Schweinefleisch, z. B. Garnelen, Muscheln, Pferdefleisch, Kalamari, Kaninchen, Wild... dazu darf ein Jude nicht Stoff aus zweierlei Fasern tragen, seinen Acker nicht mit zweierlei Frucht bepflanzen und so weiter und so fort. Dir imponiert das vielleicht mit dem Schwein und solche Fragen haben wir hier schon hunderte auf GF: "Warum essen Christen Schweinefleisch?". Aber offenbar hast Du nicht die Quelle gelesen, nämlich das Gesetz des Mose, sondern konzentrierst Dich nur auf dieses Detail.

Ein für allemal: Christen dürfen alles essen, weil sie keine Judenchristen (vom Judentum zum Christentum konvertiert) und daher nicht unter dem mosaischen Gesetz stehen. Das Apostelkonzil (lies nach in der Apostelgeschichte) hat das festgestellt und seither halten wir uns daran. Für die Christen aus den Heiden (und dazu gehören alle, die vorher keine Juden waren), gilt der Bund, den Gott mit Noah nach der Flut schloß. Dabei gab Gott den Menschen alle Tiere und Pflanzen zum Verzehr frei. Lies nach im ersten Buch Mose. Gruß, q.

Rowal 03.12.2011, 11:34

Der Fragesteller meint speziell die alt-orientalischen Kirchen. Aber auch hier trifft deine Antwort sicher voll zu: Kein anderer Glaube mit Ausnahme der Frage, ob die menschliche und göttliche Natur von Jesus Christus getrennt sind. Umso merkwürdiger, dass es in all den Jahrhunderten nach dem Konzil von Calcedon darüber nicht zu einer Verständigung gekommen ist. Wäre es zu einer Verständigung gekommen, wäre die Weltgeschichte anders verlaufen, weil in diesem Falle die "östlichen Christen" nicht gegen die "westlichen Christen" agiert hätten und umgekehrt, sondern sie sich gegenseitig befruchtet hätten.

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Die orientalischen oder besser orthodoxen Christen sind eng mit den katholischen Christen verwand, er gibt einige kleinere unterschiede in der lehre, einer der größten und bekanntesten ist die rolle des Papstes (erster unter gleichen oder oberster Hirte) Natürlich nehmen sie die Bibel ernst. Sie essen auch Schwein oder besser gesagt es ist dem einzelnen Gläubigen überlassen was er ist.

Paulus hat in Römer 14 gesagt das weder die die alles essen die verurteilen dürfen die nicht alles essen, noch das die die nicht alles essen die verurteilen dürfen die alles essen. Das heisst man kann nicht sagen das diese Leute die Bibel ernster nehmen. Vielleicht aus deren Sicht aus, aber da wirst du die orientalischen Christen schon persönlich fragen müssen.

Christ ist Christ. Es gibt allerdings Unterschiede in der Praxis des Glaubens. Teilweise sind dies Unterschiede kultureller Natur, teilweise haben sie auch einen Grund in der Auffassung der Glaubensparxis.

Die orientalischen Christen haben sich weitgehend an ihre islamische Umgebung angepasst. Daher essen sie kein Schweinefleisch, nennen Gott "Allah" usw. usf.

Abgesehen von den Besonderheiten dieser christl. Konfesssionen im Iran ist festzustellen dass die meisten dort echte Christen sind, ganz anders als westlichen Ländern wo sich die meisten "Christen" benehmen wie Heiden.

Ausserdem werden in vielen islam. Ländern Christen hart verfolgt (besonders im Iran!). Den leidgeprüften Christen aus solchen Ländern kann man also ihren Glauben an Jesus durchaus als echt abnehmen.

Schau mal hier www.opendoors.org/verfolgungsindex

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