Ist die russisch-orthodoxe Kirche ähnlich der evangelischen Kirche bei uns (BRD), (also keine extremen Christen, wie die Katholiken)?

15 Antworten

Ich muss doch sehr bitten: Ich bin Katholik, aber in vielen meiner Glaubensinhalte und Verhaltensweisen progressiver als mancher meiner evangelischen Schwestern und Brüder, besonders der Freikirchen. Trotzdem habe ich auch zu ihnen ein gutes Verhältnis, wie es sich unter Christen gehört.

Ich bin kein orthodoxer Christ, nein, ein sehr unorthodoxer ;-)

Und damit bin ich nicht allein: Ähnliches gilt für den allergrößten Teil der Aktiven meine katholischen Pfarrgemeinde, der Rest ist längst ausgetreten oder bleibt dem Gemeindeleben fern.

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angesichts der großen Zahl Katholiken ist es vielmehr erstaunlich, wie wenig Extremisten dort anzutreffen sind, das sind dann eher so ne Art katholische "Sekten", wie die Legio Mariae, Opus Dei, Pius-Bruderschaft oder die Gefolgschaft von Bischof Levebre, als er noch lebte. Ganz im Gegensatz zum global vertretenen Sunnitenislam, wo die fundamentalistische Minderheit aber den Ton angibt.

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Ich bin ein orthodoxer Christ.

Die orthodoxe Kirche ist vergleichbar mit der katholischen Kirche, aber trotzdem ganz anders. Dazu gleich.

Die evangelische Kirche kannst Du weder mit der katholischen noch mit der orthodoxen Kirche vergleichen. Wenn ich mal in eine evangelische Kirche gehe, dann bin ich persönlich immer entsetzt, da der evangelischen Kirche jegliche Spiritualität fehlt.

...und damit kommen wir zum orthodoxen Glauben, und zwar in der Praxis.

Wenn ich in die Kirche komme, dann bekreuzige ich mich mit Weihwasser. Dies ist wie eine Reinigung.

Das Kreuz schlagen wir übrigens anders als die Katholiken. Bei uns endet der Kreuzschlag auf dem Herzen.

Am Eingang der Kirche befinden sich zwei Ikonen, vor denen man sich gleichsam bekreuzigt, verneigt und wer mag symbolisch küsst.

In einer Seitennische befindet sich ein Platz für Kerzen. Dort kannst Du Kerzen aufstellen, und ein stilles Gebet für Deine Belange sprechen.

Der Gottesdienst geht über mehrere Stunden, mit Gebeten, Chorgesang, Predigten, Weihrauch und Segnungen. Dabei kann man die Kirche auch zwischendurch verlassen. Wir sind da nicht so streng, und gerade die Jüngeren und Raucher stehen halt öfter draußen.

Das mal nur so im Groben.

Bei uns Orthodoxen hat die Symbolik einen hohen Stellenwert.

Was bei uns auch ist, der Priester wird zwar geehrt, hat aber keine Allmacht. So mancher Priester wurde von seiner Gemeinde schon abgewählt.

Wir zahlen auch keine Kirchensteuer. Wir spenden der Kirche was wir können und wollen!

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hört sich gut an. ein weiterer Sympathiepunkt für Russland.

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Ich bin Freikirchler (Baptist).

Sowas gilt pauschal vielen schon als "Extremchrist". Damit hab ich genausowenig ein Problem wie "Fundamentalist" oder "Sekte" genannt zu werden.

Sekte heißt einfach nur Abspaltung. Und das sind wir ja. Abgespalten von der Evangelischen Kirche.

Fundamentalist bedeutet, dass man ein Fundament hat. Die Bibel. Auch das unterschreibe ich.

Und Extremchrist schließlich könnte heißen, dass man es ERNST meint und nicht alles in einen Topf schmeißt und meint "Wir sind alle gut, egal was wir tun und glauben".

Aber DU meintest mit Extremchrist ja dieses rituelle, was den Katholiken im allgemeinen "anhängt".

Nun, das ist eine Art, seinen Glauben zu leben. Bei manchen steht Weihrauch und Singen mehr im Vordergrund, bei anderen eine kühle, analytische Herangehensweise. Wieder andere singen Gospels und sind Gott dabei nahe.

Ich würde es nicht pauschalisieren wollen, obgleich ich glaube, dass die Orthodoxen im allgemeinen schon ein bisschen strenger sind.

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