Ontologischer Gottesbeweis nach Canterbury

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Der ontologische [von griech.: on = Seiendes] "Gottesbeweis" geht vom Begriff Gottes aus.
Das Argument lautet: Gott ist seinem Begriff nach das höchste Wesen, über das hinaus nichts Höheres und Vollkommeneres gedacht werden kann. Deshalb muss „Existenz“ notwendig zu seinem Begriff dazugehören, denn wenn sie ihm fehlte, wäre er nicht vollkommen.

Hier gleich die Gegenargumente dazu (womit klar wird, dass das Wort "Gottesbeweis" in Anführungszeichen gehört):

Diese Argumentation, die die Existenz Gottes beweisen will, geht von folgender Verbindung aus: Es gibt das Vollkommene -> dieses Vollkommene ist Gott -> das Vollkommene muss auch die "Existenz" mit einschließen, also "existiert" Gott.

Sie setzt also das „Vollkommene“ mit „Gott“ gleich, was unzulässig ist. Hier, wie im Grunde auch bei allen anderen „Beweisen“, wird das Thema verfehlt, denn es gilt nicht das Vollkommene zu beweisen, sondern darum, zu beweisen, dass dieses Vollkommene auch als Gott bezeichnet werden kann. Zudem wird "das Vollkommene" zunächst rein formal logisch hergeleitet, wonach man sich eine Summe aller Dinge vorstellt. Dieser Summe eine eigenständige Existenz einzuräumen, ist wiederum nur Annahme und Glaube.

Kant dazu: "Die Vorstellung oder der Begriff von 100 Reichstalern bedeutet noch nicht, dass man diese 100 Reichstaler auch wirklich in den Händen hält."

Angenommen, man ließe eine solche Argumentation zu, so wäre es doch äußerst fraglich, ob man nicht noch etwas Höheres denken kann, als einen existierenden Gott. Ein allmächtiger Gott, der das Universum erschafft, klingt gewaltig. Aber zur "Vollkommenheit" würde doch irgendeine Krankheit oder Behinderung gehören. Die größte „Behinderung“ dabei wäre Nichtexistenz.

Demnach würde Gott auch vermutlich nicht existieren.

Klar beweist das keinesfalls, dass Gott nicht existiert. Es aber zeigt, dass dieser Beweisversuch einer ernsthaften logischen Überprüfung nicht standhalten kann. Wiedermal nur Zirkulärlogik: es soll was bewiesen werden, dessen Existenz als Voraussetzung dafür von vornherein als "Joker" gesetzt wird.

Canterbury:"Gott ist der/das ,worüber nichts Größeres gedacht werden kann" Fragen:"Ist Vorstellung auch Wirklichkeit?""Wenn etwas wirklich existiert,kann es in der Vorstellung noch größer sein?" Zeit und Raum ist wirklich,aber auch unvorstellbar:Es gibt keine Grenzen.Hinter den Sonnensystem kann ein nächstes sein.Es gibt keine Mauer,hinter der es dann nichts mehr gibt. Vor der Zeit gab es immer noch eine Zeit,die davor lag,unendlich. Wenn die Zeit aber unendlich ist,kann und darf es uns gar nicht geben weil eine unendliche Zeit vor uns gar nicht auf uns treffen würde. Wenn der Raum unendlich ist,warum stellen wir uns in den Mittelpunkt des (Welt)-Alles?Ist das Weltall unendlich,und davon können wir ausgehen,werden wir verschwindend klein.(wenn es gegen Unendlich geht) Wenn das Weltall wirklich unendlich ist sind wir weg. Es gibt kein Ende,keine Grenze was man sich vorstellen könnte.Es gibt also mehrere Dimensionen:Wir hier und das Weltall,was real und in unseser Vorstellung unbegreiflich ist.Der Mensch ist in seiner Realität und Vorstellung nur endlich.Trotzdem gibt es das Unendliche. Wirklichkeit (eben auch Unendlichkeit) heißt Wahrheit,Leben (auch Wirklichkeit) heißt Endlichkeit. "Ich bin die Wahrheit und das Leben" kann nur Gott sagen.

Falls es dich interessiert. Ich habe den Gottesbeweis von ihm widerlegt.

  1. Gottbeweis: „Gott ist etwas worüber hinaus nichts größeres gedacht werden kann“

Anselm von Canterbury lieferte den ontologischen Gottesbeweis, dadurch dass er behauptete, dass Gott etwas ist, worüber hinaus nichts größeres gedacht werden kann“. Wenn ich denke, dann denke ich an Fotos, worauf bestimmte Dinge abgebildet sind, die ich schon erfahren habe, wie beispielsweise das Universum.. Man kann nur an Materien und Körper denken, die man auch schon im Leben wahrgenommen hat. Alles andere ist Fantasie. Fantasie: Verschiedene erlebte Sachen, die ich mir in meinen Gedanken zusammenbastel. Denke ich an einen Gott der auf das Universum blickt, so denke ich vermutlich nicht an den Gott den es wirklich geben könnte. Es ist wahrscheinlich ein erdachter, ausgemalter, mit Vorstellungen entstandener „Fantasie-Gott“, ein „selbstgemachter Gott“ , der nur zufällig mit dem wahren Aussehen Gottes übereinstimmen kann. Somit denke ich an ein Wesen, dass ich einfach den Namen Gott gab, dass sich einfach in den Vordergrund des Universums stellt oder dass sich darüber bewegt. Ich denke an eine weiße Wand die das Universum umschließt. Ist Gott diese weiße Wand die ich mir vorstellen kann? Nein, denn ein anderer Mensch, könnte an eine Ziegelsteinmauer denken, somit ist Gott entweder eine Ziegelsteinmauer oder eine weiße Wand. Das wäre demnach also schwachsinnig, was Canterbury sagte .Ich kann also an nichts Höheres als an das Universum denken, es sei denn, ich bringe meine Fantasie ins Spiel und sage Gott oder die weiße Wand steht über das Universum doch das ist nicht real.
Denken liefert demnach keinen Gottesbeweis, egal wie sehr ich mich anstrenge, auch an das Höchste denken zu können und somit bin ich der gleichen Meinung wie Thomas von Aquin der sagte, „Daraus, dass dieser verstanden wird, folge lediglich, dass Gott im Verstande ist, nicht aber, dass er tatsächlich existiert“. Das erste Argument, Canterburys, „Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann [d. i. Gott], existiert nicht in Wirklichkeit, sondern nur im Verstand“, zeigt, dass er sich selber widerlegt.

Man muss unterscheiden zwischen den Begriffen "denken" und "vorstellen".

Wie René Descartes schon unterschieden hat, ist das "Vorstellen" oder "Einbilden" auf eine sinnliche Wahrnehmung basiert. Das "Denken" hingegen ist, zumindest in seinem Nutzen, völlig von Materie unabhängig. Man hat bei Gedachtem kein Bild vor Augen, man bildet sich kein Urteil von Gestalt, Geruch, Klang, Geschmack oder Beschaffenheit. Es ist unmöglich sich das "Vollkommene" vorzustellen. Der Mensch kennt keine Vollkommenheit.

Dennoch kann man versuchen das "Vollkommene" denkend zu begreifen. Dabei misst man dem "Vollkommenen" alle zu denkenden Eigenschaften zu.

Eine sinnliche Eigenschaft an sich, wie beispielsweise das Aussehen, kann nicht vollkommen sein. Im Gegensatz zu einer gedachten Eigenschaft, wie beispielsweise Ausdehnung, die zum einen klar definiert und zum anderen grenzenlos ist.


Mal davon abgesehen bezieht sich die Argumentation Canterburys ausdrücklich auf das "Denken".

"Das, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann"


Ich hoffe meine Argumentation war nachvollziehbar.

lg Chris

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